4. Die Entwicklungen bei inspira: cosmetics (2009 bis 2012)

 

Die Inspira Cosmetics hatte im Jahr 2008 einen KfW-Kredit beantragt, um die finanziellen Mittel zur Verfügung zu haben für eine Geschäftsausweitung (Betriebsmittelkredit). So wollte Inspira eine eigene Pflegeserie vermarkten, nämlich „Suisse Absolue“, ein Pflegekonzept auf der Grundlage von zertifizierten alpinen Wirkstoffen Schweizer Ursprungs.

 

Für die inspira: cosmetics wurde denn 2008 das erfolgreichste Jahr der jungen Firmengeschichte. Mit der Einführung einer neuen Pflegeserie, nämlich „Suisse Absolue“ hatten wir auch einen ersten Schritt getan in Richtung Markenprofil. In den kommenden Jahren versuchten wir, dieses Markenprofil zu schärfen, indem wir drei Säulen herausarbeiteten: Inspira Med, Suisse Absolue und Skin Accents.

 

Unter Skin Accents waren jene Produkte zusammengefasst, die wir nun schon seit nahezu zwanzig Jahren in diversen Firmen vermarkteten, nämlich die Collagenmasken und Ampullen. Pudermasken, Pflegekapseln und Konzentrate in Phiolen waren inzwischen hinzugekommen. Der Umsatz mit Collagenmasken wurde immer schwieriger, dafür entwickelten sich Gott sei Dank die Umsätze für Ampullen, sowohl als Markenampulle wie auch als No-Name- oder private label Produkte sehr positiv, wenn auch auf zu niedrigem Preisniveau.  

 

Mit Suisse: Absolue gelang es in den Folgejahren nicht, neue Vertriebswege zu erschließen oder Kunden außerhalb der Dienstleistungskosmetik zu gewinnen, einzelne Länder blieben die Ausnahme. Auch bereitete es marketingtechnisch Schwierigkeiten, dass die Produkte Suisse: Absolue aus dem gleichen Labor kamen, nämlich von Dr. Sacher Kosmetik. Dies hatten wir auch zunächst noch auf die Faltschachteln geschrieben. Es führte jedoch in einzelnen Ländern zu Konflikten, auch mit unseren Janssen Cosmetics-Vertretungen.

 

Die Serie Suisse: Absolue erweiterten wir in 2010 und 2011 um einige wenige Produkte, drei Ampullen und ein Stammzellen-Serum. Dies brachte sicher alles in allem etwas Umsatzzugewinn, aber nicht genug. Einen echten Zugewinn gab es nach wie vor nicht, weil unser russischer Partner kein Interesse bekundete, die Serie „Suisse: Absolue“ als Zweitmarke oder Retailmarke einzuführen. So dümpelten auch hier die Umsätze so vor sich hin. 

 

Im Geschäftsjahr 2010, aber auch im Geschäftsjahr 2011 blieben wir nach wie vor über einer Million € Umsatz. In 2010 waren es 1.005.800 €, bei einer Ertragsrate von 5,5 %. In 2011 waren es 1.036.445 €, doch die Ertragsrate war gesunken auf knapp 2 %. 

 

Als Geschäftsführer hatte ich in der Firma Auszubildende eingestellt, zunächst Sebastian Jany für das Lager und Lara Wirtz für die Vertriebstätigkeit. Die tägliche Arbeit leisteten aber Reinhard und Dennis Zurek. Dennis wurde von Reinhard mehr und mehr eingearbeitet in alle Funktionen und konnte sich auch gut entwickeln. Zum 1. Oktober 2012 wurde Reinhard Janssen zum weiteren Geschäftsführer der Firma bestellt. 

 

Auch eine freiberufliche Vertreterin wurde in Süddeutschland verpflichtet, sie brachte auch einigen Umsatz. Ansonsten zählten aber nach wie vor Bob Severson in den USA und Ken He von Million Way für China sowie Josephine Tan aus Singapur zu den besten Kunden. Balance Cosmetics, unsere russische Vertretung, kaufte vor allen Dingen die hochgradigen Fruchtsäure-Peelings, und das auch in interessanten Mengen. Auch bei Emil Christoph in Tschechien lief vor allen Dingen Suisse: Absolue als Zweitmarke sehr gut. In Deutschland waren die besten Kunden Moravan, CNC, Koko Dermaceuticals und Charlotte Meentzen. Die meisten kauften nur einzelne Präparate, auch unter eigener Marke, so Meentzen zum Beispiel, aber dies in großen Mengen. 

 

 

In der Sortimentsarchitektur hatten wir die Pflegekapseln herausgenommen, denn hier mussten wir zu große Mengen einkaufen. Reinhard hatte sich stark gemacht für die sogenannten Beauty Patches, das sind vorgefertigte Vliesmasken, mit Creme oder Konzentrat angereichert, die wie Gaze auf die Haut gebracht werden. Da sie nur halb so teuer waren wie Kollagenmasken stellten sie eine echte Alternative dar. Auch wurde in 2011 ein Versuch gestartet mit den neuartigen Biocellulose Masken. Hier waren die Preise identisch mit denen der Collagenmasken, so dass sie bei unseren Kunden nicht so richtig einschlugen. 

 

Trotz aller Bemühungen brach der Umsatz in 2012 ein und es wurden nur 750.000 € erzielt. So konnte es nicht ausbleiben, dass auch ein Verlust von nahezu 50.000 € entstand. Der Hauptgrund war vielleicht auch, dass sich niemand so recht um die Marke gekümmert hatte in den vergangenen Jahren. Reinhard und ich hatten schon zu Beginn des Jahres eine Diskussion angestoßen, wie es mit Inspira weitergehen sollte. Auch Ulrich war natürlich beteiligt und ich selbst wollte ja zum Jahresende in Rente gehen. Die Gesellschafter und ich haben dann entschieden, die Firma nicht aufzulösen, sondern mit bescheidenen Mitteln das Geschäft auszubauen. Vor allen Dingen die Finanzierung machte uns Sorge. Noch war der alte Kredit nicht abgetragen und in 2012 hatte Inspira Cosmetics einen weiteren kleineren Kredit der Immobilien GbR in Anspruch nehmen müssen. Auch waren wir stets am Limit der Kreditlinie für das Kontokorrent. 

 

Uns war allen klar, dass nach dem schlechten Ergebnis von 2012 etwas geschehen musste. Da wir doch verstärkt Nachfrage für eine medizinische Kosmetikserie hatten, kamen wir nach gründlicher Überlegung zu der Entscheidung, die Pflegeserie Suisse: Absolue weiter zu entwickeln und vor allen Dingen für weitere Vertriebswege zu öffnen. Die klinische Serie Inspira: Med wollten wir ausbauen und vor allen Dingen wollten wir die Firma als Ganzes mehr verselbstständigen, also von Janssen Cosmetics los koppeln, sowohl strukturell als auch durch Personal, Logistik und Vertrieb.

 

Diese Herausforderungen habe ich dann als Geschäftsführer „i.R“. Rentner in 2013 und 2014 noch angenommen. Zunächst mieteten wir im Nachbargebäude direkt neben Janssen Cosmetics, von der Erbengemeinschaft Löffler, gelegen Hirzenrott 13, eigene Büroräume in deren Objekt. Lagerraum mietete Inspira bei der Janssen Immobilien GbR und bei Body & Beauty in Eynatten-Rovert. Gemeinsam mit Dennis Zurek und einer Sachbearbeiterin, Eva Bassier. Sowieso schafften wir es, das Ruder herumzureißen. Während wir den Umsatz wieder auf 63.200 € in 2013 ausbauen konnten, versuchte ich auch eine Sortimentsarchitektur zu erstellen. Auch holte ich mir Beratung bei einem Markenspezialisten, Dino Bächstädt in Frankfurt, der uns schon bei Janssen Cosmetics vor einigen Jahren geholfen hatte. Daraus entstand auch bei Inspira eine Markenpositionierung für die drei Säulen: Inspira: Med,  Suisse Absolue, Skin Accents, und wir fügten das Private-Label-Geschäft hinzu. Leider gab es aber einen Rückschlag. Die Schweizer Behörden strengten an, dass wir die Marke Suisse: Absolue nicht so nennen dürften, es sei denn, sie würde in der Schweiz gefertigt. Da wir dies nicht durchführen konnten, kam es zu einem Vergleich, nach dessen Inhalt wir die Serie bis Ende 2014 ausverkaufen sollten.

 

Zur gleichen Zeit hatten wir uns auch um einen neuen KfW-Kredit bemüht, denn der erste war nun ausgelaufen. Der Betriebsmittelkredit sollte zunächst dazu dienen, Inspira: Med als Marke auszubauen und ich hatte ein rundes Konzept entwickelt, an dem auch noch Jutta Janzen mitgewirkt hatte. Sie verließ Janssen Cosmetics zum 1. Oktober 2014. Der Kredit wurde uns also gewährt und wir konnten die erweiterte Serie produzieren und für den Vertrieb bereitstellen. Das Gleiche geschah bei den „Skin Accents“ Produkten, denen ich ein neues Kleid verpasste. Auch war ich mit Dennis‘ Hilfe bemüht, neue Kunden für Eigenmarken zu finden. Aus diesem Grunde nahmen wir in 2014 an der cosmetic business Messe in München teil. 

 

Alles in allem schaffte es das kleine Team, in 2014 den Umsatz auf 1.221.800 € zu steigern. Dies war auch so im Finanzplan vorgesehen gewesen 

In den letzten Monaten hatte ich mich aber in Abstimmung mit den drei Söhnen, den Gesellschaftern, auch bemüht, ihnen teilhabenden Gesellschafter oder einen Geschäftsführer zu suchen. Reinhard konnte und wollte diese Doppelbelastung auf Dauer nicht hinnehmen, er musste sich auf Janssen Cosmetics konzentrieren. Über Xing hatte ich drei mögliche Kandidaten gefunden, die Ulrich, Reinhard und ich auch alle begutachteten. Einer davon, der dritte, war ein ehemaliger Kollege, den ich aus meiner Zeit bei Babor Cosmetics her kannte, Volker Kloubert. Er war damals Produktmanager für dekorative Kosmetik gewesen und hatte eine interessante Karriere für Marken wie Artdeco, Alessandro, wieder Babor, Marbert und Luxess, einem Vertreiber von Düften, durchlaufen. Nach mehreren Verhandlungsrunden wurden wir uns einig. Volker Kloubert wurde am 1. Oktober 2015 zum Geschäftsführer bestellt und die Gesellschafter eröffneten ihm auch die Option, in das Unternehmen als Gesellschafter einzusteigen. Hierzu hatte Erik Janssen sich bereit erklärt, seine Anteile schrittweise abzutreten, da er kein sonderliches Interesse an einer weiteren Beteiligung hatte.

 

So übernahm Volker Kloubert als Geschäftsführer die Geschicke des kleinen Unternehmens und während ich zum Jahresende 2015, nach einer längeren Zeit der Begleitung, ausschied, schaffte Volker es bereits im ersten Jahr, auch durch neue Kontakte und neue Geschäfte, den Umsatz in 2015 auf 1.585.600 € Umsatz auszubauen. Er konnte auch die Suisse Absolue-Serie ersetzen durch ein neues Sortiment „Inspira: Absolue“ und einige neue Großkunden an Land ziehen. In 2016 betrug der Umsatz bereits 2.070.000 € und in 2017 etwa 2.357.000 €. Reinhard tauschte sich mit Herrn Kloubert und dem Team in regelmäßigen Besprechungen aus und er kümmert sich als Geschäftsführer mehr um administrative Dinge. Inzwischen, in 2019, hat Volker Kloubert 40 % der Anteile der GmbH übernommen, Erik ist als Gesellschafter ausgeschieden.

 

Zum heutigen Tag ist das Unternehmen gefestigt, gesichert und auf Wachstumskurs. Ohne Zweifel ein Verdienst des neuen geschäftsführenden Gesellschafters Volker Kloubert, der sich nach eigenem Bekunden in diesem Unternehmen wohlfühlt.

 


Die Janssens aus Hauset

Walther und Elka Janssen wohnten mehr als 40 Jahre mit ihren drei Söhnen in dem kleinen Ort Hauset, einem Ortsteil der Gemeinde Raeren in Ostbelgien. Vieles in dem Archiv unserer Webseite dreht sich deshalb um diese 40 Jahre gemeinsamer Erlebnisse, aber auch um die Zeit davor. Elka und Walther wohnen seit 2013 in Schleckheim, einem Stadtteil im Süden von Aachen. Die beiden ältesten Söhne sind mit ihren Familien in Hauset geblieben, der jüngste Sohn wohnt am Firmensitz der Janssen Cosmetics in Oberforstbach (Aachen).  Wir möchten die Privatsphäre schützen, deshalb reagieren wir gerne auf Hinweise. Wenn Ihr also Hinweise,  Fragen, Anregungen und Vorschläge oder Ideen habt, meldet Euch gerne  

 

dialog@waltherjanssen.eu  


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Kommentare: 1
  • #1

    Detlev O. (Freitag, 01 Januar 2021 17:57)

    Lieber Walther, Du hast das Jahr 2020 sehr gut von allen Seiten beleuchtet. Immer ein Blick auch auf die Firma. Bleibt gesund