Die Bank Walhorn mit Hauset in der Grafschaft Limburg

Die Grafschaft Limburg

Hauset in der Grafschaft und im Herzogtum Limburg (1020 – 1288)

Inzwischen entstanden aufgrund des fränkisch-karolingischen Lehnswesens viele große und kleine Lehen, in unserer Gegend, zum Beispiel die Grafschaft Limburg, aber auch die geistlichen Fürstentümer Lüttich und Stablo-Malmedy, die Grafschaften Looz und Namür und die Herzogtümer Luxemburg und Brabant. In Richtung Rhein waren dies neben dem Aachener Reich zum Beispiel die Herzogtümer Jülich und Kleve, sowie das Erzbistum Köln und die Reichsabtei Kornelimünster

 

Um das Jahr 1020 erbaute Friedrich II. aus dem Hause Luxemburg die Burg Limburg, in der alten königlichen Grundherrschaft Baelen (bei Eupen) gelegen. Die Burg entstand auf einer Felshöhe im Wesertal bei Verviers; sie gab der Grafschaft und dem späteren Herzogtum den Namen. In Meyers Konversationslexikon von 1890 erfahren wir zu Limburg folgendes: Das Land Limburg kam 870 bei der Länderverteilung von Meerssen zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen an letzteren und wurde dann von eigenen Grafen regiert, von welchen um 1060 mit Gewissheit Waleram I. (Walram) genannt wird.


Nicht nur Hauset, sondern fast alle Orte des südlichen Teils der Grafschaft Limburg wurden von einer der fünf Hochbanken verwaltet. Eine der Hochbanken war Walhorn, die anderen Baelen, Herve, Montzen und Sprimont. Walhorn ging aus dem um 850 gegründeten Königshof „Harna“ hervor. Es wird erstmals 888 in einer Bulle von Kaiser Lothar II, einem Enkel Karls des Großen, erwähnt. 1072 schenkte Heinrich IV. aus der Salier-Dynastie den Königshof dem Marienstift Aachen-Burtscheid. Damit hatte nun das Marienstift die Lehnsherrlichkeit über das Gebiet der Bank Walhorn in der Grafschaft Limburg. Inwieweit aber Hauset zu dieser Zeit bereits ganz oder teilweise zur Bank Walhorn gehörte ist noch nicht vollständig geklärt. Hierzu gibt es zumindest verschiedene Meinungen unter den Historikern. Die Grafen von Limburg, wurden später auch Herzöge von Niederlothringen und verstanden es, den Herzogtitel von Limburg auch für sich zu erhalten.

 

Wir wagen hier einmal die These, dass das Gebiet dessen, was wir heute als Hauset bezeichnen, nämlich die frühere eigenständige Gemeinde Hauset, zunächst nicht ganz Bestandteil der Bank Walhorn und der Grafschaft Limburg und des späteren Herzogtums war. Wir stützen unsere Vermutung auf die Aussagen verschiedener Historiker, wonach Hauset erst 1439 ganz zur Bank Walhorn und somit zum Herzogtum Limburg kam. Hierzu jedoch später mehr.

Wir müssen an dieser Stelle nicht auf die vielen sehr turbulenten Entwicklungen im Herzogtum Limburg eingehen. Vielmehr beschränken wir uns auf die wesentlichen Daten. Nach 1060 gewann das Herzogtum in den nächsten 200 Jahren meist durch Heirat und auf dem Erbfolgewege, aber auch durch ständige Kriege, Gebiete hinzu; einige gingen auch wieder verloren. Die umliegenden Herzogtümer Luxemburg und Brabant waren sehr mächtig. Die männliche Linie Walram’s I starb allerdings beim Tode eines seiner Nachfolger, Walram V. aus.

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(5) Der Sohn Walerams I., Heinrich wurde 1101 auch Herzog von Niederlothringen, verlor aber unter Kaiser Heinrich V. seine Würden wieder. Es folgten nun Waleram II. und Heinrich II. und letzterer behielt 1151 den Herzogtitel wieder bei. Wir machen den Sprung in das 13. Jhd. Nach dem Tod von Waleram III. ging Limburg 1226 an seinen Sohn aus erster Ehe, Heinrich IV. Er hielt als Oberschutzherr der Straßen im Land an Maas und Rhein das Raubrittertum im Zaum. Ihm folgte 1247 sein Sohn Waleram V. (?) Da dieser keine Söhne hatte ging das Herzogtum 1280 an seine Tochter Irmengard. Sie war mit Rainald I. von Geldern vermählt.

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Die Schlacht von Worringen (1288)
Nach dem Tod der kinderlosen Irmengard, der Frau von Walram V., im Jahr 1282, stritten Adolf VI. Graf von Berg, der zweite Sohn von Heinrich IV., und Rainald I. von Geldern um das Herzogtum. Adolf trat sein Recht an den Herzog Johann von Brabant ab und es kam 1288 zur Schlacht auf dem Fühlinger Feld bei Worringen (in der Nähe von Köln). Jan von Brabant gewann diese Schlacht, und die Herzogtümer Brabant und Limburg waren nun in Personalunion vereint.


Etwa zu dieser Zeit gibt es die ersten Hinweise auf einen Ort Hauset. Allerdings hat der Name sich noch nicht gefestigt. Die Urkunden des Marienstifts Aachen verwenden verschiedene Versionen wie Holsyt, Huylsit, Houlset, Hülset Holzit, Housit, Hausent, und deshalb lässt sich nur aus dem Zusammenhang klären, ob Hauset gemeint ist oder das bei Vaals liegende Holset, ebenfalls im Herzogtum Limburg gelegen.


Im Jahre 1266 wird der „busch von Hoisoit“ in einer Belehungsurkunde als eine der Grenzen des Lehens angegeben. Es ist wohl die älteste Erwähnung von Hauset und sie passt auch, wie Janssen-Heitmann schreiben, in den lokalen Zeitrahmen. Eynatten gibt 1213, Neudorf 1241, Eupen 1213 als erste Erwähnung an. Für unsere oben genannte These ist es interessant, dass Hauset als eine der Grenzen des Lehens des Marienstifts angegeben ist. 1271 wird der Ritter von Holseit mit seiner Burg im Lehnsregister genannt. Danach werden die Nennungen häufiger, schreiben Janssen-Heitmann, denn zwischen 1400 und 1700 gab es im Lehnsregister im Durchschnitt 2.5 Bewegungen im Jahr. (siehe hierzu Buch von Rutsch) – siehe auch Jubiläumsheft Cäcilia)

 

 

Auch bei Alfred Minke finden wir in seinem Beitrag „Burg, Dorf und Pfarre Hauset im Zeitraffer“ im "Heimatbuch Hauset, Band I" die gleichen Feststellungen, insbesondere auch was die Zugehörigkeit von Hauset zum Aachener Reich oder zum Herzogtum Limburg betrifft (hierzu mehr später). Auch erklärt Minke dass „die ethymologische Deutungen den Ortsnamen Hauset ableiten aus dem Lateinischen „Hulsetum“, was auf einen Platz hindeutet an dem Stechpalmen und Dornenhecken zu finden sind.“

Das Herzogtum Limburg in Brabant nach Worringen (1288 – 1406)

Die Schlacht von Worringen 1288 war also ein schicksalhafter Tag für unser Gebiet, denn nunmehr war es verwaltungstechnisch nach Westen orientiert. Die Geschichte war nun über Jahrhunderte mit der von Brabant verbunden. Bei Minke lesen wir weiter, dass bis zum 14. Jahrhundert das zwischen Aachen und der Bank Walhorn gelegene unbesiedelte Gebiet, die sogenannte Wiltbank, beiden Nachbarn gemeinsam gehörte. Es war ein Teil des Reichswalds über den alleine der deutsche Herrscher verfügen konnte. Mit der Zeit erhoben jedoch die Herzöge von Limburg immer mehr Ansprüche auf dieses Gebiet. Andererseits stieg der Holzbedarf der stark angewachsenen Aachener Bevölkerung und dauerhafte Grenzstreitigkeiten waren die Folge.

 

Aber was war eigentlich mit Hauset selbst los? Dorf und Hof Hauset waren in den alten Aufzeichnungen nicht zu unterscheiden sagte Minke. Aber seit wann gab es eine Burg in Hauset?

 

In seinem Beitrag „Die Burg zu Hauset – Betrachtungen über eine verschwundene Schöne“ in „Heimatbuch Hauset Band 2“, gibt uns Dr. Hermann Heitmann Einblick in diese Betrachtungen. Der erste Autor, der demnach die Burg erwähnt, ist C. Quix aus Aachen, in seinen „Beiträgen zu einer historisch topographischen Beschreibung des Kreises Eupen“ von 1837, mit einem Kapitel über Hauset. Eine Karte mit der Lage der Burg ist dort zu finden. Auch eine Veröffentlichung von C. Rutsch aus Eupen aus dem Jahre 1879 erwähnt die Burg. Beide Autoren beziehen sich auf die Lehnsregister des Marienstifts Aachen. Schließlich fasste auch das „Grenz-Echo“, die deutschsprachige ostbelgische Tageszeitung, in einem Beitrag von 1966 die Informationen aus den spärlichen Quellen zusammen und vermeldet, dass noch einige Mauerreste übrig geblieben sind.

 

Nach Rutsch werden als Ritter von Hauset und damit als Burgherrn bereits 1271 Wilhelm von Holseit und 1321 ein Thomas von Hulsit aufgeführt. Die Burg müsste also zu diesen Zeiten entstanden sein oder bereits bestanden haben.

 

 


Die Janssens aus Hauset

Walther und Elka Janssen wohnten mehr als 40 Jahre mit ihren drei Söhnen in dem kleinen Ort Hauset, einem Ortsteil der Gemeinde Raeren in Ostbelgien. Vieles in dem Archiv unserer Webseite dreht sich deshalb um diese 40 Jahre gemeinsamer Erlebnisse, aber auch um die Zeit davor. Elka und Walther wohnen seit 2013 in Schleckheim, einem Stadtteil im Süden von Aachen. Die beiden ältesten Söhne sind mit ihren Familien in Hauset geblieben, der jüngste Sohn wohnt am Firmensitz der Janssen Cosmetics in Oberforstbach (Aachen).  Wir möchten die Privatsphäre schützen, deshalb reagieren wir gerne auf Hinweise. Wenn Ihr also Hinweise,  Fragen, Anregungen und Vorschläge oder Ideen habt, meldet Euch gerne  

 

dialog@waltherjanssen.eu  


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Kommentare: 1
  • #1

    Detlev O. (Freitag, 01 Januar 2021 17:57)

    Lieber Walther, Du hast das Jahr 2020 sehr gut von allen Seiten beleuchtet. Immer ein Blick auch auf die Firma. Bleibt gesund