Es geht wieder aufwärts (2010-2012)

5. Zeit der Gesundung (2010 - 2012) 

 

Das Krisenjahr 2009 hatten wir mit einem blauen Auge überstanden. Dabei hatten wir schon in 2009, also mitten in der Krise,  damit begonnen, eine neue Markenpositionierung zu definieren. Hierzu holten wir uns die externe Beratung einer Werbe- und Markenagentur, die Hamburger Firma Solutions AG. Allerdings kamen wir zum Schluss der Beratung nicht zufriedenstellend weiter in einem Punkt, nämlich die Sortimentsarchitektur unserer verschiedenen Marken. Wir holten deshalb noch einmal den Rat einer kleineren Agentur ein, dem Brandteam aus Frankfurt, mit Frau Hubrich und Herrn Bächstädt. Aufbauend auf den Definitionen unserer Corporate Identity, so wie es von Solutions definiert worden war, fand das Brandteam schnell den Weg zu dieser besagten Markenstruktur und Sortimentsarchitektur und in mehreren Schulungs- und Beratungsmeetings konnten wir die Inhalte unserer Firmenidentität und unserer Mission sowie unsere Darstellung nach innen wie nach außen zufriedenstellend lösen. Probleme gab es zu Beginn des Jahres bei der Packmittelgestaltung, da wir hier nicht mit der Agentur zurechtkamen, auch finanziell nicht. Wir wechselten deshalb zu der Aachener Agentur Witte, die uns in den nächsten Monaten und Jahren helfen sollte, den Verpackungsrelaunch, den wir noch mit Hilfe des Brandteams in einem 2 1/2 jährigen Masterplan dargestellt hatten, in die Praxis umzusetzen. 30 Monate waren geplant, um das gesamte Sortiment im Verpackungsdesign und in den Auslobungen umzustellen, einige Serien ganz neu zu entwickeln und andere wiederum zu streichen. 

 

Der Masterplan sah auch vor, dass wir alle Kunden und Lieferanten über unsere neue Markenpositionierung informieren mussten. Ebenso sollten wir auch unser eigenes Personal schulen. Wir wollten den Masterplan unseren Vertretungen weltweit vorstellen und zwar in vier Veranstaltungen, die wir in Düsseldorf, Istanbul, Hong Kong und Atlanta planten. Der Zeitpunkt wurde bestimmt durch die Fertigstellung der Neuentwicklung unserer beiden Serien für die unreine Haut und für die Mischhaut, OILY SKIN und COMBINATION SKIN genannt. Demnach fand im Mai 2010 die erste Veranstaltung im Hotel Inside in Düsseldorf statt. Zu dieser Veranstaltung kamen 19 Länder, vor allem aus Westeuropa. Es folgte dann die zweite Veranstaltung in Istanbul im Juni, an der wiederum fünfzehn Länder teilnahmen, vor allen Dingen auch unsere großen Kunden aus Russland und der Ukraine. Unsere asiatischen Partner trafen wir anlässlich der Kosmetikmesse Cosmoprof Hong Kong im November und schließlich haben wir alle US-amerikanischen Distributoren sowie die Vertreter aus Kanada, Mexiko und Ecuador nach Atlanta eingeladen. 

 

Was alles in 2010 geschah

Nach dem wir krisenbedingt in 2009 einen Rückschlag erlitten hatten, wollten wir nun in 2010 wieder Tritt fassen. Begonnen hatte das Jahr noch wie gewohnt, das heißt in den verschiedenen Ländern fanden Schulungsveranstaltungen oder Messen statt, die wir sponserten; umgekehrt empfingen wir auch immer wieder Kundengruppen in Aachen. Im Januar hatte eine Gruppe georgischer Kosmetikerinnen eine Schulung in Minsk in Weißrussland erhalten, denn für dieses Land war es ihnen leicht möglich, ein Visum zu erhalten. 

 

Renate Beimel war im Februar zum ersten Mal nach Slowenien gereist, wo Simona Zupancic schon seit zwei Jahren die Vertretung übernommen hatte. Es ist ein kleines Land und wir haben sicherlich keine zu großen Erwartungen an die Geschäftsentwicklung dort. War das Land Slowenien zu Beginn des EU-Beitritts noch Musterschüler gewesen, so war die Krise auch hier nicht spurlos vorüber gegangen. Wir nahmen selbstverständlich wieder an den beiden Messen in Paris und Düsseldorf teil, denn es galt sowohl Jak Cosmetic mit Herrn Korte, als auch Pascal Jourdan in Frankreich zu unterstützen. 

 

In den ersten Monaten des Jahres gab es im Produktbereich hauptsächlich Neuerungen bei unseren Wellness-Artikeln. Zum einen wurde das Sortiment gestrafft und die weniger erfolgreichen Rituale gestrichen. Auf der anderen Seite kamen zwei Produktgruppen hinzu. 

Dies war vor allen Dingen die Entwicklung von sechs Cremepackungen, die wir gerne als eigene Alternative zu unseren Puderpackungen für den Körper haben wollten. Das gleiche galt für ein eigenes Massage-Öl, das wir genau wie die Puder-Packungen in Frankreich kauften. Abgerundet wurde das ganze durch ein Frischespray, „Eau Fraiche“ genannt. Wichtiger war aber noch die Einführung eines neuen Rituals, welches  auf einer regionalen Spezialität aufbaute, nämlich einem Moor-Extrakt. Wir nannten deshalb dieses Ritual auch „Eifel Moor“.

 

Ein großes Erlebnis war für mich allerdings meine erste Reise nach Pakistan, wo ich zusammen mit Jutta Janzen der Einladung unseres Vertreters Sohail Ahmad und seines Bruders Atif gefolgt war. Die Reise brachte uns durch fünf Städte in sieben Tagen. Schon am Ankunftstag morgens früh in Karachi schleppte man mich ins Fernsehstudio, wo ich die Gelegenheit hatte, die Marke und unsere professionelle Kosmetik ins rechte Licht zu rücken. Anschließend war eine große Veranstaltung in einem stark bewachten Hotel, zu der etwa 1.100 Teilnehmer erschienen. Jutta und ich wir waren hier auf Wolfram Langer gestoßen, dem Inhaber der Firma Kryolan aus Berlin, der mit seiner Make Up Marke schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich mit Sohail zusammen arbeitete. Wolfram Langer sollte uns die ganze Woche begleiten. 

 

Am nächsten Tag ging es weiter mit dem Flugzeug nach Multan wo wir unsere Vorführungen vor etwa 350 Teilnehmern zeigen konnten. Jutta wurde immer unterstützt durch die Chefkosmetikerin von Sohail, nämlich Saiwa. Wir kannten sie schon von den Schulungen in Aachen und sie machte ihr Handwerk recht gut. Von Multan fuhren wir mit dem Bus durch den Punjab nach Lahore, wo es am Morgen des Tages unserer Ankunft einen Anschlag gegeben hatte mit vielen Toten. Bei uns zu Hause machte man sich schon Sorgen, wir selbst aber wussten von nichts, man bekam das einfach nicht mit. Wie auch, es kamen immerhin 800 Personen zu dieser Veranstaltung. Nächste Station war Rawalpindi, das wir wieder mit dem Flugzeug erreichten. Auch hier waren an die 600 Teilnehmer, alles moderne, aufgeschlossene Frauen der besseren Mittelschicht, die uns ihre Aufwartung machten. Sie waren durchaus gebildet, sehr professionell und neben der Pflegekosmetik natürlich auch sehr an Make Up und an Haarkosmetik interessiert, viele hatten auch einen Frisiersalon. Auf der Reise begleitete uns auch ein Haardesigner der Firma Framesi aus Italien. Er stammte aus Malta und reiste auch für seinen Arbeitgeber durch die ganze Welt.  

 

Ob der langen Reisewege hatten wir nur sehr wenig Zeit, um uns um Land und Leute zu bemühen, worauf auch alle Teilnehmer nicht sehr vorbereitet waren. Von Lahore aus fuhren wir allerdings einmal im kleinen Bus zur Grenzstation an der indischen Grenze (India, our enemy...wie Sohail sagte), um dort den Wachwechsel zu erleben. Ebenfalls im kleinen Bus ging es weiter nach Islamabad, der Landeshauptstadt und letzten Station unserer Reise. So kamen wir nicht umhin, hier einige Moscheen und Kunstdenkmäler zu besichtigen. Islamabad ist aber am Reißbrett entstanden und hat deshalb nicht den Charme einer historisch gewachsenen Stadt. Auch in Islamabad waren noch einmal 600 Gäste erschienen, sodass wir in den wenigen Tagen wohl über 3.000 Kontakte gehabt hatten.

 

Von Rawalpindi ging es wieder mit dem Flieger zurück nach Karachi und dann sofort nach Hause. Sohail und sein Bruder hatten alles hervorragend organisiert, es hatte uns an nichts gefehlt und zum Glück hatten wir ja auch alles gut überstanden.

 

Wieder in Deutschland angekommen, stand die Messe Düsseldorf an, die diesmal noch nach altem Design, den Holzmöbeln gestaltet war. Zur gleichen Zeit weilte auch eine Gruppe polnischer Kosmetikerinnen zu einem Seminar in Aachen, welches sehr erfolgreich war. Die Gesamtentwicklung in Polen bereitete uns allerdings etwas Kopfzerbrechen, denn wir waren nun schon seit mehreren Jahren nicht mehr vorangekommen. 

Im März sponserten wir auch zum ersten Mal das Aachener Bridgeturnier zugunsten von UNICEF. Die Mutter unserer Mitarbeiterin Eva Mevissen hatte dies mit ihrer Tochter eingefädelt.

 

Das Design für die Messen in Bologna gestaltete auch diesmal wieder unser italienischer Distributor, die Firma Interbeauty. Sie machten dies auch mit großer Professionalität. Da viele ausländische Vertretungen von uns nach Bologna kommen, ist es immer wichtig, dort einen schönen Messestand zu haben. 

 

Es war aber genau das Jahr des Vulkanausbruchs auf Island, was auch den Ablauf der Messe in Bologna stark beeinträchtigte. Da wir keinen Flieger für den Rückflug fanden, nahm unser Verpackungsvertreter Herr Steuckart uns im PKW mit nach Hause und Erik musste einige andere Gäste, nämlich unseren Freund Ken He aus China, später in Stuttgart abholen, da er mit der Firma Berrywell, die zu Titania gehörte, nach Deutschland zurückgereist war. 

 

Auch in Prag, in Trencin in der Slowakei sowie in Bukarest fanden Kosmetikmessen statt, die allesamt von unseren Partnern gestaltet wurden. In Bukarest war zum ersten Mal Renate Beimel vor Ort. Auch in Rumänien waren wir nicht so recht zufrieden mit der Geschäftsentwicklung, ähnlich wie in Bulgarien. Ulrich hatte im Mai an einem Seminar in den Niederlanden teilgenommen, dies zur Unterstützung unseres Verpackungsrelaunchs. Bohumila leitete ebenso ein Seminar in Martin in der Slowakei, was wir auch an dem stets steigenden Umsatz in diesem Land merkten. 

 

Nach der Messe in Bologna führten wir noch eine Generation neuer Kabinenprodukte ein, nämlich die Phytogen Pudermasken Ultra, die als Alternative zu unseren bereits seit Jahren vermarkteten Peel Off Pudermasken Phytogen gedacht waren. Im Gegensatz zu diesen bestanden sie aus einer Grundlage von Alginat und Glucose, also Zucker und spendeten deshalb noch mehr Feuchtigkeit. Später sollte sich beweisen, dass nicht alle Institute gut damit zurechtkamen, weshalb wir heute noch immer beide Versionen im Sortiment führen, wenn gleich in geringerer Anzahl.

 

Am 12. Mai empfingen wir für ein paar Tage Gäste aus Saudi Arabien in Aachen. Es waren überwiegend Ärzte, Männer wie Frauen, die zum Teil schon länger mit unserem Partner Naser al-Harbi in Verbindung standen. Der Markt war aber vor allen Dingen sehr schwierig wegen der Importbeschränkungen, die nicht leicht zu überwinden waren. Ein weiterer Höhepunkt war das Seminar mit den Kosmetikerinnen aus der Ukraine, die meist als Belohnung für ihre hervorragende Arbeit mit unseren Produkten nach Deutschland reisen durften. Die Ukraine gehört zu unseren großen Kunden und ist somit eine feste Größe in unserer Umsatzplanung. 

 

Während all dieser Events und Ereignisse liefen die Vorbereitungen für den Beginn unseres Verpackungsrelaunchs auf Hochtouren. Auch intern gab es mehrere Seminare, die Führungsmannschaft hatten wir einmal für zwei Tage zur Jugendherberge Colynshof gebeten, damit wir dort in Ruhe die inneren und äußeren Werte unseres Unternehmens diskutieren konnten, um diese aber vor allen Dingen erfolgreich festzulegen und umzusetzen. 

 

Im Juni reisten Ulrich und Reinhard in die Türkei nach Ankara, zu einer Aussprache mit unserem Distributor Gürsel, denn wir waren wegen seiner miserablen Zahlungsmoral frustriert. Es gab eine möglich Alternative, einen Mediziner den wir in Düsseldorf kennengelernt hatten. Ulrich und Reinhard setzten dann aber doch Gürsel ziemlich unter Druck, sie wollten es noch einmal mit ihm versuchen. Eine Entscheidung, die zunächst als richtig zu erkennen war, an seiner Zahlungsmoral jedoch nichts änderten.  

 

Im Spa in Roetgen regte der Innenarchitekt Michael Simlinger, der das neue Spa gestaltet hatte, an, am Tag der Architektur ein offenes Haus zu zeigen. Simlinger wollte die Gelegenheit nutzen, „seine“ Spa-Einrichtung interessierten Besuchern vorzuführen. 

Cornelia Funke war unsere  Spa-Managerin, in 2009 war ja noch ein zweites Spa im Art Hotel Superior in Burtscheid entstanden. So richtig rund lief die Sache aber noch nicht: Ein Grund war das Personal, ein anderer war Herr Papas, der Vermieter und gleichzeitig Betreiber der Roetgen Therme. 

 

Renate Beimel war im Juni noch zu Schulungen nach Ashgabat in Turkmenistan, zu unserer Vertreterin Oksana Bayramova gereist. Oksana war eine ebenso charmante wie stille, aber äußerst effiziente Vertreterin, die unter schwierigen Umständen gute Umsätze erzielte. Insofern war ein Besuch bei ihr nach so erfolgreicher Zeit jetzt überfällig. 

 

Am Ende des Monats erreichte uns eine sehr traurige Nachricht. Während seines Urlaubsaufenthalts in Portugal verstarb plötzlich und unerwartet unser deutscher Vertreter Jürgen Korte in einem dortigen Hotelzimmer an Herzversagen. Mit seiner Gattin Roswitha hatte er eine Woche Urlaub gemacht, anlässlich ihrer Silberhochzeit. Beim Auschecken fand ihn seine Frau tot im Bett liegend. Für uns in der Firma und für alle, die mit Jürgen zusammenarbeiteten, aber natürlich an allererster Stelle für seine Familie, war dies ein schwerer Schock. Ich war zunächst bemüht, die Witwe und auch die Mitarbeiter zu beruhigen, so gut es ging, bot meine Hilfe an und versicherte, dass alles so weiter gehen solle wie bisher. Frau Korte erwies sich als äußerst tapferer und gefasster Mensch, die in ihren beiden Zwillingstöchtern, die schon erwachsen waren und in der Ausbildung standen, eine starke Stütze fand. Mit Frau Peters im Innendienst und mit Frau Heinicke bei der Marketingplanung und den Schulungen hielten sie das Geschäft aufrecht, so dass es bis Jahresende noch nicht mal zu einem Einbruch kam. Ich hatte aus heiterem Himmel einen guten Geschäftsfreund verloren. Mit Herrn Korte waren wir seit 2001 verbunden, er hatte zunächst als Handelsvertreter gearbeitet und ab August 2006 als eigenständiger Distributor. Fast genau zehn Jahre war also die Distribution in Deutschland mit seinem Namen verbunden.

 

Im Monat Juli war noch einmal eine Gruppe aus der Ukraine zu Gast, diesmal allerdings von dem Vertreter in Charkow, der parallel zu Rudolf Geller mit wachsenden Umsätzen importierte. Es wurde uns dann allerdings zu brenzlig, und ein Jahr später, Ende 2011, wurde die Geschäftsbeziehung gekappt, da sie gegen unsere Exklusivitätsvereinbarung verstieß. Die Krakauer Schule für Gesundheit und Kosmetik besuchte uns im August wieder mit einer Gruppe frischer Absolventinnen und zusätzlich hatten wir noch ein weiteres Seminar in Aachen mit einer finnischen Gruppe. Es war das erste Mal in nahezu zehn Jahren Geschäftsbeziehung, dass uns Kosmetikerinnen aus Finnland besuchten. 

 

Neu überarbeitet werden mussten zwei wichtige Rezepturen unseres Sortiments, das Reinigungspräparat  Sensitive Creamy Cleanser und das Peeling Mild Face Rub, beide aus der Ultime Secrets Serie. Ich erwähne dies, weil für diese Veränderung technische Gründe vorlagen, die auch über die Kontrolle des Chemischen Untersuchungsamtes, später Amt für Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz, zum Vorschein kamen. Aus dem Cleanser wurde nun auch das Erdnussöl entfernt. 

 

Einen neuen Kontakt hatten wir indes mit zwei Russinnen, die in Luxemburg ansässig waren. Da der belgische Vertreter hier nicht aktiv war, machten wir eine Vereinbarung mit Julia und Olga von Concept Lux und schulten sie in Aachen. Eine weitere Veranstaltung folgte zwei Monate später in Luxemburg selbst, wobei wir Gelegenheit hatten, ein Dutzend Gäste zu begrüßen. Das Seminar und die Präsentation führte ich selbst durch. Es war das erste Mal, dass wir im Großherzogtum überhaupt Geschäfte machten, die beiden Vertreterinnen unterhielten selbst ein Schönheitsinstitut auf dem Kirchberg, wo sie als tüchtige russische Professionelle wohl erfolgreich arbeiteten. Ende August reisten  Elka und ich auch noch nach Heiloo in Holland, wo Bas und Cindy ihre Hochzeit nachfeierten im Kreise der Familie und mit Freunden. Die beiden hatten in der Toskana geheiratet und es war für uns Ehrensache, der Einladung zu folgen. 

Im September besuchten Emil und Bohumila mehrere Messen und Veranstaltungen, um Janssen Cosmetics in Szene zu setzen. Das eine war die Messe in Prag, das andere das Sponsoring für ein Golfturnier. Bohumila spielte jetzt hin und wieder Golf. Danach fand die schon traditionelle Messe in Trencin in der Slowakei statt. In Aachen bereiteten wir uns derweil auf den Start des Verpackungsrelaunchs vor, der im Oktober mit der Präsentation des gesamten Masterplans und der beiden neuen Serien OILY SKIN und COMBINATION SKIN beginnen sollte. Hierzu mussten zunächst alle Mitarbeiter intern geschult werden. 

 

Vorher gab es allerdings noch einige Seminare in unserem Schulungszentrum in Aachen, so mit Gästen aus der Ukraine, aus Moldawien und aus Weißrussland. Hinzu kamen Gäste aus den USA im  September. Es war allerdings stets eine Herausforderung mit amerikanischen Gästen, da wir ihre Daten und Reiserouten nur immer sehr schwer in Erfahrung bringen konnten. 

 

Der Monat Oktober war dann erneut sehr hektisch. Zunächst gab es da die kleine Veranstaltung in Luxemburg, die ich bereits erwähnte. Aber auch in der Slowakei führte Bohumila noch einmal ein Seminar durch, bei einer ersten Messe in Bratislava.  An der Messe Estetika in Brüssel nahm unser belgischer Partner teil, er hatte aber auch schon seit einigen Jahren keine Fortschritte mehr erzielt und erlaubte uns nach neuen Partnern zu suchen.

 

Erst jetzt folgten die geplanten, internationalen Veranstaltungen in Düsseldorf und in Istanbul. Diese Veranstaltungen, verbunden mit zwei weiteren im November und Dezember und zwar in Hong Kong und Atlanta, waren der Auftakt beziehungsweise der Einstieg in unseren Masterplan, Dieser war die minutiös von Eva Mevissen ausgearbeitete Marschroute für den gesamten Umbau der Sortimentsarchitektur im Rahmen unserer neuen Markenpositionierung und dem damit verbundenen Verpackungsrelaunch. Eva hatte dies alles in einer eigens angefertigten Informationsbroschüre dargestellt, und das gleich in acht Sprachen. Diese Sprachen seien hier noch einmal genannt, denn es waren auch jene Sprachen, die ab nun unsere Faltschachteln zierten: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und Chinesisch. 

 

Für das International Marketing Meeting in Düsseldorf im Oktober hatten wir vor allen Dingen die westeuropäischen Partner eingeladen, die auch fast ausnahmslos der Einladung folgten. Insgesamt waren 19 Länder vertreten und die Veranstaltung verlief in zwei Gruppen, einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch. Für Frankreich und Italien waren Übersetzer zur Stelle. Die gesamte Präsentation war ein großer Erfolg, alle Mitarbeiter im Marketingbereich hatten zum Gelingen beigetragen und es gab überwiegend positive Resonanz. 

 

Ähnlich sah es dann auch bei dem Meeting in Istanbul aus, wo auch wiederum 18 Nationen teilnahmen, unter anderem natürlich unsere russischsprachigen Partner von Osteuropa bis Zentralasien. Selbst unsere griechischen Freunde hatten sich hier angemeldet und ihre Kompetenz wurde auch generell anerkannt. Vanity Cosmetics mit Panos und Simina waren unsere neuen Partner für Hellas, bedeutend mehr in der Profikosmetik involviert als die vorherigen, die mehr aus dem Pharmazievertrieb kamen. Gürsel aus Ankara hatte bei der Organisation mitgeholfen, die Tagung selbst fand im Novotel statt. Auch die wichtigen Partner aus Moskau brachten sich stark, auch manchmal kritisch in die Diskussion ein, hier waren vielleicht insgesamt etwas mehr kritische Stimmen zu hören. Aber dies sollte sich recht bald alles einrenken, denn vor allen Dingen unsere russischen Partner lernten Eva Mevissen kennen und waren von ihr und ihrer Arbeit begeistert. Danach lief der Rest wie von selbst. 

 

Hauptthema beider Veranstaltungen und der beiden folgenden war natürlich die Präsentation des gesamten Drei-Jahresplans, aber insbesondere der beiden ersten Serien, die umgestellt wurden, OILY SKIN (unreine Haut) und COMBINATION SKIN (Mischhaut). Für beide Serien waren neue Entwicklungen vorausgegangen und in Düsseldorf ließ Dr. Sacher es sich nicht nehmen, die Erläuterungen hierzu selbst vorzutragen. 

Das Design entsprach ab jetzt auch einem klinischen Weiß mit Farbkodierung nach Hauttypen. Auch die Primärverpackungen (Tiegel, Flaschen und Spender) waren ab jetzt in glänzendem Weiß. 

 

Zum Abschluss des Monats besuchte uns dann erstmals unsere Vertreterin aus Mexiko mit einer kleinen Gruppe von Kunden. Sie hatten eine Reise nach Europa gebucht, die sie zu uns, aber auch nach Italien und nach Barcelona führen sollte. Nach Jahren des Erfolgs stagnierten die Geschäfte in Mexiko, dies war aber ob des Drogenkrieges und der Zustände dort nicht ganz überraschend. 

Der November war nicht weniger hektisch als der Vormonat, denn bevor es für das asiatische Meeting nach Hong Kong ging, kamen noch unsere Vertreter aus Irland zu einer Schulung nach Aachen. Sie hatten ja die Distribution übernommen, gerade zu dem Zeitpunkt als die Finanzkrise ausbrach, so dass wir leider den erhofften Erfolg dieser Marktöffnung nicht genießen konnten. Das Land Irland war ja auch stark betroffen. Nun wollte man einen zweiten Anlauf unternehmen. 

 

Vanity Cosmetics in Griechenland, die ebenfalls gestartet waren, als die Krise dort ausbrach, bemühten sich redlich und nahmen an der Kosmetikmesse in Athen im November. Wir wollten sie auf jeden Fall weiter unterstützen, denn das junge Pärchen war doch sehr rührig gewesen und wahrscheinlich unsere beste Alternative für diesen Markt. 

 

Wenn man unseren Einsatz betrachtete, so konnte eigentlich mit der Umsatzentwicklung nichts schief gehen. Die Herausforderung war allerdings, dass wir unseren über 70 Vertretungen unseren Brand Relaunch in kürzester Zeit vorstellen und ihnen einen präzisen Zeitplan zusätzlich mit auf dem Weg geben wollten. Auch standen die beiden Veranstaltungen in Hong Kong und in Atlanta, für Asien und für Amerika, noch an. 

 

Zunächst kamen dann allerdings noch unsere russischen Kosmetikerinnen zu einem Seminar nach Aachen. Es war wie immer hochkarätig besetzt und bot uns auch Gelegenheit, den Marken  Relaunch hier zu präsentieren. Besonders in diesem Jahr ruhten große Hoffnungen auf dem Umsatz der russischen Partner, denn im Vorjahr war der starke Rückgang in diesem Markt hauptverantwortlich für unseren Einbruch generell. In Lettland hatte Rihard Akmentins im Frühjahr neue Räume bezogen. Er wollte ursprünglich auch eine Eröffnungsfeier organisieren, wegen unserem Zeitplan in Aachen wurde allerdings nichts daraus. Es war vielleicht aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.

 

Die Veranstaltung in Hong Kong zur Vorstellung unserer neuen Markenpositionierung fand im Rahmen der Cosmoprof Asia statt, da ohnehin schon einige Vertreter nach Hong Kong reisten. Insgesamt waren 12 Länder anwesend, sodass wir auch unseren asiatischen Partnern alle Überlegungen aus erster Hand vorstellen konnten. Der Inhalt des Seminars war natürlich der gleiche wie bei allen vorherigen Veranstaltungen.

 

Nur zwei Wochen später, Anfang Dezember, trafen wir uns mit den amerikanischen Distributoren, für die USA waren das ja sechs, hinzu kamen aber Kanada, Mexiko und Ecuador. Auf der Veranstaltung wurde auch mehr debattiert als zum Beispiel in Düsseldorf oder Hong Kong, alles in allem waren aber die Gäste von dem neuen Konzept überzeugt. Etwas Streit gab es über die Präsenz von Janssen Cosmetics im Internet, was vor allen Dingen vehement von Ed Beck abgelehnt wurde.

 

Nachdem wir in Istanbul auch noch einmal unseren iranischen Vertreter, Dr. Jabbabarian, getroffen hatten, war es zur Planung eines Seminars in Istanbul gekommen, denn es war sehr schwierig, Gäste nach Aachen zu holen und auch Renate in den Iran zu entsenden. Deshalb organisierte Dr. Babak sein Seminar selbst und wir unterstützten ihn dabei, vor allen Dingen finanziell und mit Ware und mit der Präsenz von Renate. Auch in Estland hatten Priit und Inna mit sehr viel neuem Schwung die gerade erlernte Markenpositionierung unseres Hauses auch den Kunden in Tallinn bekanntgemacht, wir waren diesmal nicht vor Ort, wollten dies aber nachholen,

 

Letzte Produktergänzung des Jahres war im November die Einführung der Körpercreme bei Dr. Roland Sacher. 

 

So neigte sich ein ereignisreiches Jahr dem Ende zu und wir konnten zufrieden sein. Im Jahr 2010 betrug der Umsatz des Unternehmens 7.477.000 €. Dies war eine Steigerung von nahezu 10 %. Aufgrund von Sonderabschreibungen in den USA war der Ertrag jedoch negativ und zwar um 480.000 €. Wir mussten auf diese Art und Weise ein für alle Mal die Bilanzen bereinigen, zumal auch unser Kreditbedarf wieder anstieg, diesmal wohl auch aufgrund des neuen Wachstums. Im Personalbereich hatte es in 2010 keinerlei Veränderungen gegeben, nur unsere Auszubildende Christina Rummert hatte vorzeitig die Ausbildung abgebrochen. 

 

UMSATZ 2010:          7.477.048   (- 480.019)   wegen USA

LÄNDER:                  Bulgarien, Costa Rica, Griechenland, Luxemburg

NEUE ARTIKEL:  OILY SKIN, COMBINATION SKIN

 

Die Ereignisse und die Geschäftsentwicklung des Jahres 2011

 

In 2011 wurde der Verpackungsrelaunch fortgesetzt. Höhepunkte in der Verpackungsänderung waren zunächst im Januar die Umstellung unserer Anti-Age Serie Opus Belle, die jetzt unter dem Hauttypen-Kode SKIN REGENERATION in goldener Codierung präsentiert wurde. Es gab zwar hier und da leichtere Rezepturänderungen, ansonsten aber blieb die Serie unverändert. Auch die Ampullenschachteln wurden ab dem Frühjahr schrittweise auf das neue Design umgestellt, unter der Kategorie „Ampoules“, nur als Kabinenware. Ebenso kam es auch in Etappen zur Anpassung des Verpackungsdesigns für die Produkte All Skin Types, also für solche Rezepturen, die für alle Hauttypen geeignet sind.  

 

Im Januar des Jahres 2011 hatte ich Gelegenheit, an einem Ereignis teilzunehmen, welches man als Mitteleuropäer wohl auch nicht alle Tage erlebt. Es war die Hochzeit des indonesischen Geschäftspartners Efendi mit seiner um 10 Jahre jüngeren Frau Yanti. Auch Elka war eingeladen, sie hatte aber wegen ihrer Fußoperation verzichten müssen. So reiste ich denn diesmal alleine nach Jakarta, traf allerdings vor Ort den chinesischen Partner Ken He, der ebenfalls Gast der Familie war. Die Familie des Efendi, ethnische Chinesen, war schon mehrmals bei uns zu Gast in Aachen gewesen, zuletzt anlässlich des Jubiläums in 2007. Es war für mich die erste Reise nach Indonesien, auch Bali habe ich nie besucht, und so war ich froh, dass auch noch etwas Zeit blieb für private, landschaftliche und kulturelle Besichtigungen. 

Die Hochzeit selbst verlief nach buddhistischem Ritus, auch die Braut gehörte wohl der chinesischen Volksgruppe an, stammte allerdings von einer Nachbarinsel. Efendis Familie war in Medan zu Hause. Die weltliche Feier am Strand war ein grandioses Fest mit über 200 Gästen, wo ich auch Studienkollegen und Freunde von Efendi traf, der ja in Australien studiert hatte. Andere wiederum hatten eine Universität in Europa besucht, zum Beispiel Leiden in Niederländisch Brabant.

 

Noch im Januar reisten Ulrich und ich auch erstmals zu einer Präsentation in die Niederlande, genau genommen nach Zeist, wo Cindy und Bas ihre Kunden zu einem Event rund um den Relaunch eingeladen hatten.  Die Präsentation mit über 100 Teilnehmern war überaus erfolgreich. Emil berichtete ebenfalls über die Seminare, die er mit Bohumila in ganz Tschechien durchführte, so auch jetzt wieder zum Beispiel in Prag. Da die beiden selbst ja in einer kleinen Stadt in Mähren leben, ist Prag immer eine Herausforderung der besonderen Art.

 

Reinhard vollzog im März eine Reise, die ihn nach Singapur, Malaysia und Thailand führte. Singapur hatte sich als Partner in den letzten Jahren gut entwickelt, Malaysia wurde auch von Josephine Tan betreut. In Thailand gelang es Reinhard, Napasorn Pranich endlich mal zu einer verbindlichen Zusage zu bewegen, die Distribution unseres gesamten Sortiments zu übernehmen. Sie war schon seit 1999 dabei, lange Jahre nur mit Collagenmasken. Der Monat März ist aber auch der Monat der Messen in Deutschland und Italien, und zwar Düsseldorf und Bologna. Für Düsseldorf hatte unsere Marketingleiterin geplant, noch eine doppelte Strategie zu fahren. Der Hauptstand war eine Mischung aus altem Design und neuem Markenprofil, daneben gab es in der Luxushalle aber einen zweiten Stand,  der unsere neue Corporate Identity deutlich machen sollte. Ulrich war alleine in Bologna, da die Veranstaltungen am gleichen Wochenende stattfanden. In Frankreich nahmen wir in diesem Jahr nur an einer Veranstaltung teil, dem Congrès des Nouvelles Esthétiques. Wir gewannen dort den „Prix de l`Innovation Humbert Pierantoni“ für unsere Regenerationsserie, der früheren Opus Belle Pflegeserie für reife Haut, jetzt im neuen Gewand. 

 

Ulrich flog im April in die USA und besuchte neben Atlanta auch noch einmal die Messe in Miami, an der Jennifer teilnahm. Dort wurde der Firma Janssen Cosmetics ein weiterer Preis verliehen, nämlich für herausragende Schulungsleistungen im spanisch-sprechenden Raum Amerikas, angezettelt von unserer mexikanischen Vertreterin Irma Betanzos, die einen hervorragenden Ruf für ihre Schulungen hat und auch einen besonderen Draht zu der Zeitschrift „Enlace“, die diesen Preis verlieh.

 

Renate war nach Klara Doert unsere zweite Kosmetikerin, die auch nach Amman in Jordanien reiste. Die Partnerschaft dorthin besteht zwar auch schon sehr lange, ist aber nicht besonders entwickelt. In allen arabischen Ländern ist die professionelle Kosmetik, wenn dann überhaupt, nur in den großen Hotels vertreten und da spielen wir leider noch keine allzu große Rolle.

 

Im Mai hatten wir einen starken Besuch nach Moskau, wo wir einmal unabhängig von den Messen mit dem Marketingteam über die Zusammenarbeit im Rahmen des Brand Relaunch sprechen wollten. Deshalb reiste neben Reinhard und mir auch Eva Mevissen mit, unsere Marketingleiterin, und Andrej Hake, unser Dolmetscher, der uns auch auf den Seminaren schon seit Jahren zur Verfügung stand und hervorragende Arbeit leistete. Die Reise wurde denn auch ein Erfolg, Eva kam bei den russischen Mitarbeiterinnen gut an und verstand es, die Grundlage für eine freundliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit auch in Marketingfragen zu legen, die sich auch in Zukunft noch auszahlen würde. Es war auch aus meiner Sicht der Beginn einer anderen Qualität der Zusammenarbeit mit unserem größten Kunden, auch auf der Ebene der Mitarbeiter. Im gleichen Monat besuchte Renate Beimel noch einmal die Messe in Birmingham, die aber leider kein großer Erfolg war. 

 

Der Monat Juni war vorgesehen für eine Seminarreihe in China, an der Reinhard teilnahm, aber auch Krestyna Batty, die Kosmetikerin aus England, die einige Jahre die Vertretung in Australien innehatte, jetzt aber mit ihrem Mann in Hong Kong lebte. Sie springt besonders ein für Schulungen im asiatisch-pazifischen Raum und auch besonders häufig für Ken in China. Renate selbst führte ein Seminar in Istanbul durch, zu dem der iranische Partner Dr. Babak wieder ein Dutzend Ärzte eingeladen hatte zu einem Motivationsseminar. Dr. Babak lud seine Kunden statt in den Iran eher in die Türkei ein, denn hier bestand kein Visazwang.

 

In diesem Monat kam es zu einem weiteren Höhepunkt in unserer Produktinnovation, nämlich der Vorstellung unserer neuen zertifizierten Biokosmetikserie Janssen Organics. Dr. Sacher hatte an diesen Präparaten nahezu zwei Jahre gearbeitet, nachdem wir bereits in 2008 entschieden hatten, auch eine solche Produktreihe zu entwickeln. Die Testergebnisse waren sehr gut, sodass wir durchaus berechtigte Hoffnungen hatten, dass die Produkte gut ankommen würden. Wir wollten hiermit neue Verwender-Schichten erschließen und nach einem guten Jahr konnten wir sagen, dass die Serie ihre Position im Markt gefunden hatte. In den Folgejahren ließ allerdings der Hype für Bio-Kosmetik etwas nach, zumindest in der professionellen Kosmetik.

 

Ein weiteres großes Fest veranstaltete dann die Firma Balance Cosmetic aus Moskau, zum Anlass ihres zehnjährigen Jubiläums der Zusammenarbeit mit Janssen Cosmetics. Die Veranstaltung fand im Steigenberger Hotel in Berlin statt, ein Rahmenprogramm war auch vorgesehen. Reinhard und Eva hatten die notwendigen Vorbereitungen getroffen, um den Marken Relaunch zu vermitteln und auch einige neue Produkte vorzustellen, die wir gerade einführten, speziell die neue zertifizierte organische Serie, Janssen Organics. Elka war diesmal auch mitgefahren und wir trafen auch noch Birgit und Jürgen Kassin, die für ein paar Stunden nach Berlin gekommen waren, um uns zu treffen.

 

Rund um die Welt nahmen unsere Vertretungen an Kosmetikmessen teil, so unser koreanischer Partner am CIDESCO Kongress in Seoul, die Mexikaner an einer Messe in Mexicalia und unser britischer Vertreter Wellness Trading in London Exel. Etwas später, im Oktober, gab es dann noch die Messen in Slowenien und in Indonesien.

 

Im August war erneut eine kleine Gruppe amerikanischer Kunden bei uns in Aachen zu Gast, und die Seminare setzten sich auch im September fort mit Kosmetikerinnen aus Norwegen in Begleitung von Katrine und einigen weiteren Gäste aus den USA. 

 

Die Sommermonate brachten dann noch, entsprechend unseres Masterplans, die Umstellung der Herrenserie Opus Est, die jetzt MAN getauft wurde, und neben Face, Body und Sun eine eigene Kategorie unter den Cosmeceuticals einnahm. Ebenso erfolgreich war allerdings auch die Umstellung zweier wichtiger Serien unseres Hauses verlaufen. Zunächst war das Supreme Secrets, das jetzt DEMANDING SKIN hieß und für die reife Haut als pre-aging Serie positioniert wurde, mit einer silbernen Kodierung. Alsdann war DRY SKIN, die bisherige Ultime Secrets Serie, in blauer Kodierung, durch einige neue Rezepturen ergänzt worden: ein Face Oil, eine Augen-Lotion und mit Hyaluronkapseln. 

 

Ein großes Ereignis war im September die 10-Jahresfeier der russischen Vertretung, diesmal in Moskau, mit allen Untervertretungen aus der ganzen russischen Föderation. Neben Vorträgen im Hyatt Hotel gab es auch viel unterhaltsames Programm, insbesondere die schon traditionelle Fahrt auf dem Partyschiff über die Moskwa. Die Feier war auch für mich insofern ein schönes Erlebnis, als dass ich natürlich die ganze Entwicklung dieser Firma miterlebt hatte und die man nur beglückwünschen konnte zu dem, was sie in den Jahren erreicht hatte. Janssen Cosmetics ist in Russland eine der führenden Marken in der professionellen Kosmetik mit einer Ausstrahlung in die ganze Welt, oder zumindest überall dort, wo russische Kosmetikerinnen sesshaft wurden. 

Im November reisten wir wieder nach Hong Kong, zur Messe Cosmoprof, diesmal allerdings waren es nur Reinhard und Ulrich. Ich selbst hatte privat einiges zu erledigen, was mir in den letzten Monaten doch viel Zeit nahm, nämlich die Fertigstellung einer Hauseter Chronik und die Vorbereitungen für die Erstellung meiner Rentenverläufe in drei Ländern. Dies alles machte ich neben meiner üblichen Arbeit. Der Masterplan unseres Relaunchs war ja auch noch im vollen Gange.

 

Trotzdem fand ich die Zeit zu einem Besuch in Tschechien und in der Slowakei, wo Emil in Znojmo und Danka Kosakova in Martin im Tatra Gebirge ein Seminar mit den jeweils besten Kunden ihres Landes organisiert hatten und wo ich auch unsere neuen Serien vorstellte. Auch diesmal war Elka mit dabei, denn wir konnten, wenn auch im bescheidenen Maße, einige Wellnessanwendungen genießen in den Hotels, wo wir untergebracht waren. Wir reisten meist mit dem Flugzeug nach Wien, dort holte uns  Emil ab, um dann mit seinem PKW auch in die Slowakei nach Martin zu fahren und von dort dann wieder nach Wien. Für Danka war es auch ein schönes Event, die besten slowakischen Kunden waren vertreten und sie hatte auch in diesem Jahr wieder steigende Umsätze zu verzeichnen. Frau Mevissen besuchte noch die Messe in München, sozusagen vorab, denn wir wollten entscheiden, ob wir in 2012 nicht auch die Messe besuchen sollten. Ulrich und ich wir hatten nämlich mit Roswitha Korte im November Verhandlungen begonnen, und ihr mitgeteilt, dass wir bei Auslauf des Vertrags im Juli 2012 den Vertrieb Deutschland wieder selbst übernehmen wollten. Eine Vorvereinbarung wurde abgeschlossen, die weiteren Verhandlungen allerdings auf das Frühjahr 2012 verschoben. Im Prinzip waren aber Frau Korte sowie Ulrich und ich uns einig. 

 

Letzte Verpackungsumstellungen waren noch angesagt für die Wellness & Spa Produkte, wobei es sich hier ausschließlich um einen Austausch der Etiketten handelte, die jetzt in Weiß mit einer Bilddarstellung gestaltet waren. Die neue Make Up Serie bestand allerdings nicht aus neuen Artikeln, vielmehr vereinte sie die beiden bisherigen Serien Foundation und Camouflage und die Verpackungen waren in Bronze gekennzeichnet. Als Produktneuheit kamen noch im Herbst sechs neue Creme Masken dazu, sie wurden der neuen Kategorie der „Professionals“ zugeordnet und sollten eine eigene Alternative zu den Collagenmasken und den Peel Off Masken werden, mit firmeneigenen Wirkkonzepten. 

 

Somit hatte Frau Mevissen den Masterplan rigoros durchgezogen, was sicherlich Anerkennung verdient. Die Werbemittel, vor allen Dingen die neuen Broschüren, kamen sehr gut an, was ihr auch viel Lob auf internationaler Ebene einbrachte. Es war ein gelungenes, stimmiges Marketingkonzept. Ein kleiner Wermutstropfen war, dass ich mir durch den Versuch, die Wortbildmarke JANSSEN COSMETICS international zu registrieren, einige Probleme eingehandelt hatte. Janssen-Cilag verlangte von uns eine Umstellung des Logos, was wir dann auch verwirklichten, was aber sowohl Frau Mevissen als auch Frau Schmetz viel zusätzliche Arbeit einbrachte, bis weit in das Jahr 2012 hinein. Auch Frau Schmetz hatte ob der neuen Packmittelzeichnungen ohnehin sehr viel Arbeit und meisterte auch dies mit Akribie und großem Eifer. 

 

In 2011 konnten wir trotzdem einige Märkte hinzugewinnen, um die sich unsere Vertriebsmitarbeiterin Snezana Radovic sehr bemüht hatte. Es wurden Vereinbarungen getroffen mit Serbien (hier ersetzten wir Frau Mikovic durch eine ihrer Kundinnen, Olivera Mandic aus Uzice. Wir starteten erstmals in Bosnien-Herzegowina und in Montenegro. Kroatien sollte noch in 2012 folgen. Reinhard war es gelungen, eine Vereinbarung mit Bangladesch unter Dach und Fach zu bringen, hierein setzten wir auch große Hoffnungen, zumal wir in Pakistan sehr erfolgreich waren. Auch das kleine Luxemburg war als 80. Land hinzugekommen. 

 

Die Personaldecke des Unternehmens wurde verstärkt, da wir doch viele Engpässe hatten. Für den gesamten Webbereich kam Safak Can-Arat zu uns, die auch Spezialistin für Online Marketing war und unsere Shops auf Vordermann bringen sollte. Die ganze Arbeit im Internetbereich konnte von Eva nicht so nebenbei erledigt werden. 

Das Lagerpersonal wurde verstärkt durch Michael Sarlette. In 2010 hatten wir schon einen Auszubildenden hinzugenommen, Sebastian Jany als Fachlagerist, er hatte bei Inspira die Lehre gemacht. Auch Lara Wirtz kam als Auszubildende im Groß- und Außenhandel bei Inspira hinzu und Susan Kongkrapan für die gleiche Ausbildung bei Janssen Cosmetics. 

 

Die Weihnachtsfeier der Firma veranstalteten wir auf Gut Hebscheid, weil es uns hier bei unseren privaten Festen so gut gefallen hatte. Die Feier war denn auch grandios, wenn auch einige Damen froren, denn in der kühlen Scheune funktionierten die Bodenheizungen nur am Rande, und draußen hatte es geschneit. Wie dem auch sei, alle waren doch zufrieden und ein weiteres erfolgreiches Jahr kam zu einem schönen Abschluss.

 

Im Geschäftsjahr 2011 betrug der Umsatz 7.664.000 €, womit wir immer noch nicht den Stand von 2008 erreicht hatten. Das Betriebsergebnis lag jetzt bei 164.300 €, da sich auch diesmal erneute Abschreibungen negativ bemerkbar gemacht hatten. 

 

UMSATZ 2011:         7.664.262 €     < 199.187 €>

LÄNDER:                    Arab Emirates, Serbien, Montenegro, Ägypten, Bosnien i Herzegowina

NEUE ARTIKEL:       SKIN REGENERATION, ALL SKIN, DEMANDING, MAN, DRY SKIN, WELLNESS und MAKE UP

 

Und was war denn in 2012 alles los?

 

Das Jahr 2012 sollte erneut ein besonderes Jahr werden, war es doch auch das Jahr, in dem ich in den Ruhestand treten sollte. Hätte man mir vor zehn Jahren gesagt, oder auch noch vor fünf, dass dies ein emotionaler Tag für mich werden sollte, so hätte ich darüber gelacht oder es nicht verstanden. Trotzdem merkte ich jetzt, dass ich seit mehreren Jahren darauf hin gearbeitet hatte. 

 

Da war zunächst die Entscheidung von Elka und mir, unaufgefordert und unkompliziert die Anteile an unserer Firma Janssen Cosmetics GmbH an unsere Söhne zu verschenken. Wir hatten noch immer von Jahr zu Jahr gewartet, in Erwartung einer neuen Gesetzesregelung, als diese aber nicht kam, haben wir es einfach vollzogen. Dank der Beratung von Frau Windelen, unserer Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin, ist es uns auch nach altem Erbschaftssteuerrecht gelungen, eine steuergünstige Lösung zu finden, denn letztendlich zahlten wir nichts. Das war in 2008 gewesen.

 

In diesem Jahr 2012 sollte aber auch der Tag kommen, an dem unsere Darlehen für die Betriebsgebäude alle getilgt waren und dieser Termin war der 31. Juli. Und schließlich hatte ich mich entschlossen, die Geschäftsführung mit meiner Pensionierung in die Hände meiner Söhne zu legen. Die Fotos der Geschäftsführung machten wir schon mal und einige Mitarbeiterinnen regten an, doch auch eine Feier anlässlich unseres 15-jährigen Firmenjubiläums zu veranstalten. Wie dann alles kam, erfährt der Leser etwas später. Zunächst ging im Januar 2012 der Verpackungsrelaunch weiter mit der Bereitstellung der neuen Sonnenschutzserie SUN, die wir als Produkt-Kategorie führten. Auch für diese Serie hatte Dr. Sacher neue Rezepturen entwickelt, die wesentlich mehr Anklang fanden als die Umstellung in 2007. Eine kleinere Serie in der Kategorie Professionals wurde unter dem Seriennamen Essentials zusammengefasst und schließlich hatte das Produktmanagement auch neue Etiketten für die Collagenmasken entworfen, die jetzt auch offiziell Dermafleece hießen. 

 

Im März des Jahres jedenfalls gab es wie gewohnt Seminare in Tschechien und in der Slowakei und im Februar war Renate nach Norwegen gereist, um den Distributor Esthetica bei der Kosmetikmesse zu unterstützen. Der Markt entwickelte sich zuletzt doch sehr positiv.  

 

Auf der Düsseldorfer Messe stand alles ganz im Zeichen der Einführung unserer Körperpflege-Serie BODY. Eva Mevissen hatte keine Anstrengungen und Kosten gescheut, um uns professionell in Szene zu setzen und unter Mitwirkung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann man sagen, dass diese Messe wohl eine der schönsten und erfolgreichsten war, die wir je hatten. Die Firma JAK war schon nicht mehr beteiligt, wir hatten nur noch die Vertreter hinzugeholt, ansonsten stellten wir uns bei den deutschen Kunden inzwischen direkt vor. Im Vorfeld bemühten wir uns, einen Vertriebsleiter oder eine Vertriebsleiterin zu finden, ein Headhunter hatte die Auswahl getroffen und wir entschieden uns letztendlich für Gabriele Riolo, die von CNC kam, einem Mitbewerber im deutschen Markt. Auf der Cosmoprof Bologna in diesem Jahr war nur Ulrich zugegen. 

 

Im März hatten wir auch die Chefkosmetikerin aus Usbekistan bei uns zu Gast zu einer Schulung, in dem Land waren wir im Vergleich zu den Nachbarn unterrepräsentiert. Weitere Messen im Monat März fanden in Trencin in der Slowakei statt sowie in Paris, wo wir erneut einen Preis gewannen, diesmal eben für die BODY Serie, die wir gerade neu entwickelt hatten. Den Preis nahm ich diesmal selbst in Empfang und nutzte die Gelegenheit, auch einmal alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Paris zu einem Dinner einzuladen. In 2011 hatte nämlich Elodie in einem Kraftakt und mit meiner Unterstützung ein Institut in der Rue Saint Honoré eröffnet, nicht weit vom Louvre und vom Trocadero entfernt, also eine gute Adresse, aber auf der ersten Etage. Auch in Polen gewann unser Partner einen Preis für die Regenerationsserie. Schließlich nahm noch im März unser Vertreter in Dubai, Najati Sakka von Lifestyle Aesthetics an der Ausstellun „Derma Dubai“ teil, die wohl mehr für Ärzte bestimmt war.

 

Im März brachten wir eine Produktinnovation auf den Markt, die wir aufgrund eines Vorschlags von Dr. Sacher entwickeln ließen, eine Anti-Age-Creme, der wir den Namen Contour Lift gaben. Da sie nicht in die bestehenden Serien passte, hatten wir sie in einer neuen Serie unter TREND EDITION geführt, wo wir, so war unsere Überlegung, die eine oder andere Neuheit einstufen konnten, ohne stets unser ganzes Konzept über den Haufen zu werfen. Die Trend-Edition Contour Lift bestand aus zwei Artikeln, war in Gold gekennzeichnet und wurde mit einem zusätzlichen Behandlungskonzept angeboten. Die Einführung war sehr erfolgreich. 

 

Im April hatte Efendi in Jakarta zum Grand Opening seines neuen Areals eingeladen, einer Mischung aus Massage Parlour, Wellness- und Aesthetic Tempel. Reinhard flog mit Krestyna Batty aus Hong Kong dorthin. Ebenso absolvierte Lamara, die georgische Kosmetologin aus Moskau wieder ein Seminar in ihrer Heimat in Tiflis und sie machte dies so gut, dass sogar unser georgischer Distributor David Tschedia selbst überrascht war ob des Erfolgs. 

 

Ulrich flog im Mai nach Kanada und in die USA und besuchte neben Jean Brien und seinen Söhnen in Montreal auch Ed Beck in San Antonio sowie Elizabeth in Chicago und Sina in New York. Messen gab es in diesem Monat in Tokyo (Reinhard war diesmal nicht dabei, denn wir hatten auch Yozo Nitta, dem Vertreter, unseren Unmut über zu geringe Umsätze nach all den Jahren kundgetan), sowie Tallinn und Korea. Unser koreanischer Partner gab allerdings wenige Monate später, im August endgültig auf, und sagte, dass er die Vertriebsrechte zu Beginn des kommenden Jahres zurückgeben wolle. Mit etwas Verzögerung konnte die neue Serie für empfindliche Haut, SENSITIVE SKIN, die unsere bisherige Sensitive Secrets ersetzte, erst im Sommer eingeführt werden, eigentlich erst im August. Auch hier waren alle Rezepturen neu entwickelt worden und wir hatten auch wieder Wirksamkeitsstudien und Verbrauchertests durchgeführt. Hierfür zeichnete seit einigen Jahren Jutta Janzen verantwortlich, sie steuerte die Produktentwicklung und die damit verbundene Koordination mit dem Labor Dr. Sacher sehr erfolgreich.

Im Juni reiste Ulrich nochmals in die USA, diesmal begleitet von seiner Frau Antje Janssen-Kassin Sie war zwar noch nicht Angestellte im Unternehmen wurde aber ab dem 15. August eingestellt. Antje ist zuständig für den Zahlungsverkehr, eine Aufgabe, die ich bisher ausgeübt innehatte. Aufgrund ihrer Ausbildung als Bankkauffrau war sie prädestiniert für diese Aufgabe. 

 

Neu eingestellt hatten wir auch bereits im April die Vertriebsleiterin Deutschland, Gabriele Riolo. Die Geschäfte selbst übernahmen wir aber erst zum 1. Juli 2012, womit ein Kapitel zu Ende ging. Die Vereinbarung mit Frau Korte war im Februar unterzeichnet worden und die Übergabe erfolgte reibungslos und kooperativ. Ab jetzt begann die Tätigkeit von Frau Riolo, unterstützt durch unsere Marketingleiterin Eva Mevissen. Wir hatten große Ziele in Deutschland, mussten aber zunächst die Vertriebsstruktur aufbauen. Auch die Seminarplanung musste erstellt werden, um eine reibungslose Übernahme des Vertriebs sicherzustellen. Beides gelang in Ansätzen, vielleicht noch nicht vollständig, aber zum Jahresende stellten wir fest, dass wir wenigstens in dem Halbjahr die 300.000 € Umsatz erreicht hatten, die wir angestrebt hatten. 

 

Schrittweise waren ab dem Frühjahr noch andere Packmittel auf das neue Design umgestellt worden, so zum Beispiel die Peeling Masken und die Peel Off Masken, die auch beide jetzt genauso hießen. Zu all diesen Umstellungen wurden auch neue Kompendium Blätter (Produktbeschreibungen), neue Präsentationsfolder (Produktkataloge) sowie neue Internetdarstellungen entwickelt, womit viele Stellen im Hause beschäftigt waren, über Frau Janzen, Frau Mevissen sowie Frau Schmetz, aber auch Frau Prost, unserer Graphikerin, und schließlich auch Frau Ping und Frau Hong. Eva Mevissen hatte auch die Auszubildende Susan Kongkrapan mit der Gestaltung eines Pultkalenders beauftragt. Es war also für alle eine große Belastung und ich wurde immer wieder darauf hingewiesen, wie viel Arbeit das doch sei. Wenn ich betrachte, mit welchem Einsatz und mit welcher Genauigkeit auf allen Ebenen des Unternehmens die neue Markenpositionierung und der Verpackungsrelaunch durchgeführt wurde, auch mit Unterstützung des Vertriebs, wo ja die Aufgaben unter den beiden Geschäftsführern Reinhard und Ulrich und den Mitarbeitern Snezana, Bouchra, Dennis und Gabriele Wiegand verteilt waren, so konnte man staunen und feststellen, dass ein kleines Team (wir waren gerade einmal 22 Personen im ganzen Unternehmen) Großes bewirken konnte. Janssen Cosmetics war sicher ein Exportweltmeister, mit einem Exportanteil am Umsatz von 96%, wir waren aber auch sicher einer der effizientesten deutschen kosmetischen Handelsunternehmen nach Pro-Kopf-Umsatz der Mitarbeiter. 

 

Im August führte auch der Auslandsvertrieb zum zweiten Mal einen Workshop durch, mit dem wir die Exportmitarbeiter fit machen wollten für die Aufgabe, die da lautete, eine optimale Kundenbetreuung zu bieten. Unser gesamtes Qualitätsmanagement war darauf ausgerichtet. Wir hatten damit in 2004 begonnen und alle drei Jahre stand ein Erneuerungsaudit an. Das nächste sollte also in 2013 stattfinden. Dazwischen findet aber jedes Jahr Wiederholungsaudit statt, die uns immer wieder zwingen, unsere Arbeitsprozesse zu optimieren  und die Qualität im Unternehmen hoch zu halten. Eva Mevissen hatte sich zu Beginn des Jahres noch Unterstützung für ihre Pressearbeit  geholt und eine PR-Beraterin hinzugenommen, Frau Ann Kristin Kamps. Sie hatte schon viele Medien mobilisiert, organisierte jetzt aber noch eine Pressekonferenz mit den führenden, deutschen Fachmagazinen anlässlich unseres 15-jährigen Firmenjubiläums. Die Veranstaltung im Dezember war ein voller Erfolg, ich glaube es war uns gelungen, das partnerschaftliche Flair unseres Unternehmens zu vermitteln und auch in Deutschland bekannt zu machen. 

 

Somit eilte nun alles meinem Geburtstag entgegen. Ich selbst hatte alle meine Rentenangelegenheiten in der Zwischenzeit geregelt, die Feier auf Gut Hebscheid war also ein Abschied von der offiziellen Funktion des Geschäftsführers, die nun ganz in den Händen von Ulrich und Reinhard lag. 

 

Kurz danach hatte ich allerdings noch eine kleine Schlacht zu schlagen, denn unser belgischer Distributor wollte uns,  nachdem wir ihn durch einen neuen Vertreter ersetzt hatten, verklagen. Wir wollten nun in Belgien mit der Firma de Seny-Hoven zusammenarbeiten. 

Der Inhaber, Karl Heinz Hoven, ist ein  alter Schulfreund von mir, der schon bei Babor mit mir in den 80er Jahren zusammen gearbeitet hatte, und der auch seine belgische Distributionsfirma so langsam in die Hände seines Sohnes Christian legte. Im Dezember hat 2012 hatte ich Stephan Devloo, den belgischen Großhändler (er hatte keinen Distributionsvertrag) informiert über unsere Entscheidung, nachdem wir drei Mal unsere Absichten kundgetan hatten. Da er keine Anzeichen machte, dies in Frage zu stellen, uns sogar vorher zu einem Wechsel ermuntert hatte, unterzeichneten wir im April 2012 einen Vertretungsvertrag mit de Seny-Hoven, der im September 2012 beginnen wollte. Die Klage von Devloo kam erst im Mai, als alles gelaufen war. Nebenbei gesagt, das Gerichtsverfahren läuft heute noch. Effektiv begonnen haben dann die neuen Vertreter erst zum 1. Januar 2013. Schon im März nahmen sie zum ersten Mal mit unserer Unterstützung an der Messe in Brüssel teil, als Startschuss sozusagen des neuen Vertriebs. 

 

Im Oktober gab es aber noch weitere Seminare in Aachen, so zum Beispiel für Ungarn und für Russland. Russland kam mit 30 Personen für einige Tage, weniger als Seminar, sondern vielmehr als Incentive-Reise. Deshalb besuchten wir dieses Mal Maastricht und auch Brüssel. Noch kurz vorher hatte Frau Riolo mit ihrem Team Ende Oktober an der Messe in München teilgenommen.

 

Höhepunkt war dann allerdings unser International Asia Pacific Marketing Meeting 2012, welches diesmal in Shenzhen stattfand, genaugenommen in dem chinesischen Holiday Resort Dameisha. Nicht alle Vertreter konnten zu diesem Ort anreisen, gerade die Beziehungen zwischen China und Japan waren angespannt. Aber Ken He hatte alles gut vorbereitet.

Diesen Termin hatte ich anberaumt, weil ich mich bei den asiatischen Vertretungen noch einmal vorstellen wollte, bevor es in den Ruhestand ging. Reinhard hatte die Kontakte hier sehr gut übernommen, und wenn ich auch noch immer beratend helfen wollte, so konnte man wohl sagen, dass er diese Geschäftsbeziehungen sehr gut meisterte.  Leider kamen nur zehn Länder zu diesem Termin, denn der Ort war nicht gut ausgewählt: Viele Länder stehen mit China im Clinch und die Partner wollten nicht dorthin reisen: Japan, die Philippinen, Pakistan, Vietnam,... Insofern war es von der Teilnehmerzahl kein Erfolg, inhaltlich nutzten wir aber die Gelegenheit, unsere neue Serie FAIR SKIN vorzustellen, bisher White Secrets, Produkte zur Depigmentation, die vor allen Dingen und unter anderem Asien interessierten. Dr. Sacher hatte hierzu ein tolles Konzept ausgearbeitet. Wir konnten die Serie allerdings nicht rechtzeitig im Herbst einführen, sondern mussten dies auf den April 2013 verschieben. Dies war dann aber auch die letzte vorgesehene Umstellung und der Masterplan kam somit zu einem guten Ende.

 

Im November fand auch erneut ein Seminar in Tiflis statt, welches wiederum von Lamara aus Moskau geleitet wurde. Unser Partner war begeistert und versprach immer bessere Umsätze.

 

Schließlich krönte die Weihnachtsfeier den Abschluss unseres Geschäftsjahres. Sie fand im Restaurant Hangeweiher statt und kam bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr gut an. 

 

Im Jahr Drei des Verpackungsrelaunchs, nämlich in 2012, machten sich schon insgesamt Erfolge der ersten Schritte, die wir unternommen hatten, bemerkbar. Diese Schritte waren sehr vielfältig und wir haben diese Gestaltung und Erneuerung später unter dem Begriff „Cosmeceuticals 2.0“ geführt. So gab es in vielen Ländern ein positives Wachstum, auf der anderen Seite steckten aber auch andere wiederum in der Krise, die sich doch außerhalb Deutschlands durchaus bemerkbar machte. Genannt seien hier nur Länder wie Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Irland, aber auch Slowenien zum Beispiel. Bemerkenswert war aber, dass dank des oben erwähnten Einsatzes aller Mitarbeiter der Relaunch ein voller Erfolg wurde, der sich auch betriebswirtschaftlich im Unternehmen positiv niederschlug (weniger Packmittelsorten, höhere Produktionschargen, dadurch niedrigere Stückkosten trotz steigender Preise) und vor allen Dingen ein übersichtliches Sortiment bot, welches auch international heute noch gut verstanden wird. Es sei noch das Marketingmaterial erwähnt, welches ausschließlich Zustimmung fand. 

 

Somit konnte ich doch ein Unternehmen in geordneten Verhältnissen in die Hände meiner Söhne legen. Der Finanzrahmen war gesteckt, die Darlehen der GbR waren getilgt, die Finanzbelastungen des Unternehmens waren vertretbar. Reinhard war zum 1. Oktober 2012 zum weiteren Geschäftsführer der Inspira Cosmetics GmbH bestellt worden, ich selbst wollte hier noch für zwei oder drei Jahre in Dienst bleiben, denn es galt nun, auch für dieses Unternehmen eine Markenstrategie zu entwickeln. 

 

Bei Janssen Cosmetics wurde ich mit Wirkung vom 1. Dezember 2012 als Geschäftsführer abberufen, nach ziemlich genau zehn Jahren Dienstzeit. Dies war auch das Datum meines Rentenbeginns in Deutschland. In Belgien und in den Niederlanden begann meine Pensionierung bereits am 1. November 2012. Hier stand mir jeweils eine kleine Rente zu, für die zwei Jahre, die ich einmal in Belgien gearbeitet hatte, und für die zwei Jahre als Geschäftsführer von Babor International in den Niederlanden. 

 

Die Perspektiven des Unternehmens sind nach gelungenem Marken- und Verpackungsrelaunch durchweg günstig. In den meisten Ländern steckt noch ein enormes Wachstumspotential, was besonders auch für Deutschland gilt. Dieses auszuschöpfen, dürfte die Hauptzielsetzung für die kommenden Jahre sein. Das Sortiment unserer 300 Artikel zählt qualitativ zu den besten in der professionellen Kosmetik weltweit. Die Anforderungen an unsere Artikel entsprechend der neuen Europäischen Kosmetikverordnung 1223/2009, die am 13. Juli 2013 in Kraft trat, werden von unserem Unternehmen vollständig erfüllt. Darüber hinaus sind die Produkte in den Wachstumsmärkten registriert. Ein Unsicherheitsfaktor mag die unvorhersehbare Entwicklung in der Russischen Föderation sein, unserem größten Abnehmer. Ein weiterer liegt vielleicht in der globalen Entwicklung der Finanzmärkte. Zwar deutet zurzeit noch wenig auf eine neue weltweite Krise hin, die Anfälligkeit muss allerdings vermindert werden. 

 

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen ein hohes Maß an Einsatz und Motivation. Wir sind insgesamt in allen Unternehmensbereichen gut aufgestellt, wenngleich noch die eine oder andere Position besetzt werden muss, auch bedingt durch mein Aussteigen. Die beiden Söhne Ulrich und Reinhard sind in ihre Verantwortung vorsichtig hineingewachsen, sie haben schon ihre Sporen verdient. Neue Herausforderungen warten allerdings auf sie, so dass beide eben auch Aufgaben in der Exportabwicklung abtreten müssen. 

 

Auf der Personalebene gab es auch viele Entwicklungen. Neben der Einstellung von Gabriele Riolo als Vertriebsleiterin Deutschland hatte die Geschäftsführung den Auszubildenden Sebastian Jany, der sein Examen mit sehr gut abgeschlossen hatte, zum 18. Juli bei Janssen Cosmetics übernommen. Gleichzeitig stellten wir einen neuen Auszubildenden als Fachlageristen ein, Marcel Mentenich. Besondere Erwähnung verdient die Einstellung von Antje Janssen, Ulrichs Ehefrau, die als gelernte Bankkauffrau meine Aufgabe im Zahlungsverkehr übernehmen sollte. Sie startete am 15. August und arbeitete sich sehr schnell in dieses Aufgabengebiet ein. Schließlich nahmen wir auch unseren langjährigen externen Buchhalter Axel Hausmann ab dem 1. September in Festanstellung, wenn auch im Augenblick noch, genau wie Antje, in Teilzeitbeschäftigung. Hinzu kam natürlich noch die schwierige Auswahl eines Außendienstes auf freiberuflicher Basis für Deutschland, wo sich Gabi Riolo mächtig ins Zeug legte. 

 

Zum Jahresende hatten wir deren fünf: Frau Albertsen, Frau Blank, Frau Glasstetter, Frau Peh und Frau Zawierucha. Von diesen Personen arbeitete drei Jahre später niemand mehr für uns. Frau Riolo betreute selbst auch noch ein Gebiet, Westfalen, wo sie auch wohnte. Eine langjährige Mitarbeiterin hatte uns verlassen, Bouchra Ouali. Für sie wurde Susanne Brown eingestellt, die am 1. Dezember 2012 die Stelle im Innendienst Deutschland übernahm. Für Frau Can-Arat mussten wir auch einen Ersatz suchen, sie ging in Mutterschutz.  Susan Kongkrapan hatte ihren Ausbildungsabschluss schon nach anderthalb Jahren beantragt, da sie gute Noten geschrieben hatte. Das Examen im Januar 2013 bestand Susan mit Eins, sodass wir sie als Exportmitarbeiterin zum 16. Januar 2013 übernahmen. 

 

Neue Länder wurden in 2012 eigentlich nicht hinzugewonnen, allerdings gab es in den Philippinen und in Thailand neue Bewegungen, zum Teil durch neue Partner, zum Teil durch neue Motivation. In Belgien fanden wir den bereits erwähnten Ersatz für Stephan Devloo, die Firma de Seny-Hoven AG. Aber auch in Polen hatten wir die Vertretung gewechselt, Maciej Kotula, der schon seit Beginn 1999 mit Stanislaw Calka dabei gewesen war, übernahm die Vertretung mit seiner Firma Vista, nachdem wir die Vereinbarung mit Mateusz Calka aufgekündigt hatten. Reinhard war es noch gelungen, auch für Bangladesch eine Vertretung zu finden. 

 

Bei all diesen Entwicklungen konnte es nicht ausbleiben: Das Geschäftsjahr 2012 wurde zum erfolgreichsten der Firmengeschichte. Der Umsatz stieg um satte 12 % auf 8.7 Mio € und der Ertrag lag mit 450.000 € bei 5 %. 

 

UMSATZ 2012:                    8.726.142 €  < 530.275 €>

LÄNDER:                               Belgien, Bangladesh, Deutschland (JC), Polen

NEUE ARTIKEL:                  SUN, PROFESSIONALS, AMPOULE, DERMAFLEECE, PEEL OFF MASKS, BODY und SENSITIVE. TREND CONTOUR LIFT und BB CREAM

 


Die Janssens aus Hauset

Walther und Elka Janssen wohnten mehr als 40 Jahre mit ihren drei Söhnen in dem kleinen Ort Hauset, einem Ortsteil der Gemeinde Raeren in Ostbelgien. Vieles in dem Archiv unserer Webseite dreht sich deshalb um diese 40 Jahre gemeinsamer Erlebnisse, aber auch um die Zeit davor. Elka und Walther wohnen seit 2013 in Schleckheim, einem Stadtteil im Süden von Aachen. Die beiden ältesten Söhne sind mit ihren Familien in Hauset geblieben, der jüngste Sohn wohnt am Firmensitz der Janssen Cosmetics in Oberforstbach (Aachen).  Wir möchten die Privatsphäre schützen, deshalb reagieren wir gerne auf Hinweise. Wenn Ihr also Hinweise,  Fragen, Anregungen und Vorschläge oder Ideen habt, meldet Euch gerne  

 

dialog@waltherjanssen.eu  


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Kommentare: 1
  • #1

    Detlev O. (Freitag, 01 Januar 2021 17:57)

    Lieber Walther, Du hast das Jahr 2020 sehr gut von allen Seiten beleuchtet. Immer ein Blick auch auf die Firma. Bleibt gesund