Die Schwesterfirma Inspira Cosmetics

Die Entwicklung von 2000 bis 2008

Gründung im Januar 2000

 

Immerhin hatte die Inspira Cosmetics, die unseren drei Söhnen gehörte, ein Umsatzvolumen von 365.775 € in das Gründungsjahr einbringen können, es war dies überwiegend ein Umsatz durch Collagenmasken und Ampullen sowie zu einem kleineren Teil auch „private label“-Geschäfte wie zum Beispiel der Verkauf von Bulkware. Ein besonderes Markengeschäft war die Entwicklung einer Pflegeserie für Caren Pfleger, einer Modedesignerin aus Köln, die einen Vertrag mit Galeria Kaufhof abgeschlossen hatte. Daraus erklärte sich, dass der Umsatz von 414.502 € in 2001 auf 865.804 € in 2002 anstieg. Die Versandabwicklung im Hause erledigte zunächst Fanny Mertes, jene Mitarbeiterin, die ich schon einmal für Euro Beauty Service in Belgien und später auch für Ulric de Varens in Aachen eingestellt hatte. Das ganze Marketing und das Design vor allen Dingen für die Marke Caren Pfleger setzte ich selbst um mit Simone Bogenrieder; jener Graphikerin, die auch schon lange Jahre in den Räumen am Hirzenrott für die Beauty Concept von Herrn Müller und Herrn Ludl tätig gewesen war, sich aber nach der Trennung der beiden selbstständig gemacht hatte. Auch Herr Müller, der die Beauty Concept in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre als alleiniger Gesellschafter übernommen hatte, arbeitete nach wie vor mit Frau Bogenrieder. 

 

Das Pech für Caren Pfleger war, das sie ihre Marke nicht schützen konnte, so dass wir nach einigen Monaten die Produkte unter Androhung einer einstweiligen Verfügung auslisten mussten und letztendlich nicht mehr verkaufen konnten. Ich hatte allerdings mein Geld erhalten, so dass der Verlust eigentlich mehr Frau Pfleger selbst betraf.  Sie war auch ansonsten sehr extravagant und etwas unkontrolliert in ihren Aktionen, was ihr gelegentlich einen Titelbeitrag in der Bild-Zeitung Ausgabe Köln einbrachte. Durch das Missgeschick mit ihrer Marke und der Marke Pfleger Bamberg, einem Pharmaunternehmen, ließ sie sich jedoch nicht kleinkriegen, sondern fand einen neuen Investor, nämlich Herrn Böttinger aus der Schweiz. Er entwickelte mit uns eine neue Serie für den Verkauf im Fernsehkanal Home Shopping Europe (HSE). Nunmehr wurde der Markenname neutral gehalten, und nur durch Frau Pfleger gesponsert. Sie trat selbst im Fernsehkanal auf. Auch für diese Produkte machte Fanny Mertes-Dosogne die gesamte Auftragsabwicklung, sie hatte allerdings auch, bedingt durch familiäre Probleme, etwas an Effektivität verloren.  

 

Ende 2002 schied ich allerdings als bezahlter Geschäftsführer aus, die Gründe lagen in der Sozialversicherungspflicht und sind an anderer Stelle erläutert worden. Ich wechselte also zur Janssen cosmeceutical care GmbH und wurde hier Geschäftsführer neben Elka. Bei Inspira Cosmetics war mein Sohn Reinhard angestellt worden und er übernahm auch jetzt die gesamte Exportabwicklung von Frau Mertes. Ich blieb bei Inspira Geschäftsführer ohne Gehalt.

 

Im Jahr 2003 konnten die Geschäfte auf hohem Niveau gehalten werden, dies lag vor allem an zwei Dingen: Das Sortiment wurde erweitert um die sogenannten Peel Off Puder Masken und in den USA hatte sich Bob Severson von unserer amerikanischen Firma verabschiedet und ein eigenes Unternehmen gegründet, Skin Accents Inc., welches den Vertrieb von Inspira Cosmetics Produkten in den Vereinigten Staaten übernahm. Dies waren hauptsächlich „salon enhancement products“, also Spezialitäten für Kosmetiksalons. 

 

Die Umsätze bei Inspira spiegeln all diese Entwicklungen wider, es wurde nämlich in 2003 ein Umsatz von 786.247 € erzielt. Ein Jahr später waren es 800.690 €. Neben den drei Säulen der Produkte Collagenmasken, Ampullen und Pudermasken konnte Reinhard auch das private Label-Geschäft, vor allen Dingen für Ampullen, bedeutend ausbauen. Dies bereitete allerdings auch Konflikte mit einigen Janssen Kunden, so in Korea, Hong Kong, Singapur und selbst in den USA.

 

Im Jahr 2005 hatten wir uns allerdings auch entschieden, ein „medical assortment“ für Kliniken und Arzt-Praxen zu entwickeln, denn diese Marktnische war, aus den USA kommend, jetzt auch in Europa nicht außer Acht zu lassen, wenngleich wir später merkten, dass dies doch kein leichtes Unterfangen war. Wir suchten zunächst eine Kooperation mit einer deutschen Marke, die wir über unsere beiden russischen Partner Lena und Tatjana kennengelernt hatten. Es waren Dr. Theis und seine Frau Barbara, die mit Unterstützung des Ehepaars Dr. Reich, eine kleine Serie entwickelt hatten, Kaanya Cosmetics, auf der Grundlage von Phytohormonen aus dem Extrakt von rotem Klee. Dieser Wirkstoff ist auch in der Pharmazie bekannt, und die Janssen Cosmetics hatte ja auch gerade eine neue Serie entwickelt auf der Grundlage von Phytohormonen, nämlich die Opus Belle Serie. 

 

Wir versuchten also, einen eigenen Vertrieb aufzubauen für die Kaanya Produkte und hatten dazu ein ergänzendes Sortiment bereitgestellt, welches aus eigenen Entwicklungen bestand. Wir nannten dieses Sortiment Inspira: Med. Die wichtigsten Produkte waren vor allen Dingen hochprozentige Peelings mit Fruchtsäuren; fünf Präparate, die aufgrund ihrer Konzentration an sogenannte AHA, nicht mehr als Kosmetikum gelten konnten und deshalb in der EU nicht verkäuflich waren. Dr. Sacher hatte daraufhin den pH-Wert deutlich erhöht, auf etwa 3.2, sodass diese Produkte nun wieder verkäuflich wurden. Aber gepufferte Produkte waren nicht das, was man in den USA suchte. Im Hause hatte sich unsere Schulungsreferentin Karina Zawierucha aus Bonn, die freiberuflich für uns arbeitete, bemüht, ein Produkt- und Behandlungskonzept zu entwickeln, und war zudem autorisiert, die Produkte Kaanya und Inspira: Med zu verkaufen. Großes Interesse fanden wir in den USA, wo Jennifer auch eine eigens dafür vorgesehene Freiberuflerin, Jennifiere Jones, beschäftigte. Hinzu kam England mit Robert Eaglestone, denn in England war der Kosmetikverkauf in doctors clinic (Arzt-Praxen) viel weiter entwickelt als bei uns in Deutschland. Karina reiste mehrmals nach London und Robert besuchte uns auch mit seinen Kunden in Aachen. Schließlich nahm auch eine Hand voll Janssen-Vertretungen die Peelings in ihr Sortiment auf, so zum Beispiel Russland, Mexiko, die Ukraine und einige kleinere Partner.  Die Verbindung mit Kaanya endete allerdings nach wenigen Monaten, es lag daran, dass die Produkte in unserem Exportbereich doch sehr schwierig abzusetzen waren, wegen hoher Preise und einem kurzen Verfallsdatum. Deshalb konnten sie nicht auf Vorrat produziert werden. Aber auch in Deutschland hatte Karina keine Umsatzerfolge erzielt, es war ganz einfach noch zu schwierig. Ebenso wurden in den USA die Versprechen nicht eingelöst. 

 

In 2005 erzielte die Inspira Cosmetics einen Umsatz von 1.048.250 €, womit zum ersten Mal die Millionengrenze überschritten wurde, die Ertragsrendite betrug allerdings nur 3 %, weil hier doch ein hoher Anteil von Handelsware enthalten war, bei denen unsere Margen wesentlich geringer ausfielen. 

 

Es gelang Reinhard allerdings stetig, das Basisgeschäft auszuweiten und auch neue Kunden zu gewinnen, insbesondere für die Produktion von Ampullen. Insofern steigerte sich der Umsatz in 2006 auf 1.070.350 € und auch der Ertrag konnte leicht verbessert werden. Wir hatten auch eine zusätzliche Mitarbeiterin eingestellt, Gaby Förster aus Eupen. Sie war zuletzt bei den Dalli-Werken beschäftigt, aber hatte auch in den 80er und 90er Jahren einmal für Babor in Aachen und Belgien gearbeitet. Frau Förster kümmerte sich vor allen Dingen um die Marketingunterstützung der Produkte und um das Produktmanagement schlechthin, die Entwicklung der Verpackungen zum Beispiel. Da sie Kosmetikerin war, konnte sie auch Behandlungen entwickeln und Produktbeschreibungen, auch mehrsprachig, anfertigen. Eine weitere Mitarbeiterin war Zhi Ping Li, eine studentische Hilfskraft, die aber nicht allzu viel zur Entlastung bei Inspira beitragen konnte, sondern praktisch vielmehr bei Janssen eingespannt war. Ihre Schwester Zhi Hong Li war bei Janssen cosmeceutical eingestellt worden, sie bei Inspira Cosmetics. Nach zwei Jahren wechselte Ping allerdings auch zu Janssen cosmeceutical. 

 

Das Geschäftsjahr 2007 brachte dann auch bei Inspira Cosmetics, ähnlich wie dies auch bei Janssen cosmeceutical der Fall gewesen war, den bisher höchsten Umsatz der Firmengeschichte, nämlich 1.156.328 €. Die Ertragsrate lag bei 4,5 %. Trotzdem stellte Reinhard fest, dass der Umsatz mit Collagenmasken stagnierte. Die Preisentwicklung war so, dass wir international viel Konkurrenz erkannten, auch für die Ampullen. Deshalb reifte bei uns der Gedanke, doch eine eigene Pflegemarke zu entwickeln, welche auch nicht unbedingt in Kosmetikinstituten vertrieben werden sollte, sondern auch für andere Vertriebszweige und Marktnischen entwickelt wurde. Die Serie wurde im Labor Dr. Sacher in Auftrag gegeben, auch, weil die russischen Partner nach einer zweiten, eigenen Marke gefragt hatten. Wir wählten deshalb ein Schweizer Image für diese Serie aus, sowohl bei den Wirkstoffen als auch im Verpackungsdesign. Der Design-Auftrag ging an die Aachener Kreativagentur Wincommunication, die den Pitch gegen andere, so auch gegen Frau Bogenrieder und Herrn Walbert, gewonnen hatte. Reinhard und mir war jedoch klar, dass wir auch einen erhöhten Finanzbedarf hatten, wenn wir diese Serie realisieren wollten, inklusive aller Werbemittel. Wir beantragten deshalb einen Betriebsmittelkredit bei der KfW Bank und zwar über die Sparkasse Aachen. Nach längeren Diskussionen und vielen vorgelegten Finanzierungsplänen wurde der Kredit auch gewährt, das Ganze dauerte aber bis April 2009. Die Serie selbst war aber schon in 2008 fertiggestellt worden, sie trug den Markennamen „Suisse Absolue“.

 

Es war schon erstaunlich, wie Reinhard mit recht wenig Unterstützung und wenig eigenem Personal diesen Vertrieb bewältigen konnte. Er hatte gerade mal gelegentliche Hilfe über unsere Auszubildenden und schließlich war er auch mehr und mehr bei Janssen cosmeceutical engagiert. 

 

Die Serie Suisse: Absolue wollten wir nicht primär an Janssen-Kunden vertreiben, sondern dafür wirklich eine neue Kundschaft gewinnen, außerhalb des professionellen Kosmetikbetriebs. Enttäuscht waren wir, als die russischen Partner die Produkte jedoch nicht aufnahmen, wir hatten sie ja gerade wegen ihrer Anfrage entworfen und entwickelt. Von den Janssen-Kunden stürzte sich Emil Christoph in Tschechien auf diese neue Serie, die er in seinem Land als Zweitmarke einführte. 

Die übrigen Partner kauften zwar kleinere Mengen, aber es waren keine bedeutenden Umsätze, das gelang nur Emil. Wir waren also etwas abgekommen von unserem Ziel, eine Marke für Vertriebswege außerhalb der professionellen Kosmetik zu kreieren. Neue Kunden wurden nur wenige gefunden, immerhin aber in Kanada zum Beispiel und in Asien. Es gab aber stets Konflikte mit den Janssen-Kunden, so dass wir doch erhebliche Schwierigkeiten bei der Abgrenzung hatten. Der Hauptgrund für diese schleppende Geschäftsausweitung war wohl, dass wir alle zu wenig Zeit hatten, um uns um neue Vertriebswege und neue Kundenstrukturen zu kümmern. 

 

Alles in allem hatten wir unsere ursprünglichen Ziele nicht erreicht, auch bei weitem nicht die Planzahlen, die wir der Sparkasse Aachen vorgelegt hatten. Dies ist auch der Finanzkrise geschuldet, die Ende 2008 hereinbrach und auch auf die Geschäftsentwicklung von Inspira Cosmetics, die ja ebenso exportorientiert war wie Janssen, einen großen Einfluss nahm. In 2008 betrug der Umsatz dennoch 1.089.025 €, die Folgen der Krise sollte auch Inspira erst im nächsten Jahr spüren.

 


Die Janssens aus Hauset

Walther und Elka Janssen wohnten mehr als 40 Jahre mit ihren drei Söhnen in dem kleinen Ort Hauset, einem Ortsteil der Gemeinde Raeren in Ostbelgien. Vieles in dem Archiv unserer Webseite dreht sich deshalb um diese 40 Jahre gemeinsamer Erlebnisse, aber auch um die Zeit davor. Elka und Walther wohnen seit 2013 in Schleckheim, einem Stadtteil im Süden von Aachen. Die beiden ältesten Söhne sind mit ihren Familien in Hauset geblieben, der jüngste Sohn wohnt am Firmensitz der Janssen Cosmetics in Oberforstbach (Aachen).  Wir möchten die Privatsphäre schützen, deshalb reagieren wir gerne auf Hinweise. Wenn Ihr also Hinweise,  Fragen, Anregungen und Vorschläge oder Ideen habt, meldet Euch gerne  

dialog@waltherjanssen.eu  


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Kommentare: 1
  • #1

    Detlev O. (Freitag, 01 Januar 2021 17:57)

    Lieber Walther, Du hast das Jahr 2020 sehr gut von allen Seiten beleuchtet. Immer ein Blick auch auf die Firma. Bleibt gesund