2020 im Zeichen der Corona-Pandemie

Seminare in Aachen

 

Das Geschäftsjahr 2019 war erfolgreich abgeschlossen worden und so gingen wir alle bei Janssen Cosmetics mit sehr viel Optimismus und Freude in das neue Jahr 2020. Der Außendienst in Deutschland war um eine weitere Mitarbeiterin verstärkt worden, ebenso das Team Export (Jean-Marie Aussems). Auch im Ausland hofften wir auf viele positive Entwicklungen. Schon im Januar 2020 war die erste Kundengruppe zu einem Seminar in Aachen, diesmal kamen die Gäste aus China. Dort war es Ken und Stanley gelungen, eine Firmengruppe im Retailgeschäft für die Marke Janssen Cosmetics zu interessieren und das Seminar war eigentlich mehr eine Incentive Tour um die Gruppe als neuen Kunden zu gewinnen. 

 

Der Monat Januar war überhaupt sehr intensiv was das Seminarwesen betraf. In Aachen war noch eine zweite Gruppe zu Gast, diesmal aus Saudi-Arabien. Hier besteht der professionelle Kosmetikmarkt nicht, Behandlungen werden nur von Ärzt*innen durchgeführt. 

 

Reinhard hatte im Januar hauptsächlich mit den Mitarbeitergesprächen zu tun und mit einigen Strategiemeetings, an denen ich nur im kleinen Kreis teilnahm. Auch war erstmals eine Kontrolle der Bezirksregierung wegen des Geldwäschegesetzes (GwG) angekündigt, die vorbereitet werden musste.

 

Inzwischen war in Wuhan das Coronavirus ausgebrochen und schon gab es vor allem Befürchtungen, dass sich besonders die erfolgreiche Entwicklung der letzten Jahre gerade in China eintrüben würde. Das ganze Ausmaß hatten wir allerdings noch nicht präsent. Direkte Auswirkungen gab es für die Firma spürbar noch nicht, obschon wir ja gerade eine chinesische Gruppe empfangen hatten. 

 

 

Besuch in Vietnam, Gäste aus den Emiraten

 

In Vietnam gab es ebenfalls im Januar noch mehrere Veranstaltungen an denen auch Renate Beimel teilnahm, unsere Schulungsleiterin. Sie hielt mehrere Seminare in Saigon und Hanoi und nahm auch an der Kosmetikmesse teil.  Zuletzt hatten wir in Vietnam einen neuen Partner und der Markt entwickelte sich günstiger. Die Vorgehensweise war insgesamt professioneller. Mai Yora aus Paris hatte noch die Oberaufsicht, aber sie verfügte nun über einen starken Partner vor Ort. 

 

Anfang Februar war dann noch unser Partner aus Dubai bei uns zu Gast, Life Style Aesthetics. Die Vertreter der Firma Najati Sakka und Huseiwa sind zuletzt auch sehr erfolgreich in den Emiraten aber auch in einigen anderen Golfstaaten, insbesondere in Katar und in Bahrain, aber auch in Kuwait fassen die beiden langsam Fuß, über neue Partner. 

 

Im März kam es dann, auch infolge des Ausbruchs des Virus im Kreis Heinsberg ganz in der Nähe von Aachen, recht schnell zu ersten Einschränkungen durch die Regierung. Am schlimmsten wirkte dabei der Lockdown. Die sogenannten Ausgangssperren und die Zurückschaltung des wirtschaftlichen Lebens trieben die Betriebe sofort in die Kurzarbeit. Auch Janssen Cosmetics beteiligte sich ab der letzten Woche im März an dieser Kurzarbeit und nahm die verschiedenen Soforthilfen von Bund und Ländern in Anspruch. 

 

Die Gesundheitskrise hat natürlich verheerende Konsequenzen für die Wirtschaft und auch für unseren Betrieb. Ab 23. März haben wir Kurzarbeit angemeldet, ansonsten bemühen wir uns nun um alternative Unternehmensmodelle, denn gerade unsere Branche mit den vielen kleinen Kosmetikinstituten ist hart getroffen. An unserem Bau ging allerdings die Arbeit am 31. März weiter mit dem Errichten der Wände.

 

Fortschritte am Neubau

 

Nachdem die Bodenplatte an unseren Neubau noch im Januar fertiggestellt werden konnte, war es trotz der Gesundheitskrise im März möglich mit dem Aufbau des Rohbaus zu beginnen. Der Rohbau ist eine Holzkonstruktion, ein Holzrahmenbau mit Holzdecken. Ein relativ kleines Team kann hier in wenigen Tagen Großes leisten und das schöne Wetter bis Ende April trug dazu bei das es schnell voranging. Generalunternehmer ist wieder die Firma Adams Holzbau Fertigbau aus Niederzissen. Parallel hatten wir auch versucht, das Außengelände bereits aufzubereiten um für eine gute Entwässerung zu sorgen. Auch der Wall war verschönert und bepflanzt worden. Jetzt galt es die Hänge zu bewässern, denn es wurde wieder ein trockenes Frühjahr. 

 

Der Holzrahmenbau nahm nahezu drei Monate in Anspruch, aber die Koordination klappte recht gut. Diesmal hatte diese Hermann Luttmann von Adams Holzbau übernommen. Ich selbst kümmerte mich derweil um die Finanzen und um die Förderung im Rahmen des Programms RWP.NRW. 

 

Im Betrieb ist der Umsatz im April eingebrochen, aber es gibt Lichtstreifen am Horizont. Bald dürfen die Kosmetikerinnen wieder arbeiten, aber eben erst im Mai. Die Kurzarbeit wurde bisher einen Monat durchgezogen. Am Bau gingen die Arbeiten auch wegen des guten Wetters gut voran. Zum Monatsende stand bereits die ganze Holz-Konstruktion, aber bis zur kompletten Fertigstellung des Rohbaus wird es wohl noch zwei drei Wochen dauern. 

 

Der sogenannte Lockdown hielt in Deutschland bis Ende Mai bzw. Anfang Juni an, und so haben wir auch bei Janssen Cosmetics von den Finanzhilfen und dem Kurzarbeitergeld erstmal Gebrauch gemacht. Es war dann doch etwas überraschend, das der Umsatz in Deutschland und auch international zwar zurückging, aber nicht so stark wie wir erwartet hatten. Noch Ende Mai lagen wir nur wenige Prozent unter dem Umsatz des Vorjahres. Bei der Arbeit spürten wir natürlich die Gesundheitskrise doch im bedeutenden Maße. Neben der Kurzarbeit versuchten sich auch einige Mitarbeiter*innen in Heimarbeit, kamen aber nach einigen Wochen dann doch wieder zurück. Aber zwei Geschäftsbereiche waren besonders betroffen: zum einen fanden keine Seminare mehr statt und die Geschäftsreisen und Kundenbesuche wurden gänzlich eingestellt. Dadurch gingen auch die Kosten stark zurück, so dass wir Ende Juni auch ein durchaus respektables Ergebnis hatten.

 

Ich selbst nutzte die Gelegenheit um mit einigen Auslandskunden über Zoom in Verbindung zu treten, denn die Pandemie schlug ja im Grunde weltweit zu. Die Kontakte über Video fanden überhaupt großen Zuspruch  und ich versuchte auch hier den Kunden beizubringen, doch mehr Online-Verkäufe zu tätigen. Gerade die Pandemie legte offen zu Tage, wie wichtig das auch in Zukunft sein würde, wenn nicht mehr so viele Kontakte möglich sein würden. Logischerweise gab es auch keine Kundenbesuche bei uns, lediglich unsere belgische Vertreterin war einmal vor Ort.

 

Im Marketingbereich gab es doch einige innovative Neuheiten, wie zum Beispiel eine Pflegecreme light für die anspruchsvolle Haut, insbesondere aber kam es zu einem erfolgreichen Relaunch der SENSITIVE SKIN Serie. Es war ein weiterer Schritt in der Zielsetzung auf dem Weg zu Cosmeceuticals 4.0. Bis Ende Juli konnten wir wieder erwarten den Umsatz des Vorjahres jetzt erreichen, wenngleich viele Länder weit hinter dem Vorjahr zurück hinken. Wir zehren noch von den ersten beiden guten Monaten des Jahres, aber jetzt kommt vielleicht eine Durststrecke, mal sehen. Die Kurzarbeit werden wir, wenn auch in kleinem Maßstab, doch über den August hinaus fortsetzen. 

 

  

 Fertigstellung der Marketingzentrale Pontsheide 37

 

Gleichzeitig machte der Neubau große Fortschritte, denn hier war nichts von Einschränkungen zu spüren. Die Schreiner und Handwerker arbeiteten munter weiter.  So ging der Neubau in großen Schritten seiner Vollendung entgegen. Alle Gewerke wurden rechtzeitig fertiggestellt: Fenster, Türen, Elektro, Sanitär, Wärme, Fliesenarbeiten, Bodenbelag, Streichen und Einrichtung. Schon Mitte Oktober, genau am 18. Oktober konnte die Geschäftsführung und die Marketingabteilung in den neuen Räumen einziehen, auf der 1. Etage. Das Erdgeschoß und das Dachgeschoß wurden etwas später fertiggestellt und ausgestattet und dekoriert, waren aber für weihnachten betriebsbereit.  Wegen die Mehrkosten am Bau, verursacht durch verschiedene Zusatzarbeiten (Aufzug, Außenanlage) und einer verbesserten Ausstattung bei Elektro, Sanitär und Fliesen mussten wir noch ein zusätzliches Darlehen abschließen, was aber kein Problem war. Auch Eigenkapital wurde beigesteuert. Ein Einweihungsfeier gab es diesmal nicht. Die letzten Feinarbeiten wurden aber allesamt noch im Dezember erledigt. Wir hatten auch jetzt einen Elektroladestation im Außenbereich angelegt, denn die Firma hatte ihr erstes Elektroauto in die Flotte aufgenommen. 

 

Geschäftlich kam es im letzten Quartal ja bekanntlich zu einer zweiten Welle, die wenn man es unpolitisch sieht, hätte vermieden erden können. Sie führte aber zu einem Lockdown der Geschäftswelt, auch der Kosmetikinstitute. Da vor allen Digen die größeren Kunden im Ausland sich eigentlich gut entwickelten, war es aber möglich in etwa den gleichen Umsatz zu erzielen wie im Jahr zuvor, nahezu 12 Mio €. Der Ertrag war diesmal sogar besser, das war der Tatsache geschuldet, dass die Marketingkosten stark eingeschränkt wurden (Seminar, Reisetätigkeit, Werbekosten) während die steigenden Personalkosten, teilweise durch die Kurzarbeit aufgefangen werden konnte. Ende Januar 2021 beschäftigten wir 42 Mitarbeiter. 

 

Überhaupt war, pandemiebedingt, das Personalwesen ein schönes Stück Arbeit insbesondere für Reinhard. Ulrich beschäftigte sich auch mit den Online-Aktivitäten und der Online-Umsatz war ebenfalls deutlich gestiegen. So erzielten wir in 2020 noch 3% mehr Umsatz als in 2019.

 

 

 

 

In der Zivilgesellschaft hatte es besonders in Deutschland tagelange Diskussionen gegeben über Urlaubsreisen, aber nicht nur unsere Familie, sondern auch viele Mitarbeiter*innen hielten sich sehr zurück. Man merkte vor allen Dingen im Auslandsumsatz eine leichte Verbesserung der Auftragseingänge, was alles in allem doch überraschend war. Auch in Deutschland war der Umsatz in diesen Sommermonaten stärker als üblicherweise sonst, womit wir etwas aufholen konnten, wenngleich es nicht ganz gelang die Planzahlen zu erreichen. Es schien aber so, dass wir recht gut durch diese Krise kommen würden. Seminare fanden weiterhin nicht statt, ebenso wenig gab es Reisen oder Veranstaltungen, die Messen waren ja allesamt ausgefallen. Bis zum Ende des Sommer-Quartals waren wir deshalb optimistischer das Jahr ohne größeren Blessuren abschließen zu können und ab Oktober wurde dann auch die Kurzarbeit eingestellt. 

 

Nachdem der Rohbau fertiggestellt war gingen nun die einzelnen Gewerke an die Arbeit, zunächst die Elektriker und die übrige Gebäudetechnik.  Nachdem zunächst das Dach aufgesetzt wurde verlagerten sich die Arbeiten nach innen.  Der Planungskoordinator des Generalunternehmers Adams Holzbau, Hermann Luttmann hatte alles fest im Griff, und wenn man auch nicht jeden Tag Fortschritt erkannte, so kamen die Handwerker doch gut voran. Parallel hierzu war ich natürlich eifrig bemüht, die Rechnung für die Förderung bei der NRW.BANK Zug um Zug einzureichen, um auch die Beträge abzurufen. Es klappte soweit alles ganz gut. 

 

Strategisch nutzten wir die Zeit auch etwas Ordnung zu bringen bei der Nutzung des Warenzeichens und vor allen Dingen der Domains und der Webseiten. Dies war immerhin in etwa einem Dutzend Länder notwendig und zumindest in einigen davon konnten wir die Lage verbessern: in Spanien, in Polen, in Russland. Es bleibt aber alles in allem ein schwieriges Geschäft. Mit Global Eyes in Köln haben wir eine Vereinbarung, damit man uns über alle Domain Neuanmeldungen informiert. Auch ein Audit der augenblicklichen Situation war gemacht worden.

 

 

Der stabile Trend der Umsatzentwicklung setzte sich sowohl in Deutschland als auch im Ausland im Oktober fort, wobei insbesondere die Aufträge aus Asien wieder zunahmen. Hier hatte man wohl die Krise etwas besser überwunden. In Europa hingegen begannen ab Mitte Oktober die Infektionszahlen wieder zu steigen, wahrscheinlich wegen der vielen Urlaubsreisen und einer gewissen Coronamüdigkeit. Die Folge war dass es Mitte November zu einem Lockdown light in Deutschland kam. Vorher hatten aber andere Länder schon härtere Maßnahmen ergriffen, Frankreich, Spanien, Italien und auch Belgien und die Niederlande. Dies machte sich natürlich wieder bei den Aufträgen bemerkbar, aber es gab keinen Einbruch.

 

Die Arbeiten am Bau setzten sich fort und wir konnten schon viele Gewerke bis Ende Oktober abschließen, denn jetzt hatten auch die Verputzer, der Maler, die Bodenleger und die Fliesenleger ihre Aufträge erledigt. Sogar mit den Arbeiten and er Außenanlage konnte die Firma jung Tiefbau beginnen. Noch vor Ende Oktober konnte ich den letzten Abruf der Fördermittel bei der NRW.BANK tätigen, so dass wir die 200.000 € erhalten hatten. Da aber verschiedene Planungspositionen überschritten wurde, vor allen Dingen in der Gebäudetechnik und beim Aufzug der Marke OTIS, mussten wir einen weiteren Kredit beantragen, den die Sparkasse Aachen auch noch vor Ende Oktober gewährte. Die Gebr. Janssen & Co als Investor hatte aber den Mietvertrag mit Janssen Cosmetics bereits zum 1. Oktober abgeschlossen, so dass die Firma mit der Geschäftsleitung und der Marketingabteilung am 18. Oktober bereits in die neuen Räume einzog. Das ganze stellt sich ausgesprochen schön dar und alle beteiligten können mit Stolz auf dieses Projekt zurückschauen und vor allen Dingen wie problemfrei das ganze vonstatten ging. Noch vor Ende November waren auch letzte Feinheiten bei den Arbeiten abgeschlossen, auch und insbesondere die Außenanlage mit der Anlage eines Parkplatz für nahezu 20 Stellplätze.

 

Während in Deutschland der Umsatz wegen des Lockdown light wieder leicht zurückgegangen war, konnte aber Dank der Weihnachtspromotion mit Spezialartikeln und Adventskalender der Gesamtumsatz weiterhin stabil bleiben. Auch der Online-Umsatz entwickelte sich umso besser. 

 

Zum ersten mal gab es in diesem Jahr im Dezember keine traditionelle Weihnachtsfeier, aber in kleinen Gruppen organisierte die Geschäftsführung eine Verlosung der Präsente, so dass es alles in allem doch ein wenig Stimmung gab. Von Corona waren wir Gott sei dank verschont geblieben.

 

So kam es dass wir zum Jahresende weltweit den Umsatz um 2% steigern konnten. In diesem Jahr war es so dass dies vor allem China und Russland zu verdanken war, Ländern die zwar durch Corona gebeutelt waren, aber sich doch irgendwie durch wurschtelten. Auch in Deutschland lagen wir wenigsten einige Prozentpunkte über Vorjahr, aber doch weit unter Plan. Wir konnten dennoch zufrieden sein. Im Rohertrag stand das Unternehmen besser da, da es weniger Kosten für Seminare und dank des KUG auch für Personal gab, und auch keine Reisekosten anfielen.

 


Die Janssens aus Hauset

Walther und Elka Janssen wohnten mehr als 40 Jahre mit ihren drei Söhnen in dem kleinen Ort Hauset, einem Ortsteil der Gemeinde Raeren in Ostbelgien. Vieles in dem Archiv unserer Webseite dreht sich deshalb um diese 40 Jahre gemeinsamer Erlebnisse, aber auch um die Zeit davor. Elka und Walther wohnen seit 2013 in Schleckheim, einem Stadtteil im Süden von Aachen. Die beiden ältesten Söhne sind mit ihren Familien in Hauset geblieben, der jüngste Sohn wohnt am Firmensitz der Janssen Cosmetics in Oberforstbach (Aachen).  Wir möchten die Privatsphäre schützen, deshalb reagieren wir gerne auf Hinweise. Wenn Ihr also Hinweise,  Fragen, Anregungen und Vorschläge oder Ideen habt, meldet Euch gerne  

 

dialog@waltherjanssen.eu  


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Kommentare: 1
  • #1

    Detlev O. (Freitag, 01 Januar 2021 17:57)

    Lieber Walther, Du hast das Jahr 2020 sehr gut von allen Seiten beleuchtet. Immer ein Blick auch auf die Firma. Bleibt gesund