Abwechslung in der Familie von 1983-1987

5. Eine spannende Zeit für die Familie von 1983-1987

 

Wir wohnten nun schon drei Jahre in unserem neuen Zuhause und zum Jahreswechsel überraschte mich Elka mit der Nachricht, dass sie erneut schwanger sei. Diesmal war es nicht so geplant aber wir freuten uns beide sehr auf unser drittes Kind. Elka hatte es allerdings mit zwei Söhnen schon schwer genug, zu viel reiste ich durch die Weltgeschichte und war an mehr als der Hälfte aller Wochenenden nicht zu Hause. Zwar versuchten wir immer wieder, auch Zeit für uns zu finden, was auch sicher gelang, aber ich muss gestehen, dass sich leider abzeichnete, dass ich keinen großen Anteil an der Erziehung unserer Kinder nehmen konnte. Dies sollte sich in den nächsten Jahren noch verstärken, aber daran hatten wir im Augenblick nicht gedacht. Ohne Zweifel war nämlich die Zeit um die Mitte des achten Jahrzehnts die bis dahin intensivste Zeit in meinem Leben mit der Dreifachbelastung aus Familie, Beruf und gesellschaftlichem Engagement.

 

1983 - Urlaub auf Skopelos in Griechenland

Das Jahr 1983 war für unsere Familie erneut ein ereignisreiches Jahr. Elka war wieder guter Hoffnung, aber noch im April fuhren wir in den Urlaub nach Griechenland auf die Insel Skopelos. Dies kam so, dass wir über eine Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen auf ein kleines Ferienprojekt in Griechenland aufmerksam wurden, welches von einem jungen Ehepaar aus Düsseldorf,   Gottfried Friedrich und seiner Frau Marion geplant war. Die beiden wollten auf der Insel Skopelos, in den nördlichen Zykladen, wo sie wohl ein Grundstück erworben hatten, eine kleine Ferienanlage bauen, zunächst ein Mehr-Apartment-Haus. Über diese Anzeige suchten sie Investoren, die dort ein solches Apartment erwerben wollten. Das Apartmenthaus war noch nicht fertiggestellt, aber um die Insel kennenzulernen, sollten wir 14 Tage dorthin reisen und in einem Haus im Zentrum der Stadt wohnen, auf Kosten der Bauträger. Nur den Flug sollten wir bezahlen. Auf den Erwerb eines Apartments leisteten wir eine erste Rate von 13.000 DM.

 

Die Reise dorthin war denn auch ein großes Erlebnis. Sie führte uns mit LTU über den Flughafen Athen, weiter in einer kleineren Maschine auf die Insel Skyathos und von dort mit dem Fährboot weiter nach Skopelos. Wir hatten die beiden  Kinder im Schlepptau und Elka das Baby im Bauch, denn es war April und sie war im sechsten Monat. Die Friedrichs waren auch zeitweise mit vor Ort, um uns den Aufenthalt so schön wie möglich zu gestalten. 

 

Von dem Apartment im Zentrum mussten wir allerdings ein Stück zum Strand gehen, was nicht immer ganz leicht war, auch wegen der besonderen Umstände von Elka. Im Apartment wurden wir auch von einem permanenten Glockengeläute aufgeschreckt, denn es war gerade Karwoche und das Osterfest der griechisch-orthodoxen Kirche nahte. Trotz dieser Unzulänglichkeiten kamen wir aber doch zu einigen schönen Tagen, zumal wir auf dem Festland auch noch einen Abstecher nach Patras machten. 

 

Patras wollte Elka besuchen, um vielleicht etwas über ihre Vorfahren mütterlicherseits zu finden. Ihre Mama Eva war nämlich die uneheliche Tochter eines griechischen Offizier und ihrer Oma Ella Zedler. Wie diese Beziehung zustande kam ist eingebettet in eine ganz besondere Geschichte, nämlich die Geschichte einer griechischen Kompanie die von 1916 bis 1919 in Görlitz kaserniert wurde. Die ganze Geschichte dieser Kompanie ist von einem Nachfahren eines der Soldaten in einem besonderen Buch wiedergegeben, das Elka durch viele Kontakte für sich und ihren Bruder Peter hatte ergattern können: Das Buch „Die Griechen von Görlitz 1916-1919“ von Gerassimos Alexatos. Die königstreue griechische Kompanie war in den Wirren des ersten Weltkriegs auf dem Balkan von Thrakien nach Görlitz verlegt worden und stand unter besonderem Schutz des Deutschen Kaiserreichs. Elkas Mama Eva wurde 1918 geboren, zu einer Zeit wo die Kompanie sich bereits wieder auf den Weg zurück nach Griechenland machte, in eine ungewisse Zukunft. Auch das Kaiserreich befand sich in Auflösung. Elkas Oma, also die Mutter von Elkas Mama Eva Ledwon, ist wohl dem Vater Ihres Kindes nach Griechenland gefolgt, wohl in der Hoffnung, ihn dort zu finden. Über das Schicksal des Offiziers ist aber leider bis heute nichts bekannt.  

Alles Suchen jetzt in Patras oder später in den Archiven vor Görlitz konnte kein Licht ins Dunkel bringen. Elka hat also den Namen ihres Großvaters nie erfahren, auch jüngere Recherchen brachten hier kein Ergebnis. Ihre Oma Ella allerdings machte sich wie gesagt nach 1918 auf den Weg nach Griechenland, auf ebenso abenteuerliche Weise, um den Vater ihres Kindes zu suchen, während Tochter Eva in Görlitz beim ihren Großeltern blieb. Ella  heiratete in Patras, dort war sie gelandet, einen anderen Griechen, nämlich Armandos Babouris, der wohl dort in der Kolokotronistraße 32 gewohnt hatte. Das Haus fanden wir in Patras, ebenso die zweite Frau des Herrn Babouris, die dort noch lebte. Babouris selbst war verstorben. Das Ganze brachte Elka aber nicht weiter auf der Suche ihres direkten Opas mütterlicherseits. 

 

Die Familie wird größer

Im Frühjahr 1983 hatte ich mich auch noch einmal nach langen Jahren mit meinem Brieffreund Nikolai Bulgakow aus Moskau getroffen, diesmal in Ostberlin. Er hatte wohl einmal dorthin reisen dürfen und lebte bei einer befreundeten Familie, wo ich ihn bei dieser Gelegenheit besuchte. Nikolai war Schriftsteller und verdiente sich seinen bescheidenen Unterhalt damit. Für mich war diese zweite Reise in den Osten Deutschlands nach 1974 (Leipzig) auch ein neues Erlebnis, nutzte ich doch einen Trick, um einreisen zu können, nämlich das sogenannte „Loch in der Mauer“. Es war möglich, durch eine Hotelbuchung am Bahnhof Friedrichstraße ein Visum für drei Tage zu erhalten. Dies war mir auch gelungen, sodass ich den Besuch durchführen konnte. Nik war dort mit seiner Frau Olga und seiner Tochter Anja, die inzwischen auch schon recht groß war, wohl um die zehn Jahre.

 

Am 8. Juli 1983 wurde unser dritter Sohn Erik geboren. Als ich von Elka im Betrieb angerufen wurde, eilte ich schnellstens nach Hause, um dann mit ihr zum Marienhospital nach Burtscheid zu fahren. Das Baby war dann noch schneller da als bei den beiden ersten Geburten, so dass der Arzt mir sogar den Vorwurf machte, warum ich erst so spät gekommen sei. Das Baby war aber gesund und auch Elka hatte es dieses Mal wieder toll gemeistert. Wir waren jetzt schon eine ganz große Familie, die im neuen Zuhause in der Flög auch ein glückliches Leben führen sollte. Erik wurde am 2. Oktober 1983 in der Pfarrkirche St. Rochus zu Hauset getauft, Patin und Pate waren Elkas Freundin Claudia Meier aus Zürich und Elkas Vetter Ernst Ledwon aus Düren. Elkas Vater Herbert hatte Kontakt aufgenommen zu dem Sohn seines Bruders, Ernst Ledwon.  Ernst wohnte in  Erding. Er hatte keinen Kontakt mehr zur Dürener Familie Ledwon, denn Ernst hatte inzwischen Brigitte von Ameln aus Düren-Gürzenich geheiratet. Er hatte sie während seiner Wehrdienstzeit kennengelernt. Familie von Ameln, die Eltern und auch Brigitte, nahmen auch uns als neue Verwandte großherzig auf und es entstand eine lange Freundschaft und verwandtschaftliche Beziehung.

 

Oma Martha, meine Mama, hat all diese Ereignisse der letzten Jahre noch in relativ geistiger Frische miterlebt, denn sie wohnte nach wie vor nebenan: die Geburt ihrer Enkel Ulrich und Reinhard, den Bau des Hauses und nun eben im Sommer auch die Geburt ihres Enkel Erik, hatte sie erfreut miterlebt. Langsam begannen allerdings ihre Kräfte zu schwinden, in den kommenden Jahren verstärkte sich eine leichte Demenz, die sie allerdings trotzdem noch am Leben teilnehmen ließ.

 

1984  - Ulrich wird eingeschult

Im April waren Elka und ich dann doch noch einmal alleine auf einer Wochenendfahrt nach Paris, zusammen hatten wir beide die Stadt noch nie besucht. Nach dem schönen Sommer im vergangenen Jahr wollten wir 1984 nochmal unser Glück zu Hause versuchen und planten, statt einer großen Urlaubsreise, einfach Tagestouren und kleinere Ausflüge mit den Kindern, denn Erik war ja noch sehr klein. Am 1. September 1984 wurde Ulrich in der Gemeindeschule Hauset eingeschult. Zwei Jahre hatte er im Kindergarten verbracht mit der Erzieherin Frl. Haep und nun im ersten Schuljahr war Juliane Wetzels seine Klassenlehrerin, eine in Hauset äußerst beliebte Lehrkraft.

 

Zwar bedrängte uns Gottfried Friedrich, der Skopelos-Investor ständig, uns doch an dem Projekt weiter zu beteiligen, eigentlich wollten wir aber vielmehr das Geld zurück. Als er sich dann von seiner Marion trennte, gaben wir das Projekt ganz auf. Einen erneuten Urlaub auf Skopelos wollten wir allerdings nicht mehr verbringen.

 

Im September hatte ich Gelegenheit über Helsinki mit dem Fährschiff „Georg Ots“ nach Tallinn zu reisen, um dort noch einmal Nik aus Moskau zu treffen. Die „Georg Ots“ war jenes Fährschiff auf dem sich auch wenig später Ronald Reagan und Gorbatschow vor Island zu Abrüstungsgesprächen treffen würden. Nach Estland hatte ich immer schon einmal reisen wollen, sodass ich die Gelegenheit nutzte die Stadt Tallinn zu besichtigen aber auch mit Nikolai dessen Freund Karju Kass und seine Familie.

 

Der Winter zum Jahreswechsel war recht intensiv, so dass wir auch viele Winterfreuden für die Kinder bieten konnten. Zwischen den vielen Reisen auf allen Kontinenten war es eine willkommene Abwechslung die sehr an die Jugendzeit erinnerte, kam doch der traditionelle Holzschlitten noch einmal zur vollen Geltung. 

 

1985 - Skiurlaub in den Flumser Bergen

 

Ab 1985 konzentrierte sich Elkas und mein Leben hauptsächlich auf die Familie und den Beruf, wobei ich eingestehen muss, dass die Last der Familie zum größten Teil auf Elkas Schultern ruhte. Als Geschäftsführer war ich auch zeitlich wirklich stark engagiert, schon die Arbeitszeit begann vor 7.30 Uhr morgens und dauerte bis 18.30 Uhr abends. Hinzu kamen aber auch die längeren Abwesenheiten durch Auslandsreisen vor allen Dingen in die USA und nach Asien. Diese Reisen dauerten oft eine Woche, manchmal auch zwei Wochen, in einem Ausnahmefall auch einmal drei Wochen, als später eine Reise nach Australien dazukam. Zwischen all dem gelang es mir aber, noch ein bescheidenes Maß an Verantwortung mit zu übernehmen. Ulrich besuchte jetzt schon das zweite Schuljahr, er war ja 1984 eingeschult worden und auch Reinhard besuchte jetzt den Kindergarten. In der Schule beteiligten wir uns ohnehin an den Veranstaltungen die dort geplant wurden, wie zum Beispiel das Schulfest. Auf diese Art und Weise waren wir nun doch wieder im Dorfleben voll integriert, wobei wir auch andere Dorfbewohner kennen  lernten. So baute sich unter den Eltern ein neuer Freundeskreis auf. Mit dem Kegelklub unternahmen wir in diesen Jahren auch hin und wieder einige Ausflüge, so fuhren wir zum Beispiel nach Brügge, oder es gab eine Wanderung zum Entenpfuhl. 

 

Im Sommer feierten Monique und Hermann ihre Silberhochzeit in Hauset. Sie hielten sich zu dieser Zeit in Hauset auf, denn sie hatten inzwischen den von Richard Falkenstein erworbenen alten Bauernhof, in dem meine Familie zwei Jahrzehnte gewohnt hatte, renoviert und wohnbar gemacht. Dabei hatte ihnen zuvor auch ihr Sohn Wolfgang einen Sommer lang geholfen. Es wurde also nun gefeiert mit vielen Gästen, vor allem aus Homburg/Saar, aber auch einigen Bekannten aus der Heimat.  Zum Andenken an den ersten Hochzeitstag gab es erneut eine Feier im Hohen Dom zu Aachen, so wie damals die Hochzeit selbst. 

 

An der traditionellen Nikolausfeier im Dorf waren nun schon alle drei Söhne beteiligt, selbst Erik konnte sich die Tüte „mit Süßes“ abholen. Zu Weihnachten war meine Mama, die Oma der drei Enkel nochmal bei uns zu Gast, es war das letzte Zusammensein im Kreise der Familie. 

 

1986 - Ulrich's Kommunion

 

Im Februar 1986 verbrachten wir erstmals einen Winterurlaub im Schnee und zwar in den Flumser Bergen in der Schweiz. Claudia Meyer, Elkas Freundin aus Zürich, hatte dort ein Chalet gemietet und verbrachte den Urlaub mit uns. Es war ein wunderschöner Urlaub bei herrlichem Wetter für die ganze Woche und obschon auch Erik noch sehr klein war, hatten wir alle unseren Spaß und kamen unversehrt aus diesem Urlaub zurück, was für Skineulinge ja nicht selbstverständlich ist. Zu Hause war auch ein strenger Winter.

 

Das Frühjahr wurde medial bestimmt durch den Gau in Tschernobyl, der auch das öffentliche Leben für einige Zeit beeinflusste. In Erinnerung habe ich aber auch noch, dass unser Freund Hans-Jürgen Sobiech seinen 40. Geburtstag feierte. Hierzu hatte er alte Freunde aus der Studienzeit eingeladen. Auch die Sobiechs hatten inzwischen Nachwuchs und zwar zwei Töchter, Anna und Cilly, die in etwa das Alter unserer Kinder hatten.

 Das Jahr 1986 war auch gespickt mit Ereignissen, die zumindest teilweise durch die Kinder zustande kamen oder durch die Schule bestimmt wurden. Inzwischen wurde auch Reinhard am 1.September eingeschult in der Gemeindeschule zu Hauset. Auch er hatte Juliane Wetzels als Klassenlehrerin, im zweiten Schuljahr dann Fräulein Cormann. 

 

Im April war Harumi Uno, der Vertriebsleiter der japanischen Großhandlung Ida Ryogokudo, die ich als zukünftigen Vertreter auserkoren hatte, privat bei uns zu Gast. Er war förmlich von der Weite des Landes und dem ländlichen Charakter sehr angetan, er meinte dass unsere Gegend ideal sei für einen Golfplatz. Nicht ahnen konnte er, dass die Bevölkerung in unseren Dörfern sich in diesen Jahren gerade gegen solche Projekte aussprach und auch gegen alle Bemühungen anging. In der Flög wehrten wir uns erfolgreich gegen eine Erweiterung der Sandgrube, mit der diese bis vor unsere Haustüre ausgedehnt worden wäre. In Eynatten wehrte man sich gegen den Bau einer Golfanlage im Freyenter Wald und in Hauset/Hergenrath gegen die Einrichtung eines Erholungsparks der Marke „Centerparcs“, gegen dessen Errichtung eine wahre Bürgerinitiative entstanden war. Ob dies alles richtig war bleibt dahingestellt, jedenfalls war die Bevölkerung deutlich mehrheitlich dagegen. 

 

Hiernach feierten wir im Frühjahr, und zwar Christi Himmelfahrt, so wie es Tradition war in Hauset, die erste Heilige Kommunion von Ulrich. Wie üblich war es ein Ereignis sowohl für das Dorf als auch für die Schule, und natürlich auch ein großes Familienfest. Pfarrer war der allzeit beliebte Jean Levieux, der auch als Religionslehrer in der Schule unterrichtete. 

 

Im Sommer 1986 hatten wir einen Urlaub gebucht nach Kroatien und zwar in einem Hüttendorf des Club Mediterannée in Pakostane, unweit von Zadar. Für Elka und für mich war es ein wunderbarer Urlaub, auch mit den drei Kindern im Schlepptau. Wir hatten uns allerdings vorgestellt, dass die Kinder häufiger an den Kinder-Veranstaltungen teilnehmen würden. Dies geschah aber leider nur sehr selten. Sie hingen halt noch zu sehr an ihren Eltern, Erik war ja auch gerade mal drei Jahre alt. Der Flug war übrigens über Paris-Charles de Gaulle gebucht worden und wir mussten uns dorthin begeben, was wir mit unserem Auto machten. 

 

Im Urlaub selbst hatten wir viele schöne Erlebnisse, auch die Ausflüge zu den nahe gelegenen Wasserfällen von Krk blieben in Erinnerung. Es war auch der Sommer, in dem Boris Becker zum ersten Mal Wimbledon-Sieger wurde. Unsere Kinder zogen es vor, meist in unserer Nähe zu bleiben, was so nicht vorgesehen war, bot doch der Club für Kinder aller Altersklassen ein recht umfangreiches Programm.

 

Im Herbst hatte eine meiner Mitschülerinnen aus der Volksschule in Hauset, Helga Lennertz,  verheiratete Mennicken, die auf Frepert wohnte, wo sie schon als Kind einmal meine Nachbarin und Spielgefährtin gewesen war, ein Klassentreffen von vier Hauseter Schuljahrgängen im Saal Kockartz organisiert. Sie wurde dabei von Inge Janssen, verheiratete Kuckartz, unterstützt. Die Teilnehmer konnten mit Freude feststellen, dass es den beiden erfolgreich gelungen war, viele ehemalige Hauseter Schülerinnen und Schüler ausfindig zu machen, inklusive der Lehrpersonen, den Klassenlehrer Haag aus Büllingen und den Schulleiter Thunus, der in Hauset im Ruhestand lebte. Es war ein gelungenes Treffen, welches sicher allen in guter Erinnerung geblieben ist. 

 

Im Marienheim zu Raeren, wo meine Mama seit einigen Monaten untergebracht war, verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zusehends. Sie war in Raeren nicht unglücklich, fühlte sich aber auch nicht wohl, was an Ihrer Demenz lag, die von Monat zu Monat stärker geworden war. So verstarb Martha am 2. November 1986 im Marienheim zu Raeren, Siegfried und ich waren bis zuletzt bei ihr. Pflegeschwester war zufällig Helga Falkenstein gewesen, die in der Flög gewohnt hatte. Die Beisetzung meiner Mutter fand auf dem Friedhof von Hauset statt. Wie üblich hatten wir alle noch lebenden Verwandten eingeladen. Mama war 78 Jahre alt geworden.

 

1987 - Reinhards Kommunion

 

Mit unseren Kindern unternahmen wir im Laufe des Jahres viele Ausflüge, sowohl aus eigenem Antrieb, aber manchmal auch unter Anleitung der Schule. Viele Spaziergänge führten uns im Sommer zum Waldsee in die Nähe der Zyklopensteine bei Köpfchen. Der kleine Tümpel am Landwehrring wurde zu einer regelmäßigen Anlaufstelle. Ein weiterer Ausflug führte uns auch in die Beekse Bergen nach Brabant in den Niederlanden, wo eine Ausstellung zweier Pandabären über Monate die Besucher anlockte. Im Mai feierte Reinhard seine erste Heilige Kommunion, dies zusammen mit Ulrichs Firmung. Auch am Schulfest beteiligten wir uns engagiert, da wir ja zwei Kinder im schulpflichtigen Alter hatten und auch Erik inzwischen schon den Kindergarten besuchte. Ansonsten fanden viele Feiern im Freundes- und Familienkreis statt, so das Abfüllen von Rotwein im Keller bei uns zu Hause, die Gartenpartys bei Bernd nebenan oder bei uns im Garten oder bei anderen Freunde. Die Abfüllung des Rotwein der Marke Fitou war über zwei drei Jahre ein Ritual geworden. Den Wein beschaffte mein Bruder Siegfried über Herrn Hardt aus Hergenrath. 

 

Im Spätsommer heiratete Michael Thomas, der bei Babor als Exportleiter eingestellt worden war und nunmehr als Geschäftsführer in die USA in die dortige Filiale gehen sollte. Elka und ich waren zur Feier auf Kasteel Vaalsbroek eingeladen und freuten uns mit dem Pärchen auf eine glückliche Zukunft. Ein Ausflug führte Ulrichs Klasse noch in das Freilichtmuseum Kommern und die ganze  Elternschaft brachte die Sprösslinge dorthin.

 

Höhepunkt des Jahres waren, ich nenne es mal so, die Feierlichkeiten zu meinem 40. Geburtstag. Es kam mir doch wie ein Einschnitt in meinem Leben vor, nicht wegen des Alters, aber doch wegen dem, was bis dahin geleistet worden war, im Beruf, in der Familie und im gesellschaftlichen Leben. Wenn der Herrgott es gut mit mir meint, ist es so etwas wie die Mitte des Lebens. Ich hatte alle üblichen Verdächtigen, Freunde und Bekannte bei mir zu Gast und es war wie stets ein rauschendes Fest. Einige Monate zuvor, im Sommer hatte ich auch mein 10-jähriges Firmenjubiläum bei Babor gefeiert. Hierzu hatte ich viele Mitarbeiter zu einem Gartenfest bei uns in der Flög eingeladen. 

 

Im November machte der Kegelklub „Bölderklub“, dem ich nun schon seit Jahren angehörte, seinen Jahresausflug mit Damen in die schöne flämische Stadt Brügge. Wir speisten dort nach gründlicher Stadtbesichtigung in einem exklusiven Restaurant und kamen weinselig wieder nach Hauset zurück.

 

Die Nikolausfeier war, wie jedes Jahr, ein großes Ereignis, vor allem nun, da wir drei Kinder dabei hatten. Die Schulkinder mussten ja immer mehrere Theaterstücke aufführen, es war allerdings immer eine chaotische Feier, da es nicht leicht war, im Saale Kockartz die gesamte Hauseter Schülerschar ruhig zu stellen. Auch galt noch kein Rauchverbot, so das der Saal stets voll Rauchschaden durchzogen wurden.

 

Der Winter bot dann auch wieder reichlich Schnee, sodass es diesmal nicht nötig war, in die Berge zu fahren. 

 

Mehrmals habe ich erwähnt, das Familienleben alles andere als einfach war: ein Balanceakt zwischen Familie, Beruf und meinem politischen und sozialen Engagement. Bei der Kindererziehung lag die meiste Verantwortung doch bei Elka,  Dies führte notgedrungen zu Spannungen, obschon ich mich ehrlich bemühte, alle familiären und sozialen Verpflichtungen zu erfüllen. Ich wirkte im Elternrat der Gemeindeschule mit, hatte aber auch in dieser Zeit eine extreme Belastung nicht nur beruflich, sondern auch durch die Entwicklungen in der Hermann-Niermann-Stiftung in Düsseldorf, wo ich Vorsitzender des Kuratoriums wurde. Über diese Ereignisse berichte ich im folgenden Abschnitt.

 


Die Janssens aus Hauset

Walther und Elka Janssen wohnten mehr als 40 Jahre mit ihren drei Söhnen in dem kleinen Ort Hauset, einem Ortsteil der Gemeinde Raeren in Ostbelgien. Vieles in dem Archiv unserer Webseite dreht sich deshalb um diese 40 Jahre gemeinsamer Erlebnisse, aber auch um die Zeit davor. Elka und Walther wohnen seit 2013 in Schleckheim, einem Stadtteil im Süden von Aachen. Die beiden ältesten Söhne sind mit ihren Familien in Hauset geblieben, der jüngste Sohn wohnt am Firmensitz der Janssen Cosmetics in Oberforstbach (Aachen).  Wir möchten die Privatsphäre schützen, deshalb reagieren wir gerne auf Hinweise. Wenn Ihr also Hinweise,  Fragen, Anregungen und Vorschläge oder Ideen habt, meldet Euch gerne  

 

dialog@waltherjanssen.eu  


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Kommentare: 1
  • #1

    Detlev O. (Freitag, 01 Januar 2021 17:57)

    Lieber Walther, Du hast das Jahr 2020 sehr gut von allen Seiten beleuchtet. Immer ein Blick auch auf die Firma. Bleibt gesund