Bei Babor International in Vaals 1988-1989

Die letzten beiden Jahre meiner Tätigkeit für Babor verbrachte ich in der internationalen Vertriebsfirma Babor International B.V. die Ihren Sitz in Vaals hatte und von einer Holding in St. Maarten verwaltet wurde. Die beiden Jahre waren geprägt von den Entwicklungen des Vertriebs in den USA, denn die Geschäftsführerstelle in den USA wurde neu besetzt, die Vertriebsfirma in den Kanada wurde übernommen, neue Vetriebsfirmen wurden in den Niederlanden und Belgien gegründet. Ich selbst machte neben den Dienstreisen in die Vereinigten Staaten auch eine Reise nach down under, nach Australien und Neuseeland.

 

7.  Babor International in Vaals (1988-1989) 

 

Bereits seit 1985 ging von den beiden Senioren der Gesellschafterfamilie Vossen der Gedanke aus,  ein Steuersparmodell für die Struktur des Unternehmens aufzubauen und die Geschäftsführung wurde damit beauftragt, Erkundigungen einzuholen. Es war wohl so, dass die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen fünf Jahren trotz aller Investitionen in Betriebsimmobilien und -einrichtungen auch hohe Steuerzahlungen bewirkte und die Liquidität doch immer recht angespannt war. Bei dieser Aufgabe wurden die Gesellschafter und die Geschäftsleitung von einem Steuerberater aus Breda in den Niederlanden beraten, dessen Vertreter in seiner jovialen Art sich eigentlich mit den Senioren gut verstand und auch als Ergebnis vorschlug, das Exportgeschäft in die Niederlande auszulagern und zu diesem Zweck eine Holding auf den Niederländischen Antillen zu gründen. Nach vielen Überlegungen und Widerständen wurde dies auch umgesetzt, trotz der Widerstände des Kölner Wirtschaftsprüfers Dr. Otto Janssen. Wir suchten und fanden ein Büro in Vaals hinter der Grenze bei Aachen in der Tentstraat und mit einem kleinen Team alter und neuer Mitarbeiter war hier von nun an die Exportabteilung aktiv.

 

Von meinem eines Geschäftsführungsbereichs blieben die Mitarbeiter*innen der Marketingabteilung und des Vertriebs Deutschland in Aachen angesiedelt. Mit nach Vaals gingen die Mitarbeiter Karl Heinz Hoven, Andrea Weiß und Rolf Merx, sowie die Exportsachbearbeiter Lea Duykers und Fanny Dosogne-Mertes. Frau Duykers verließ aber das Unternehmen, weil sie nach Australien auswanderte. In Vaals stellten wir noch einige Mitarbeiter ein, Frau Braun aus Kelmis, Frau Loozen aus Vaals und auch als Area Manager Herrn Straet, der ebenfalls in Vaals wohnte. Aus der Verwaltung wechselte Ankie Frijns nach Vaals, denn sie war hier zu Hause.

Für meine eigene Position konnte man dies auch als einen Abstieg betrachten. Ich war nun als Direktor der Auslandsfirma der Dr. Babor GmbH, der BABOR INTERNATIONAL B.V., zwar eigenständig, aber doch von den Gnaden der Gesellschafterfamilie abhängig. Gehalts- und Pensionsansprüche mussten geregelt werden, ebenso Steuerfragen, Beteiligungen und vieles mehr. Für mich hat es sich letztendlich nicht gelohnt. Ob ich mir allerdings die Turbulenzen der nächsten fünf Jahre im Hause Babor Aachen hätte antun wollen, weiß ich jedoch nicht.

 

Dieses Ausgliedern der Exportaktivitäten läutete wohl auch die Entwicklung ein, die bewusst oder unbewusst zur Trennung von mir und Babor führte. Zwar konnte in den beiden Jahren bis Ende 1989 das Geschäft nach wie vor erfolgreich gestaltet werden, zumindest, was die nominellen Umsätze betraf, die in 1989 bei 11,8 Mio. Gulden (10,4 Mio. DM) lagen. Damit wurde die zehn Millionen-DM-Grenze Exportumsatz erstmals in der Firmengeschichte überschritten. Die Rentabilität des neuen Unternehmens war aber nur schwer zu erreichen, zum einen wegen knapp bemessener Verrechnungskosten zwischen der Produktionsfirma in Aachen und der Vertriebsfirma in Vaals, zum anderen aber auch wegen hoher Kosten, auch und vor allem im Beratungsbereich. 

Diese Kosten mussten zusätzlich verkraftet werden. Somit entstand für mich stets Erklärungsbedarf, welcher schließlich auf beiden Seiten zu einer gewissen Frustration führte.

 

Ich hatte im Februar 1988 eine Reise nach Sint Maarten auf die Niederländischen Antillen in der Karibik unternommen, zu der ich auch die ganze Familie mitgenommen hatte. Es war ein wunderschöner Urlaub und ein großes Erlebnis, insbesondere für die Kinder. Die Reise führte uns nicht nur nach Sint Maarten, wir reisten auch mit dem Flugzeug auf die französische Inselgruppe nach Martinique, sowie mit dem Schiff nach Anguilla und St. Barth. Für alle von uns waren es unbeschreibliche Eindrücke und unvergessliche Erlebnisse. 

 

Im Sommer selbst verbrachten wir unsere Ferien am Plattensee in Ungarn. Wir waren mit dem Wagen dorthin gefahren und erlebten im Club Tihanyi eine schöne Zeit. Wir besuchten dabei auch Beatrice Kocsis. Mit ihr hatte ich versucht, in Ungarn Geschäfte anzukurbeln, leider erfolglos. Es herrschte ja noch der Kommunismus, obschon dieser in Ungarn ja ein „menschliches Antlitz“ hatte. Aber der Rückgang in der Erfolgsentwicklung bei Babor war auch begründet durch zwei Entscheidungen, die über Jahre hinaus Einfluss nehmen sollten auf diese Entwicklung und die auch im Unternehmen in den neunziger Jahren beide rückgängig gemacht wurden. Das eine war die Übernahme der Produktions- und Vertriebslizenz des Designerdufts Tristano Onofri und das andere war die Übernahme der Firma Femia Cosmetics in Viernheim.

 

Beiden Entscheidungen hatte ich zwar zugestimmt, aber irgendwie ein mulmiges Gefühl dabei. Onofri als Duftmarke musste eigentlich in Parfümerien und Parfümerieketten vertrieben werden, ein Vertriebsweg, bei dem uns die Erfahrung fehlte und mit dem auch die Vertriebsmitarbeiter und Außendienstler überfordert waren. Bei Femia handelte es sich vor allem um eine dekorative Kosmetikserie für Kaufhäuser mit einigen Pflege- produkten, und auch das war ein völlig neuer Vertriebsweg, den wir so ohne weiteres nicht bewältigen konnten. Insofern kamen viele Belastungen auf das Unternehmen zu. Mit meinem Weggang aus Aachen gab es auch eine gewisse Distanz zu den Entscheidungen, die in diesem Zusammenhang getroffen worden waren. Alles in allem hatten wir uns sicher mit diesen Entscheidungen übernommen, auf die Entwicklung der neunziger Jahre im Unternehmen Babor hatte ich natürlich keinen Einfluss mehr.

 

1988 flog ich noch mehrmals in die Vereinigten Staaten und nach Kanada. Auf der ersten Reise im April war auch das Mitglied des Verwaltungsrats, Leo P. Vossen, der Sohn des Firmengründers Leo Vossen, mit von der Partie. Michael Thomas war als CEO in Amt und Würden und veranstaltete einen entsprechenden Empfang. Die Firma hatte ihren Sitz nach wie vor in Maplewood, MN. 

 

Von Minneapolis flog ich weiter nach Montreal zu Yves Durette.  In Kanada ging es darum, den Kaufvertrag mit Yves Durette in trockene Tücher zu bringen und gleichzeitig seine Tochter als Managerin in die Babor Cosmetics Canada Inc. einzuführen. Es war erstaunlich, wie schnell sich Yves Durette und seine Frau in den Ruhestand einleben konnten. Die Tochter aber hatte arg zu kämpfen, um das ganze Team zusammenzuhalten. Unterm Strich gelang ihr das. 

 

Die Babor International erzielte trotz allem in 1988 und 1989 stets steigende Umsätze, sodass ich auch im Nachhinein bescheinigen kann, in den ganzen elf Jahren meiner Firmenzugehörigkeit stets einen höheren Umsatz erzielt zu haben. Bei meinem zweiten Besuch in Kanada im Juni wurde der Vertrag mit „Les Importations YTD, Ltée“ unterzeichnet. Der Mitarbeiter des Wirtschaftsprüferbüros in Köln, Herr Pohl, war ebenfalls mitgereist. Er wurde auf diese Art und Weise auch etwas belohnt für seine Bemühungen bei der Ausarbeitung der Verträge bzw. der Prüfung der steuerlichen Aspekte unseres Auslandsengagements. 

 

Im Juli 1988 besuchte ich auf einer Rundreise die Distributoren in den USA. Diese Besuche begann ich in Chicago bei Marianne Suska. Auch Jutta Janzen hatte sich inzwischen hier niedergelassen um von Chicago aus ihre Schulungsaktivitäten in den USA zu organisieren und gleichzeitig den Vertrieb in Midwest mit anzukurbeln. In der Stadt Alexandria im Staate Virginia traf ich Erika, in Charlotte (SC) Jim und Dagmar Paquin und in San Antonio Ed Beck und seine Frau Jutta. Von dort ging es weiter nach Los Angeles und Las Vegas zu Caren Scott-Haugg und zu Norma und Ron Varndell in Dublin (San Francisco). Insbesondere Caren Scott hatte sich sehr viel Mühe gemacht und ein kleines Event mit etwa zwanzig Kunden organisiert, sie war inzwischen von Santa Monica nach Las Vegas übergesiedelt. Zum Abschluss der Rundreise flog ich zum ersten Mal nach Hawaii wo ich die dortige Distributorin traf, und zumindest einen kleinen Einblick in dieses  „Paradies“ im Pazifik gewinnen konnte. Nach mehr als zwei Wochen flog ich dann über New York nach Hause zurück. 

 

Natürlich wollte ich in den Vereinigten Staaten erreichen, dass das der Betrieb und das Management von Michael Thomas ein Erfolg würden. Er organisierte im Oktober hierzu ein Distributor Meeting, an dem ich ein letztes Mal teilnahm. Auf dem Distributor-Meeting wollten wir alle wieder „gut Freund“ werden. Dies war auch nach dem Ausscheiden von Klaus Zimmermann bitter nötig geworden. Schon damals arbeiteten, und dies bereits seit einigen Jahren, zwei Mitarbeiter in der Zentrale in Maplewood, die ich auch später als Angestellte in meinem eigenen Unternehmen einstellen würde, Bob Severson und Jennifer Swinton. Mit den Distributoren wurde das Verhältnis wieder auf partnerschaftliche Füße gestellt, dies betraf an aller erster Stelle Carin Scott-Haugg in Las Vegas, Ron und Norma in San Francisco, Sina Eisenstein in New York. Marta Elortegui in Miami und vor allen Dingen Ed Beck in San Antonio. Ich machte auch einen Abstecher nach Toronto und Montreal. 

In Toronto war Ronald Jean mit seiner Frau Loretta nach wie vor Vertreter für Ontario, sie waren aber etwas unglücklich darüber, dass sie von Louise Durette in Montreal abhingen, denn Louise leitete als CEO die Babor Canada Inc., die wir ja von ihrem Vater übernommen hatten. 

 

Das größte Ereignis in 1988 war allerdings im September das Internationale Marketing Meeting in Athen. Für Takis Papazoglou, dem griechischen Importeur, war es eine große Ehre, als Gastgeber diese Zusammenkunft zu organisieren. Wir tagten im Hotel Olympia im Zentrum von Athen, aber er hatte auch ein tolles Rahmenprogramm organisiert, um die antiken Stätte zu besuchen. Das Meeting selbst war schon alleine wegen der Teilnehmerzahl ein großer Erfolg. Wirklich alle Länder und Kunden des damaligen internationalen Vertriebsnetzes waren vertreten. Auf dem Meeting traten aber auch einige Meinungsverschiedenheiten der Geschäftsführung zutage. Es war halt nicht mehr die erfolgreiche Geschlossenheit der solidarischen Entscheidungen und der geteilten Verantwortung, die der Maßstab des Handelns war. Durch die räumliche Trennung hatten sich Rolf Ludl, Dieter Rietfort und ich uns ein wenig auseinander gelebt. Rolf war sehr mit dem Aufbau des Vertriebs beschäftigt, sowohl für Onofri, als auch für Femia, denn manche Entscheidung war aufgrund seiner Planungen entstanden. 

 

Im Anschluss an den USA-Aufenthalt im Oktober hatte ich noch eine längere Geschäftsreise nach Fernost unternommen und zwar nach Korea und Japan. Der koreanische Markt war zumindest für Babor schon etwas mehr entwickelt und die Umsätze waren stetig gestiegen. Der Distributor, die Firma Paulus war ein eher konservativ agierender Partner.  Auch in Korea sind Flexibilität und Ideenreichtum gefragt, dies kam hier vielleicht etwas zu kurz. In Japan hingegen standen wir erst am Anfang einer Entwicklung. Die Reise unternahm ich mit Frau Stolzenberg, unserer internationalen Schulungsleiterin, die auf dieser Reise einige Präsentationen und Schulungen durchführte. Die Früchte dieser Geschäftsbeziehung zu der Firma Ida Ryogokudo sollte ich allerdings nicht selbst ernten, diese kamen für Babor erst in den neunziger Jahren zustande.Die Rückreise führte mich dann über Bangkok, wo ich noch einmal meine Schwester und meinen Schwager kurz besuchen konnte. Geschäftsbeziehungen gab es in Thailand nicht. 

 

Mit Noel Turner auf der Südinsel Neuseelands 1989
Mit Noel Turner auf der Südinsel Neuseelands 1989

Reise nach Down under 

Das Jahr 1989 begann zunächst noch mit der üblichen Routine. Karl Heinz Hoven kümmerte sich intensiv um unsere neuen Tochtergesellschaften, insbesondere die in den Niederlanden und in Belgien. Ich wirbelte weiter als ‚Hans Dampf in allen Gassen‘ in der Weltgeschichte herum, mit dem Ziel die Umsatzentwicklung stets aufs Neue anzukurbeln. Die Auftragsabwicklung leisteten die Export Area Manager, Andrea Weiß, Ralf Merx und Jos Straat. Mein Ausscheiden war zu Beginn des Jahres noch nicht absehbar, denn immerhin hatte ich ja gute Ergebnisse vorzuweisen. 

 

Trotz meines bevorstehenden Ausscheidens bei Babor waren die Reiseaktivitäten doch noch recht intensiv. Ich erinnere mich auch, dass noch eine kanadische Seminargruppe erstmals nach Aachen anreiste, ansonsten herrschte eher Funkstille. Michael Thomas hatte das US Geschäft inzwischen auch im Griff, allerdings kam es nicht zu einer nennenswerten Geschäftsausweitung. Selbst war ich im neuen Betrieb wieder so etwas wie der Exportleiter, unterstützt von mehreren Area Managern, Karl Heinz Hoven, Frau Weiß und Rolf Merx.

 

Im Frühjahr 1989 machte ich eine längere Geschäftsreise, die mich über Singapur nach Malaysia und von dort nach Australien und erstmals nach Neuseeland führte. In Singapur war noch immer Jenny Wong vom Top to Toe College für die Marke tätig, in Sydney war es Nita Bown, die allerdings etwas kränkelte, weshalb ihr Sohn das Geschäft stärker in die Hände genommen hatte. In Neuseeland waren Noel Turner und Scott Fack die Leiter der National School of Aesthetics in Wellington. Es war ein homosexuelles Pärchen von großer Herzlichkeit und typisch australischer „Laissez faire“-Einstellung. Wir hatten eine Veranstaltung mit Präsentation und Seminar in ihrer Schule, Noel führte mich aber auch mit einem Rundflug per Hubschrauber über die Südinsel. Zum Abschluss besuchte ich noch für einige Tage Auckland auf der Nordinsel. 

 

Dort lag noch die „Rainbow Warrior“ von Greenpeace im Hafen, sie war ja von dem französischen Geheimdienst außer Gefecht gesetzt worden. 

 

Im Mai führte mich eine Dienstreise zum letzten Mal für Babor über den großen Teich nach Kanada und in die USA. Der Besuch galt den beiden eigenständigen Filialen in Maplewood, MN und in Montreal. Ohne es damals zu ahnen war es so wie ein Abschied.

 

Nachdem ich mit der Familie im Juli 1989 ein zweites Mal nach Ungarn in Urlaub gefahren war, eröffnete mir der Seniorgesellschafter Dr. Leo Vossen anschließend, dass man sich von mir trennen wollte. Er verstand dies wohl als Gnadenstoß für meine berufliche Karriere, jedenfalls interpretierte ich sein Verhalten mir gegenüber so. 

 

Mit meinem Kollegen Rolf Ludl sollte ich eine Abfindungsregelung für das Ausscheiden im Unternehmen vereinbaren und diese kam dann auch recht schnell zustande. Es ging um die Altersversorgung, die Beteiligung in den USA und den Geschäftsführervertrag. 

 

Wie es so üblich ist, wurde der finanzielle Ausgleich auch noch begleitet von zwei Beraterverträgen, einer für den Verkauf von Femia Cosmetic im Export und der andere für den Verkauf von Restposten und OEM-Produkten (also Private Label Produkten) mit Babor-Rezepturen.

 

Schon im Herbst hatte ich daraufhin damit begonnen, meine berufliche Zukunft vorzubereiten und zu planen. Zu diesem Zweck gründete ich bereits im September 1989 in Belgien die Euro Beauty Service PGmbH, als Gesellschafter traten Elka und mein Bruder Siegfried auf. Mit dieser Firma wollte ich mir die Möglichkeit eröffnen, eigene Marken zu entwickeln und zu vertreiben. Etwas später, nachdem alle Vereinbarungen über mein Ausscheiden unter Dach und Fach gebracht waren, gründete ich noch die Handelsvertretung EWTrading PGmbH, hier war ich alleiniger Gesellschafter. Dies geschah in der Absicht, die an mich ausgezahlten Leistungen steuerlich möglichst günstig  unterzubringen und die Provisionsgeschäfte abzuwickeln. Aber zu all dem mehr im nächsten Kapitel. 

Somit schied ich nach beinahe elf erfolgreichen Jahren Ende 1989 aus dem Unternehmen Babor aus, wie es so schön heißt „einvernehmlich“. Was aber blieb, war eine gewisse unerklärbare Eiszeit in den Beziehungen vor allen Dingen zu der Gesellschafterfamilie Vossen. Diese übertrug sich auch auf die Mitarbeiter von Babor, zu denen ich nur gelegentlich noch Kontakt pflegte. Man verfolgte wohl meinen Werdegang mit einer gewissen Schadenfreude, die ersten Jahre meiner Selbstständigkeit würden sicher nicht sehr leicht werden. Dies war dann auch in der Praxis so.

 

Eine Nachbetrachtung zu den Jahren bei Babor

Die nahezu elf Jahre meiner beruflichen Karriere im Dienste der Dr. Babor GmbH & Co. KG waren aus meiner Sicht sehr erfolgreiche Jahre, in denen ich vom Exportleiter eines eher mittelständischen Unternehmens zum Geschäftsführer eines global operierenden Kosmetikunternehmens gereift war. Dabei hatte ich vor allen Dingen viele persönliche Geschäftsbeziehungen aufbauen können, die mir sehr viel bedeuteten, geschäftlich ebenso wie privat. Meine ganze Familie, meine Frau Elka und meine drei Söhne haben in diesen Jahren eine schöne Zeit erlebt, im Zeichen einer damals schon wachsenden Globalisierung. Diese Globalisierung wurde allerdings in den Schatten gestellt durch das, was in den Jahren danach geschah, nämlich die weltweite Öffnung der Geschäftswelt nach dem Fall der Mauer im Jahre 1989. 

 

Die Zeit ist mir sehr schnell vergangen in diesen Jahren, ich merke dies besonders, wenn man die vielen Ereignisse Revue passieren lässt, so wie ich es in dieser Chronik hier versucht habe. Ich wundere mich heute selbst, welche Reiseaktivitäten notwendig waren und auch durchgeführt wurden, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Es waren aus dieser Sicht intensive Jahre, ohne Pause und ohne Ruhe. Trotzdem würde ich in den nächsten Jahrzehnten solch intensive Zeiten wieder erleben, als es darum ging, die eigene Marke aufzubauen.

In diesen elf Jahren konnte ich den Exportumsatz des Unternehmens in jedem Jahr steigern, auch dann, wenn es zu Turbulenzen kam in verschiedenen Märkten oder durch verschiedene Entwicklungen im wirtschaftlichen Bereich, wie zum Beispiel den Währungsschwankungen sowohl in Europa wie auch in Asien und insbesondere in den USA. Auch der Gesamtumsatz konnte stets wachsen, die Rendite des Unternehmens war in den meisten Jahren gut und die Mitarbeiterzahl stieg von 80 zu Beginn der Beschäftigung auf über 200 Mitarbeiter zum Ende der 80-er Jahre.

 

Auch deshalb bezeichne ich diese wirtschaftlichen Daten als Erfolg, der mich zuversichtlich machte, ähnliches auch in eigener Regie und in eigener Verantwortung umsetzen zu können. Vom Unternehmen BABOR habe ich zumindest ohne negativen Beigeschmack und ohne Zorn Abschied genommen, um mich unverzüglich auf neue Aufgaben zu stürzen.

 

Einige der früheren Kolleginnen und Kollegen sollten weniger als zehn Jahre später wieder meine Wege kreuzen und wir konnten an frühere Erfolge anknüpfen. Es war allerdings nicht so einfach jetzt selbständiger Unternehmer zu sein, anstatt wie früher, sich in einem soliden Unternehmen eingebettet zu wissen. Aber davon wie gesagt mehr in dem nächsten Kapitel, das sich mit der Phase der Eigenständigkeit befasst. 

 

 


Die Janssens aus Hauset

Walther und Elka Janssen wohnten mehr als 40 Jahre mit ihren drei Söhnen in dem kleinen Ort Hauset, einem Ortsteil der Gemeinde Raeren in Ostbelgien. Vieles in dem Archiv unserer Webseite dreht sich deshalb um diese 40 Jahre gemeinsamer Erlebnisse, aber auch um die Zeit davor. Elka und Walther wohnen seit 2013 in Schleckheim, einem Stadtteil im Süden von Aachen. Die beiden ältesten Söhne sind mit ihren Familien in Hauset geblieben, der jüngste Sohn wohnt am Firmensitz der Janssen Cosmetics in Oberforstbach (Aachen).  Wir möchten die Privatsphäre schützen, deshalb reagieren wir gerne auf Hinweise. Wenn Ihr also Hinweise,  Fragen, Anregungen und Vorschläge oder Ideen habt, meldet Euch gerne  

 

dialog@waltherjanssen.eu  


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Kommentare: 1
  • #1

    Detlev O. (Freitag, 01 Januar 2021 17:57)

    Lieber Walther, Du hast das Jahr 2020 sehr gut von allen Seiten beleuchtet. Immer ein Blick auch auf die Firma. Bleibt gesund