Entfaltung der Marke Janssen Cosmetics

Rasante Geschäftsentwicklung von 2001-2003

Die Chronik des Jahres 2001

 

Nach dem Umzug des Lagers Ende Januar wurden die Arbeiten am Bürotrakt noch vorangetrieben und fertiggestellt. Somit konnten mit vereinten Kräften auch die Büros vom Hirzenrott zur Pontsheide umziehen. Dies geschah Ende März 2001, und an einem Wochenende wurden mit Hilfe von Herbert Koch und seinem bewährten Trecker sowohl die Möbel als auch die Inhalte in den Neubau verbracht und eingeräumt. Zur Belohnung gab es dann noch Erbsensuppe und Bier. Einige Freunde und Helfer hatten wir noch zusätzlich dazu eingeladen. Offiziell feiern würden wir aber zum 30. April, nachmittags mit Geschäftsfreunden, Dienstleistern, den Baufirmen und einigen Geschäftspartnern und Lieferanten in der Lagerhalle, sowie Abends auf einer zweiten Feier im Schulungszentrum im 2. Obergeschoss mit Freunden von Elka und mir, denn wir feierten gleichzeitig unseren 25. Hochzeitstag.

 

Das Jahr 2001 begann personell mit den Veränderungen, die sich schon abgezeichnet hatten. Zunächst verließ uns Manuela, dann auch Tosca Schneider, der ich noch eine Stelle bei Ludwig Schokolade vermitteln konnte. Aber auch mit der nun reduzierten Mannschaft war es für uns noch möglich, wahrscheinlich dank der nun doch besseren Organisation, die Geschäfte reibungslos abzuwickeln. 

 

Von der Geschäftsentwicklung her sollte das Jahr wiederum erfolgreich werden, wenn es auch galt, immer kleine Rückschläge zu verkraften. Zu den Rückschlägen zählte zum Beispiel die Zahlungsmoral einiger asiatischen Kunden, die natürlich durch die Finanzkrise in den Ruin getrieben wurden und ihren Zahlungs- Verpflichtungen nicht nachkommen konnten. Dies war insbesondere bei Malaysia und Korea der Fall, aber auch in gewisser Weise bei Hong Kong. Die Außenstände in diesen drei Ländern konnten nicht mehr in voller Höhe eingetrieben werden und es mussten neue Regeln vereinbart werden. Aber auch in Indien und in Pakistan war die Zahlungsmoral nicht sehr gut, obschon die Umsätze sich positiv entwickelten. Auch in den USA konnten die Zahlungsverpflichtungen nicht eingehalten werden. 

 

Dass der Gesamtumsatz unserer Firma in 2001 doch auf 1.783.355 € anstieg, war auch der positiven Entwicklung in Russland zu verdanken. Im September 2000 hatte ich ja Tatjana Birjukowa und Lena Buslaeva auf der Kosmetik International in Wiesbaden erstmals getroffen, die beiden hatten dann schon im April 2001 eine erste Messe in Moskau organisiert um unsere Marke vorzustellen. Die Bestellungen liefen hervorragend 

 

Aber auch andere europäischen Länder, die so langsam begannen, sich zu entwickeln, trugen zum Umsatzwachstum bei: Tschechien, Polen, die Niederlande und mit etwas Abstand Ungarn. Neu hinzugekommen waren noch Mexiko, vertreten durch Irma und Marisa, die bisher bei unserer amerikanischen Vertretung in Irvine eingekauft hatten, die Ukraine, sowie der Mittlere Osten mit Kuwait, Saudi Arabien, Ägypten und Jordanien. Anlässlich der Düsseldorfer Messe hatte ich auch einen Unternehmer aus der Ukraine getroffen, Rudolf Geller nämlich, der schon im ersten Jahr erfolgreich ins Geschäft einstieg.  

 

Im März fand auch die Traditionsmesse Beauty International in Düsseldorf statt, an der erstmals Herr Korte teilnahm. Er war zum Generalvertreter für den Vertrieb in Deutschland bestimmt. Wir besuchten auch in 2001 wieder eine Reihe von Messen, so zum Beispiel erneut Hong Kong, Shanghai und Tokio, aber auch dieses Mal ohne den erhofften Durchbruch. James Chan hatte im Laufe des Jahres Messen im Inneren Chinas besucht, so in Sechuan und Beijing. Es waren seine Bemühungen um den Markt doch besser zu erschließen und Distributoren zu finden.

 

Auf der Messe in Las Vegas hatte unsere Trainerin Klara Doert eine alte Bekannte von mir aus Australien getroffen, nämlich Nita Bown. Über sie habe ich im Kapitel zu Babors Zeiten berichtet. Es muss wohl für sie ein sehr emotionaler Moment gewesen sein, wenn Sie mich auch leider nicht persönlich wiedergesehen hat.

 

Das Sortiment wurde durch die Arbeit von Dr. Sacher stets erweitert stets um einige Produkte erweitert. Es waren dies meist Ergänzungen der bestehenden Serie, aber ich hatte nunmehr vorgesehen, ein Rumpfsortiment an Wellness-Produkten zu vermarkten, denn auch mir war natürlich nicht entgangen, dass dieser neue Markt immer mehr an Bedeutung gewinnen würde. Ich musste einen ersten Schritt in diese Richtung machen, denn sonst konnte ich mich auch nicht auf den Wellness-Messen präsentieren. Dies hatte ich schon bei meiner ersten Messe gemerkt, an der ich teilnahm, zum Beispiel auf der ISPA ASIA in Phuket im Jahr 2000. Im Umfeld der spezialisierten Ausstatter für Wellness-Einrichtungen war ich nur ein kleiner Fisch. Nach einer ersten Testphase wollte ich das ändern. „Secrets of Paradise“, die Wellness-Serie, war meine Antwort darauf. In Singapur 2001 sah dies schon anders aus und wir fanden auch mehr Beachtung. Der Durchbruch war es aber noch nicht. Ebenfalls ausgebaut wurde das Sortiment der Peel Off Masken, das ich in 2000 gestartet hatte.

 

Seminare hatte es deren viele in Aachen gegeben. Emil und Bohumila kamen für einige Tag zu Jutta Janzen nach Aachen. Bohumila war eine erfahrene und gut ausgebildete Kosmetikerin die auch uns noch vieles beibringen konnte.  Insofern kann man das Jahr 2001 als ein Übergangsjahr bezeichnen, der Knoten musste sicher in den Folgejahren platzen, es war wohl nicht mehr aufzuhalten. Trotz der Umsatzsteigerung war der Ertrag recht mager ausgefallen, er lag bei nicht einmal 1 %.

 

Die Chronik des Jahres 2002

 

Es war im Januar 2002, als Dr. Sacher sich bereit erklärte, noch einmal persönlich ein Seminar zu führen. Er machte  dies in Zürich bei einer Seminarveranstaltung, welche Carmela Ramundo, die Inhaberin des neuen Distributors Leonessa AG, organisiert hatte. Dr. Sacher hielt dort einen ausgezeichneten Vortrag über Wirkstoffe in der Kosmetik, den ich leider nicht aufgenommen habe. Aber schon im Februar ging es weiter und unser russischer Importeur kam zu einem ersten Seminar nach Aachen mit einer Gruppe von 16 Kosmetikerinnen. Es war eine äußerst erfolgreiche Veranstaltung und sollte nur die erste in einer Reihe von internationalen Incentive-Seminaren sein.

 

Auf der Frühjahrsmesse in Warschau im April traf ich Stanislaw Calka von unserer Vertretung Agmat Bis. Neben der Messe fand auch ein Treffen seiner Vertreter für ganz Polen statt, von denen einige auch heute noch für die Marke arbeiten. 

 

James Chan war auch erstmals zu einem Besuch nach Aachen und Köln gekommen und er wollte auch unbedingt Dr. Sacher, den Produktentwickler persönlich kennenlernen.  James von New Era Enterprise war schon seit 1996 mit mir in persönlichem Kontakt und damals einer der ersten Janssen-Kunden. So oft ich ihn auch in Hong Kong besuchte, er war noch nie in Aachen gewesen. Ich glaube, es war auch für ihn ein schönes Erlebnis

 

Weitere Seminare sollten folgen, so zum Beispiel das einer lustigen Mischung mit Gästen aus Tschechien, Saudi Arabien und Korea. Aus Saudi Arabien kam Naser Al-Harbi, der die Firma Al Badrani Est. leitete.  Mr. Choi aus Seoul von der Firma Yoo Hyang war bereits mehrmals in Aachen gewesen und unternahm nach der Finanzkrise einen neuen Anfang. Aber auch mit Seminaren im Ausland waren wir nicht knauserig. Klara hatte eine Indienreise auf ihrem Programm, die sie durch fünf indische Städte und ins Taj Mahal Hotel führte. Meinen Importeur Baid Jain hatte ich entlassen und Business Links zum neuen Distributor ausgesucht. Außerdem besuchte Klara für uns zum ersten Mal auf einer Schulungsreise den Mittleren Osten und kam so in die Emirate (Abu Dhabi und Dubai) und nach Kuwait. 

 

Am 22. Juli, morgens um 07.41 Uhr gab es in Alsdorf ein kleines Erdbeben der Stärke 5.0. Alleine im Büro merkte ich ein Rauschen in der Stahlkonstruktion unseres neuen Gebäudes. 

 

Das Messeprogramm war wie in all den Jahren. Düsseldorf im März und Wiesbaden im September gehörten in Deutschland schon zu den traditionellen Messen. Das Team in den USA nahm ebenfalls an vielen Beauty Shows teil. Nach Miami hatte ich im Oktober  zum ersten Mal Erik mitgenommen, der zwar noch nicht für die Firma arbeitete, aber seinen Urlaub nutzte, in das Geschäft hinein zu schnuppern. Die Beauty Forum Köln fand nur einmalig im September statt. Im September 2002 weilten Irma und Marisa aus Mexiko zum ersten Mal in Aachen. Die beiden tätigten in Mexiko gute Umsätze, allerdings nur im Umfeld von Tijuana, wo sie zu Hause waren. Die Ware wurde jahrelang von San Diego über die Grenze gebracht und dort bezahlt. Es war gerade zu diesem Termin das auch Emil und Bohumila sowie Cindy und Bas aus den Niederlanden in Aachen weilte, so dass Jutta Janzen eine Schulung für hochkarätige Gäste anbieten musste. Emil und Bohumila waren ohnehin sehr aktiv auf den Messen in Prag und Pardubice. 

 

Ein besonderes Ereignis war auch der Besuch von Guang Zhou mit Reinhard. Reinhard hatte sich entschieden, nach Abschluss seiner Lehre bei dem Textil-Modeunternehmen Adessa in unserer Firma tätig zu werden, und zwar im Vertrieb. Hier konnte ich in der Tat Unterstützung gebrauchen. Wir reisten nach Guang Zhou zusammen mit dem Ehepaar de Lorenzi und James Chan und zwar zur Schule von Belinda Chan. Es war wieder ein grandioses Ereignis und sicher für Reinhard auch ein großes, erstes Erlebnis. Wir hatten bei dieser Gelegenheit auch Hong Kong besucht. Auch der traditionelle Besuch einer Messe in Moskau stand auf dem Programm, es war dieses Mal die Intercharm im Oktober. Die Messe im Mai hatte ich erstmals besucht, es war der Beginn einer langen Kette von Reisen zu unseren russischen Partnern. 

 

Wieder konnten wir in 2002 einige Märkte hinzugewinnen. Neue Partner fanden wir in Bulgarien, in Mazedonien und Albanien, womit wir zumindest einen Fuß auf den Balkan setzten. Bedeutend war auch der kleine Schritt in den Iran, wo Dr. Ali Mohammadi auf abenteuerliche Weise versuchte, mit kleinen Aufträgen eine Importrate zu erzielen, um Janssen Cosmeceutical im Iran zu verbreiten. Meist schickten wir die Bestellungen nach Genf oder Nizza, manchmal auch nach Dubai und gelegentlich direkt in den Iran. Es kamen keine großen Umsätze zustande, erstaunlich war jedoch, dass auch im Iran ein Markt für die Produkte vorhanden war. Als ein weiteres besonderes Land kam noch Vietnam hinzu. Ein Ärzte-Ehepaar trat als Importeur auf. Sie stellten an uns immer wieder neue Herausforderungen was Verpackung und Versand betraf. Trotz aller Arbeit, die damit verbunden war, und die auch in den Folgejahren sowohl unsere Kommissionierabteilung als auch die Fakturierung immer belastete, war es doch ebenso erstaunlich festzustellen, welche Entwicklung der Umsatz auch mit kleinen Bestellungen in den kommenden Jahren nehmen würde. Schließlich hatte auch Emil Christoph den Wunsch geäußert, den Markt in der Slowakei beliefern zu dürfen, und wir erteilten ihm die Vertriebsrechte. Er hatte dort eine Kundin gefunden, welche die Distribution übernehmen wollte. Danka Kosakova kam aus Martin. 

 

Am 17. November 2002 hatte ich anlässlich der Cosmoprof das 1. International Marketing Meeting Asia Pacific organisiert. Neben Hong Kong waren auch die Länder Korea, Taiwan, Indonesien, Singapur, Vietnam und Russland vertreten. 

 

Das Produktsortiment wurde nur punktuell um einzelne Produkte ergänzt, insbesondere aber wieder um Pudermasken, die sehr gut eingeschlagen waren. Dies lag auch begründet in dem BSE-Skandal, der die Verkäufe von Collagenmasken doch ziemlich beeinträchtigte.

 

Insgesamt machten sich diese Aktivitäten sehr gut in der Geschäftsentwicklung bemerkbar. Im Jahr 2002 machte der Umsatz einen Sprung von knapp 1,8 Mio. € auf jetzt 2.576.966 €. Dies war eine Steigerung von 44 %. Der Ertrag vor Steuern lag bei nahezu 8 %. Wir hatten unsere Fakturierung schon in 2001 auf Euro umgestellt, jetzt war der Euro aber seit dem 1. Januar 2002 auch offiziell als Bargeld im Umlauf. Dies war eine außerordentliche Steigerung und die Entwicklung sollte sich in Prozenten so nicht wiederholen. Es war allerdings für das Unternehmen eine wohltuende Entwicklung, die uns den Schritt in die Gewinnzone dauerhaft sicherte, da nunmehr eine feste Größe im Umsatz erreicht wurde. Wenn auch Russland insbesondere zu dieser Entwicklung beitrug, so war doch stetiges Wachstum in allen Ländern festzustellen. 

 

Im Personalbereich hatte ich zwei Auszubildende eingestellt, Bouchra Ouali und Hüseyin Kapan. Sie kamen am 1. August zu uns. Nur einen Monat später musste ich einen festangestellten Mitarbeiter für das Lager hinzunehmen, es war Marcel Thieffry.  Die beiden Gehlen, Jean-Pierre und Marc, mussten abgelöst werden, sie hatten bisher nur vormittags im Lager Aachen die Aufträge zusammengestellt und waren nachmittags nach Eupen in die Gülcherstraße zur Abfüllung gefahren. Beides wurde aber zu viel. 

 

Zum 1.11.2002 sollte auch unser zweiter Sohn Reinhard Mitarbeiter der Firma werden und zwar sowohl mit der Zuständigkeit für die Geschäfte der Inspira: Cosmetics GmbH als auch für den Vertrieb und die Auftragsabwicklung der wichtigsten Märkte bei Janssen Cosmeceutical. Alle drei Kinder hatten Elka und ich schon bei Erreichen des 18. Lebensjahrs in die Janssen Immobilien GbR aufgenommen, so dass das Immobilienvermögen allen Familienmitgliedern gehörte. Reinhard hatte seine Lehre ähnlich wie sein Bruder Ulrich in einem Aachener Modeunternehmen absolviert und zwar bei Adessa. Nach einer kurzen Zeit als Angestellter hatte er sich dann auch aus freien Stücken für unsere Firma interessiert und Elka und ich nahmen das Angebot gerne an, denn uns wuchs das Geschäft und vor allen Dingen die Ausweitung des Exports doch über den Kopf. Ich konnte mich nun auf das Marketing, die Produktentwicklung und die Kundenbetreuung konzentrieren.

 

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Die Chronik des Jahres 2003

 

Das Jahr 2003 sollte durch den Beginn von Geschäftsbeziehungen in zwei Ländern bedeutend werden, die marketingstrategisch sehr wichtig für uns waren, Spanien und Italien. In Spanien war der Kontakt zustande gekommen durch einen Kunden aus dem fernen Palm Desert in Kalifornien. Wir hatten uns erstmalig zur Messe Cosmobellezza in Barcelona angemeldet und ausgestellt. Ich war mit Marcel Thieffry dorthin gefahren, so wie 20 Jahre zuvor für die Marke Babor mit Frau Martinez. Daraufhin besuchte uns die Firma JMConde aus Malaga in Aachen und wir wurden uns recht schnell einig. Es folgte eine Einschulung des Personals und die Distribution konnte beginnen. Da José Luis, der Chef sozusagen, Untervertreter bei Phytomer gewesen war, kannte er sich im Geschäft recht gut aus und konnte dann auch schnell Tritt fassen. Darüber hinaus schaffte er es auch noch, uns auf der Cosmoprof Messe in Bologna, kaum einige Monate später, mit einer italienischen Firma, Interbeauty aus Bergamo, in Verbindung zu bringen. Auch diese Firma war im Geschäft mit Sonnenbänken tätig, genau wie José Luis. Die Firma aus Bergamo war Untervertreter für die Marke Babor und wollte sich nach einer solideren Alternative umsehen. Auch hier konnten wir recht schnell Einigung erzielen, wenn auch der eigentliche Vertrieb erst zum Monat Januar 2004 beginnen würde. 

 

Was kleinere Länder angeht, konnten wir in Europa erste Kontakte nach Schweden und nach Lettland knüpfen. Damit hatten wir nun auch das Baltikum erreicht. In Osteuropa entstand eine Geschäftsbeziehung zu Rumänien mit einer Kosmetikerin, die wir auf der Messe in Spanien getroffen hatten. Auch wurde nun die Vertretung in der Slowakei  aktiver. Emil Christoph, der für diesen Markt verantwortlich zeichnete, brachte seinen Untervertreter nun auch direkt mit uns in Verbindung, nach zwei mühsamen Jahren des Aufbaus und der Unterstützung. Nur der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass wir in 2003 auch noch Geschäfte mit Syrien, wenn auch in kleinem Maßstab, und mit Jugoslawien tätigten. In Jugoslawien geschah dies über Janina Mikovic, die sowohl Herausgeberin von „Nouvelles Esthetiques“ in Serbien als auch Veranstalter des gleichnamigen Kongresses war.

 

Absoluter Höhepunkt war aber das 1. Internationale Marketing Meeting Europe in Znojmo, wo Emil und Bohumila in unserem Auftrag als Veranstalter auftraten. Es war uns gelungen, dreizehn Länder einzuladen und willkommen zu heißen, und unsere Firmenstrategie für die kommenden Jahre zu erläutern. Es war das Projekt „Agenda 2007“. Ein Hauptbestandteil war die Entwicklung einer neuen Hochpreisserie, OPUS BELLE, die mit dem gleichzeitigen Neudesign der Körperpflege Body Secrets, fortan als OPUS GRATIA gehandelt, und der Bereitstellung einer Herrenserie OPUS EST einherging. Wir  stellten diese drei Serien vor, deren Design von der Aachener Agentur Wincommunication entworfen wurde. Die tatsächliche Fertigstellung sollte dann jedoch noch eine Weile dauern und entgegen aller Ankündigungen konnte Opus Belle erst im Herbst 2004 eingeführt werden. Die Probleme lagen hauptsächlich in der Entwicklung, die sich doch als schwieriger erwies als geplant. Mit Isoflavonen (Phytohormonen) und anderen neuen Wirkstoffen hatten wir jedoch den Nagel auf den Kopf getroffen. Dr. Sacher selbst stellte auf diesem Meeting seine Wirkstoffe und ihre Wirkungsweise vor. Auch die Firma war gut vertreten, Elka war mit dabei, ebenso Reinhard und Jutta Janzen. Es war eine Veranstaltung, welche die junge Vertreterschar sicher zusammenschweißte und gleichzeitig ein Meilenstein in der Firmengeschichte darstellte.

Auf der anderen Seite des Kontinents hatte Klara Doert eine erneute Rundreise unternommen, die sie diesmal nach Singapur und Malaysia, nach Indonesien und nach Vietnam führen sollte. Es war für alle Importeure, sowohl Josephine Tan als auch für Efendi und die Mediziner in Saigon, eine verkaufsfördernde Maßnahme.

 

Im April besuchte ich  auch Nika, den Vertreter in St. Petersburg. Auf der Intercharm Professional in Moskau konnte mich von dem außergewöhnlichen Wachstum in diesem Land überzeugen. In Aachen erhielten wir Besuch von Mr. Choi aus Korea mit einem neuen Team, er wollte nach der Finanzkrise und dem Stillstand der letzten Jahre einen neuen Anlauf nehmen. Sein Team sollte hinsichtlich des neuesten Standes unserer Technik geschult werden. 

 

Nach der Messe in Tokio im Mai nahm ich selbst an der Messe in Dubai teil. Diesmal begleiteten mich Elka sowie Emil und Bohumila Christoph, denn wir buchten gemeinsam einen kurzen, anschließenden Urlaub. Es war für alle ein schönes Erlebnis, sowohl die Messe, welche uns einen neuen Importeur für die Arabischen Emirate bringen sollte (Hospitech), als auch der Urlaub, den wir in einem Hotel in Jumeirah verbrachten, dort wo später  „The Palm“ angelegt wurde. 

 

Im Juli erhielten wir in Aachen Besuch von unserem amerikanischen Management Renato und Jennifer, die Entwicklung dort war nach wie vor alles andere als zufriedenstellend. Mit den Beschlüssen, die wir gemeinsam erarbeiteten, sollte ein neuer Anlauf unternommen werden, um die Lage zu verbessern. In einem sehr intensiven Sommer hatten wir auch ein weiteres Seminar mit Gästen aus Singapur und aus der Ukraine. Singapur war zum ersten Mal Gast in Aachen. Ich selbst wagte den ersten Besuch einer Messe auf einem anderen Sub-Kontinent, und zwar zum Kosmetik-Kongress in Rio de Janeiro.

 

Der Besuch in Brasilien war in jeder Beziehung ein Erlebnis. Die Erschließung des brasilianischen Marktes stellt für jeden Kaufmann eine Herausforderung dar und so ging es auch mir. Die Messeware hatte ich erst gar nicht zur Verfügung, eine Verzollung schien unmöglich zu sein. 

So nahmen Renato Irribarren aus meinem Büro in Irvine, der mich begleitete, und ich selbst alles in Koffern mit oder zumindest so viel, wie wir tragen konnten. Wir knüpften auch viele Kontakte auf der Messe, aber die Ausbeute dieser Kontakte erwies sich als sehr schwierig. Eine Ausnahme war hier Marcia Gerhardt aus Petrópolis, die Renato schon vorher von Messen in den USA kannte. Sie hatte schon eine gewisse Erfahrung mit dem Import und führte darüber hinaus ein Institut erster Klasse in ihrem Wohnort in Petrópolis. Aber auch sie sollte sich noch, ähnlich wie wir, an den Registrierungs- und Importvorschriften die Zähne aus beißen. Erst in 2006, also drei Jahre später, zeichnete sich allmählich ab, dass wir mit einem kleinen Sortiment beginnen konnten. 

 

Rio de Janeiro ist, unabhängig davon, eine schöne Stadt, landschaftlich betrachtet, und wie der Veranstalter des Kongresses, eine gewisser Hugo Turovelsky erklärte, “…la capital mundial de la beleza“ - die Welthauptstadt der Schönheit. Ich selbst würde noch einmal in 2004 zum Kongress reisen, erstmals auch mit Ulrich. Auch diese Reise brachte keinen Durchbruch. Im Jahre 2005 schickte ich meine Angestellte aus den USA und erst in 2006 reiste ich noch einmal mit Ulrich.

 

Nach dem Ausscheiden von Manuela Thieffry und von Tosca Schneider hatte Jutta Janzen, die eigentlich nur für Schulungen eingestellt war, auch den Vertrieb Deutschland übernommen. Allerdings musste ich recht schnell eine zusätzliche Mitarbeiterin einstellen, es war Ute Momann. Sie blieb allerdings nur knapp zwei Jahre bei uns und verließ uns in 2004. Reinhard war zunächst bei Inspira angestellt, er sollte sich aber vor allem um den Vertrieb kümmern sowie um die Geschäfte der Firma Inspira Cosmetics. Die Mitarbeiterin Fanny Mertes verließ uns ebenfalls, sie hatte sowohl mit sich selbst als auch in der Familie einige Probleme. Der Mitarbeiterstab war doch auf neun gewachsen, denn auch im Lager hatten wir einige Monate zuvor einen Lagergehilfen eingestellt, Sebastian Adamski. Er sollte Marcel Thieffry unterstützen, der ja nach dem Ausscheiden von Jean Pierre Gehlen in Aachen bei uns im Lager die gesamte Kommissionierung schultern musste. Marcel Thieffry begann im September 2002 seine Tätigkeit bei uns. Er war ein Schulfreund von Ulrich und gleichzeitig der Bruder unserer früheren Auszubildenden Manuela. Ulrich kannte auch Sebastian Adamski von seinem Computerclub.

  

In der zweiten Hälfte des Jahres führten wir noch mehrere Seminare durch, so eines mit einer Gruppe aus Polen, ein weiteres mit den Vertretern Westeuropas, in diesem Falle aus Deutschland, Holland, der Schweiz und auch Tschechien. Ein drittes Seminar war das mit einer Gruppe aus Russland, die uns von nun an jedes Jahr einmal beglückten. Umgekehrt besuchte ich weitere Messen in Polen und die Intercharm in Moskau (mit einer Presse Show im Hyatt Ararat Moskau), während ich die Cosmoprof in Hong Kong wegen SARS gestrichen, James war in diesen Jahren nicht mehr so recht in China weitergekommen und auch wir hatten die Betreuung etwas vernachlässigt.

 

Im Dezember machte Klara Doert eine weitere Seminarreise, die sie erneut in den Mittleren Osten führte, diesmal nach Jordanien zu Luba Chushvara, nach Bahrain zu Latifa Eid und zu einigen anderen Interessenten in Dubai und Abu Dhabi. Gerade dieser letzte Termin war aber ein Reinfall, da der Importeur für die Emirate die Schulungswoche fast überhaupt nicht vorbereitet hatte. 

 

In der Firma feierten wir zum Jahresende die gute Entwicklung mit einem Bowlingabend zum Erhalt eines guten Betriebsklimas. Es war ein Beitrag, die kleine Mannschaft zu motivieren und zusammen zu schmieden, was auch, so glaube ich, allgemein angenommen wurde.

 

Auf dem Werbesektor hatte ich in den vergangenen Jahren doch sehr viel von der nahezu kostenlosen Unterstützung unseres Geschäftsfreundes Emil Christoph gelebt, der stets neue Models suchte und auch Fotoshootings durchführte. War es in 2002 die schwarzhaarige Michaela aus Prag gewesen, die als Model für unsere Plakate zur Verfügung stand und damit Manuela Thieffry ablöste, so war es nun die blonde Michaela, mit der wir erneut eine Bilderserie zur Verfügung gestellt bekamen. 

Dieses Shooting  wurde ebenfalls genutzt für Plakate und Tragetaschen zum Beispiel und Distributoren haben sie in vielen Ländern übernommen. Was die Corporate Identity betraf oder auch die Anzeigenwerbung, so hatte es hier allerdings keine großen Veränderungen oder besondere Anstrengungen unsererseits gegeben. Sowohl Klara als auch Jutta und ich selbst hechelten meist den Ereignissen hinterher und wir schafften es gerade mal, einen Präsentationsfolder in deutscher Sprache zu machen, während die englische Version noch ein weiteres Jahr auf sich warten ließ. 

 

Die Agenda 2007, die ich definiert hatte, geriet in Zeitverzug, denn die Opus Belle Serie konnte nicht, wie geplant und wie auch auf dem Meeting in Znojmo verkündet, noch vor Weihnachten eingeführt werden, es sollte erst 2004 sein. Nur die Herrenserie Opus Est wurde verwirklicht und die Körperpflege Body Secrets hieß jetzt Opus Gratia. In Planung hatten wir aber auch noch eine Make Up-Serie „Secret Looks!“ (ausschließlich Foundation) und einige Produkte mit Softgel-Kapseln, die Serie „Skin Add-Ins“. Während die Herrenserie und das Make Up von Dr. Sacher entwickelt wurden, kamen die Softgel-Kapseln aus dem Hause Cardinal Health. Die Phase dieser Produktentwicklungen nenne ich im Rückblick „Cosmeceuticals 2.0“ in Anlehnung an den Begriff „Industrie 2.0“.

 

Großes Kopfzerbrechen und viele Kosten verursachten die diversen Registrierungen unserer Produkte in den verschiedenen Exportländern. Über die Registrierung in Japan hatte ich bereits berichtet, sie ging auf das Jahr 1999 zurück, musste aber stets neu angepasst werden. Dies zählte zu den Aufgabengebieten von Elka, die damit auch alle Hände voll zu tun hatte. In den osteuropäischen Ländern war dies nur solange notwendig, wie diese nicht Mitglied der Europäischen Union waren, es wurde also später etwas einfacher. Eine besondere Hürde stellte aber Russland dar und es war letztendlich nur möglich, indem wir einen pensionierten russischen General und seine technische Assistentin für einige Tage nach Aachen einluden, um auf diese Art und Weise das Verfahren zu beschleunigen. Der General stand der Registrierungsbehörde vor und war somit maßgebend für die Registrierung. Nach der Einladung erhielten wir das Zertifikat P für alle unsere Produkte und somit stand auch hier einem geregelten Import nichts mehr im Wege.

 

Die Registrierungsarbeiten mussten aber auch in verschiedenen asiatischen Ländern fortgesetzt werden, so vor allen Dingen in Korea und etwas weniger in Taiwan. Bald erfand aber auch die Behörde in Malaysia neue Regeln. In allen Ländern mussten wir sogenannte Freiverkäuflichkeitsbescheinigungen beibringen, wobei uns die rasche Hilfe der Aachener Gesundheitsbehörde eine große Stütze war. 

 

In einem weiteren Bereich galt es, zahlreiche Verwaltungshürden zu überwinden, es war dies das Zollwesen. Das Sammeln der Lieferantenerklärungen und die ständigen Beglaubigungen bei der Handelskammer wurden zu einer großen Belastung, es blieb aber keine andere Wahl, als sich durch diesen Irrgarten aus Regelungen durchzuschlagen. Dabei war erkennbar, dass auch viele unserer Lieferanten große Mühe hatten, die für uns notwendigen Unterlagen beizubringen und dies selbst bei großen Firmen, von denen man hätte meinen müssen, dass alles möglich sei.

 

Da leider die Entwicklung der neuen OPUS Serien viel mehr Zeit in Anspruch nahm als ursprünglich prognostiziert, diese somit 2003 nicht zustande kamen, waren wir auf einige andere Neueinführungen angewiesen. Es waren dies Präparate wie die Serie Skin Add-Ins, Softgelkapseln, die wir zunächst bei der Firma Cardinal Health in Stuttgart einkauften. Sie sollten bald ein wichtiger Umsatzträger werden, allerdings mit kleinen Margen für uns. Auch sogenannte Face Manager und Body Manager, das waren Kabinenprodukte im Set für eine Einmalbehandlung, kamen in das Sortiment hinzu. An den Opus Serien wurde bis Ende 2004 entwickelt. 

 

Alles in allem war das Geschäftsjahr 2003 ein sehr erfolgreiches Jahr, sowohl von der Umsatz- als auch von der Gewinnentwicklung her betrachtet. Die Firma erzielte einen Umsatz von 3.064.850 €, eine Steigerung von 19 %. Auch die Ertragsrate war mit 10 % außergewöhnlich hoch. 

 


Die Janssens aus Hauset

Walther und Elka Janssen wohnten mehr als 40 Jahre mit ihren drei Söhnen in dem kleinen Ort Hauset, einem Ortsteil der Gemeinde Raeren in Ostbelgien. Vieles in dem Archiv unserer Webseite dreht sich deshalb um diese 40 Jahre gemeinsamer Erlebnisse, aber auch um die Zeit davor. Elka und Walther wohnen seit 2013 in Schleckheim, einem Stadtteil im Süden von Aachen. Die beiden ältesten Söhne sind mit ihren Familien in Hauset geblieben, der jüngste Sohn wohnt am Firmensitz der Janssen Cosmetics in Oberforstbach (Aachen).  Wir möchten die Privatsphäre schützen, deshalb reagieren wir gerne auf Hinweise. Wenn Ihr also Hinweise,  Fragen, Anregungen und Vorschläge oder Ideen habt, meldet Euch gerne  

dialog@waltherjanssen.eu  


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Kommentare: 1
  • #1

    Detlev O. (Freitag, 01 Januar 2021 17:57)

    Lieber Walther, Du hast das Jahr 2020 sehr gut von allen Seiten beleuchtet. Immer ein Blick auch auf die Firma. Bleibt gesund