Die Stiftung nach Niermanns Tod 1985-1987

Der Stifter Hermann Niermann verstarb im April 1985. Er wurde in Düsseldorf beigesetzt und unmittelbar nach seinem Ableben begann eine Auseinandersetzung um die Stiftungshoheit. Als Kuratoriumsvorsitzender versuchte ich die Machtverhältnisse zu klären, konnte aber eine Sachwalterschaft nicht verhindern. Ich persönliche geriet auch im Fokus der Aufsichtsbehörde. Letztendlich gelang es mir noch die Wahl eines neuen Vorstand und eines neuen Geschäftsführer ins Positive zu kehren. 

6. Entwicklungen in der Hermann-Niermann-Stiftung (1985 - 1987)

 

Der Stifter Hermann Niermann verstarb am 6. April 1985. Dies war verständlicherweise eine Zäsur in der Geschichte der Gemeinnützigen Hermann Niermann-Stiftung. Dr. Burger hatte für die Beisetzung auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf eine würdige Gedenkfeier organisiert, auch unter Beteiligung einer eigens angereisten Schützendelegation aus Südtirol. Die Kosten für diesen „Auftritt“ übergab er mir zur finanziellen Regelung.  Einige dieser Teilnehmer waren wahrscheinlich Nutznießer von Fördermitteln gewesen. Recht schnell wurde die letzte Ruhestätte mit einem Grabstein versehen, die Grabpflege übernahm die Stiftung. 

 

Nach dem Tod des Stifters begann für Dr. Burger eine eher hektische Zeit. Neben dem Stiftungsvermögen war ja auch noch das Privatvermögen des Herrn Niermann vorhanden. Der Stifter war in Düsseldorf verstorben, hatte aber seinen Wohnsitz zuletzt nicht mehr in Castagnola, sondern in Kirchberg am Wechsel, dort wo auch Dr. Burger zu Hause war. Dies hatte Dr. Burger wohl rechtzeitig eingefädelt, denn somit wurde die Erbschaftssteuer zunächst am Gericht in Aspang, dem Gerichtssitz für Kirchberg a.W. geregelt. Das Testament selbst war ein mündliches Testament, in Österreich wohl eine legal anerkannte Urkunde. Es genügte die Bestätigung durch und die Vereidigung von drei Zeugen. Entsprechend diesem Testament war Margarete Sänger die Alleinerbin von Hermann Niermann. Ihr eigenes Vermögen hatte sie auf Nachfrage der bundesdeutschen Finanzbehörden in Düsseldorf, wo sie gemeldet war, als sehr gering angegeben: sie hatte nur das Einkommen einer einfachen Angestellten. Nach meiner späteren Erkenntnis war dies wohl auch richtig. 

 

Nun aber kam sie durch die Erbschaft in den Besitz eines bedeutenden Vermögens, dessen Größe wahrscheinlich niemand genau kannte. Dr. Burger mag wohl aufgrund seiner Tätigkeit für die Stiftung und für Herrn Niermann von der Existenz einiger Bankkonten gewusst haben. So wurde ein Vermögensbetrag der Erbschaftssteuer in Österreich unterworfen, der sehr gering war, und wohl nur einen Teil des tatsächlichen Vermögens darstellte. Dies war aber damals wohl auch objektiv nicht zu erkennen, auch von Frau Sänger nicht. Von diesen Vorgängen hatte ich nur Kenntnis durch vage Erzählungen von Dr. Burger, auch das Kuratorium der Stiftung war nicht informiert. Leutselig wie er war, teilte Dr.Burger dies einem internen Kreis von Kameraden ebenfalls mit.  

 

Erst Jahre später wurde mir klar, dass nur ein kleiner Teil des privaten Vermögens von Herrn Niermann der Erbschaftssteuer unterworfen wurde. So jedenfalls war wohl das Finanzamt in Österreich froh über diese unverhoffte Einnahme und die Finanzbehörden in der Bundesrepublik gingen leer aus. Da sich auch niemand beklagt hat, kann man in der Nachbetrachtung sagen, dass Dr. Burger, der ja immerhin Kaufmann von Beruf war, dies wohl geschickt eingefädelt hatte. Er meldete Herrn Niermann tatsächlich in Kirchberg a.W. an, und stellte so die Weichen für die oben dargestellte Regelung.

 

Nach dem Tode von Herrn Niermann sind aber noch weitere Pflöcke eingeschlagen worden. Zumindest ein Teil des Vermögens kannte Dr. Burger offensichtlich und mit Zustimmung von Margarete Sänger, der Universalerbin, muss es wohl zu Absprachen gekommen sein, die einen Teil dieses Vermögens einer Stiftung in Liechtenstein, der Parcami-Stiftung nämlich, zuführten. In dieser Stiftung war nun Dr. Burger selbst Organ. Die übrigen Personen waren meist „Kameraden“ aus dem Dunstkreis des Dr. Burger. Somit hatte dieser nun auch direkten Zugriff auf Finanzquellen aus dem Privatvermögen des Herrn Niermann. Den Namen der Parcami-Stiftung habe ich erst im November 1985 erfahren, und zwar von Dr. Burger selbst, denn er ging damit „hausieren“. Mit der Erbschaftssache selbst hatte ich nichts zu tun. In Verantwortung um Familie und Beruf fehlte mir die Energie, um mich in diese Sache „reinzuhängen“, zumal auch das Kuratorium der Niermann-Stiftung hier nichts unternehmen konnte. Frau Sänger war jetzt diensttuhende Geschäftsführerin der Stiftung und ließ sich von Dr. Burger bei dieser Aufgabe helfen. Ohne Zweifel wollte Burger mehr.

 

Zu einer ersten Sitzung des Kuratoriums nach dem Tode von Hermann Niermann kam es am 9.11.1985. Bei dieser Gelegenheit ließ Dr. Burger wohl auch den letzten Schleier der Bescheidenheit fallen. Es wurden zwei neue Kuratoriumsmitglieder hinzugewählt, Dr. Hartung aus Düsseldorf und Dipl. Kfm. Herwig Nachtmann aus Graz, dem Herausgeber der „Aula“. Was ich nicht wusste, kurz zuvor hatte Herwig Nachtmann in der „Aula“ für die Fördertätigkeit der Stiftung geworben. Aus meiner Sichtweise drohte  die Stiftung damit sowohl durch die sie vertretenden Personen, wie auch durch die öffentliche Darstellung nach außen ins rechte Fahrwasser zu geraten. Dies alles geschah am Kuratorium vorbei und  auch ich hatte keinen Einblick mehr darüber was zwischen Mai und November 1985 möglicherweise durch Mittelzuwendungen gelaufen war. Für Eupen-Sankt Vith wurden die Anträge und Beschlüsse des Kuratoriums ausgeführt, ich gehe davon aus dass dies auch für Südtirol zutreffend war. Die Überweisungsträger zeichnete nun Frau Sänger.

 

Auf der gleichen Sitzung wurde Frau Margarete Sänger zur neuen Vorstandsvorsitzenden der Stiftung gewählt. Dies wäre nur kurzfristig zu vertreten gewesen. Durch die Erbschaft in Verbindung mit dem Testament war sie nun wohl vollkommen Dr. Burger ausgeliefert. Nicht mehr zu vertreten war, wie sich später herausstellen würde, Herrn Wilhelm Norhausen die Zeichnungsberechtigung über die Konten der Stiftung zu geben. Hier merkte ich zum ersten Mal, dass Dr. Burger auch hinter meinem Rücken und ohne mein Wissen versuchte, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Eine zweite Zeichnungsberechtigung machte ja durchaus Sinn, denn so ließ sich verhindern, das Zahlungen entsprechend den Budgetvorlagen stets verzögert wurden. Nun da der Stifter verstorben war, gab es nicht mehr sein Vetorecht gegen Beschlüsse des Kuratoriums, es konnte mehrheitlich entschieden werden, ohne ein Veto zu befürchten. 

 

Mit Schreiben vom 5.2.1986 an den Regierungspräsidenten reichte Prof. von der Heydte das Protokoll der November-Sitzung an die Behörde ein. Er hatte aber gar nicht teilgenommen. Später habe ich erfahren, dass es zwei Protokolle geben sollte.

 

Sowohl ich selbst als auch Dr. Funk, wir fühlten uns beide überrumpelt. Weder wir beide noch die anderen Kuratoriumsmitglieder hatten uns gegen all diese Vorschläge gestellt. Dr. Funk muss ich in der Situation zugutehalten, dass er sich dahingehend äußerte, nun nach dem Tode müsse man mit Professionalität ans Werk gehen. Ihm war wohl auch das offensichtliche Gemauschele von Dr. Burger nicht geheuer, Frau Sänger war einer solchen Aufgabe in keiner Weise gewachsen und nach wie vor durfte Dr. Burger ja offiziell keinerlei Funktion in der Stiftung übernehmen. Ich selbst war wohl zu naiv und erkannte nicht, was sich da zusammenbraute. Eine führende Rolle hätte ich auch nicht übernehmen können, da ich zu stark in meiner beruflichen Karriere eingespannt war. Ich konnte auch nicht ahnen wie sich die Dinge entwickeln würden und habe damals weder den Gedanken gehabt auszuscheiden noch mich all diesen Entscheidungen zu widersetzen. Im Beruf bis über beide Ohren engagiert, mit der Verantwortung für eine große Familie und mit einem sehr geringen Zeitfenster war mir dies nicht möglich. Schon gar nicht kam mir der Gedanke, auf Fördermittel für Eupen-Sankt Vith zu verzichten. Zunächst sah ich nur die Möglichkeit, auf Dr. Burger einzuwirken und ihm zu erklären, dass er so nicht weiter verfahren könne, das würde die Behörde auf den Plan rufen und könnte die gesamte Existenz der Stiftung in Frage stellen. Dies hat Dr. Burger sicher nicht gleich verstanden oder verstehen wollen, allerdings würden ihn einige Ereignisse in den kommenden Monaten zu einem etwas anderen Denken verleiten, wenn auch nicht zum Umdenken. Persönlich hätte ich in dieser Phase mehr Fingerspitzengefühl von ihm erwartet. Aber ideologisch verblendet sah er sich am Ziel seiner Träume, durchaus nachvollziehbar, und diese Träume hatte  er eingefangen und würde sie nicht mehr loslassen wollen. 

 

Vieles, was von nun an in den kommenden Monaten geschah, entzog sich, insbesondere im Hinblick auf die Ereignisse in Düsseldorf selbst, vollkommen meiner Einflussnahme. Das waren zunächst die Aktivitäten des Wilhelm Norhausen. Er saß nun aufgrund seiner Vollmacht für das Bankkonto an der Quelle.  

Er begann damit, Überprüfungen über geleistete Förderungen vorzunehmen. Dabei hatte er wohl insbesondere Südtirol und Dr. Burger im Visier. Warum er sich ausgerechnet mit Dr. Burger überwarf, wobei dieser ihm doch diese Vollmacht „besorgt“ hatte, ist mir schleierhaft. Ich kann es mir nur aus der Gier des Herrn Norhausen erklären, nun über bedeutende Mittel zu verfügen. Es waren dies erste Versuche,  Dr. Burger auszuschalten. Man stelle sich vor, Dr. Burger überzeugte Frau Sänger als neugewählte Vorstandsvorsitzende, Wilhelm Norhausen eine Konto-Vollmacht zu erteilen. Norhausen nutzt diese, im Komplott mit Frau Sänger, um Dr. Burger auszuschalten. Der Beratervertrag wurde gekündigt, diese Entscheidung ist später wieder rückgängig gemacht worden. In Erfüllung seines „Auftrags“, der durch keinen Beschluss gedeckt war, überwies Norhausen sich zunächst einen Reisekostenvorschuss von 100.000 DM,  um diese Überprüfung in Südtirol und im Elsaß vorzunehmen und wie er sagte, Unregelmäßigkeiten aufzudecken. Die beiden Kameraden wurden sich nun spinne feind und auch Dr. Funk und ich wurden von Norhausen aufs Korn genommen.  Zunächst bekam ich dies gar nicht mit. 

 

Auf der Kuratoriumssitzung vom 28.6.1986 stellt Wilhelm Norhausen einen Misstrauensantrag gegen Dr. Burger. So seien Stiftungsmittel nicht bei den vorgesehenen Empfängern angekommen. Nur zwei Wochen später kündigte Frau Sänger den Beratervertrag von Dr. Burger, auf Betreiben von Norhausen, der schon seit Monaten großen Einfluss auf Frau Sänger zu gewinnen versuchte und diesen auch durch seine ständige Nähe zu ihr hatte. Es fand eine „Anhörung“ von Empfängern von Stiftungsrenten in Düsseldorf statt, die Ergebnisse wurden dem Regierungspräsidenten (Stiftungsaufsicht) übermittelt. Norhausen blieb bei seinen Anschuldigungen gegen Dr. Burger und warf ihm Veruntreuung vor. Durch die Mitteilung an die Behörden war nun aber die ganze Stiftung bei der Stiftungsaufsicht in den Fokus geraten.

 

Am 26.7.1986 hatte Freiherr von der Heydte seinen Rücktritt als Kuratoriumsvorsitzender erklärt und war gleichzeitig auch aus dem Kuratorium ausgeschieden. Er gab gesundheitliche Gründe an, die glaubhaft waren. Von der Heydte hatte schon vorher bei mehreren Sitzungen gefehlt. Verstorben ist Friedrich August Freiherr von der Heydte am 7. Juli 1994 in Landshut. 

 

Auf einer außerordentlichen Kuratoriumssitzung in Eupen (im InED Versammlungsraum an der Aachener Straße) wurde ich am 4.9.1986 zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt. Neu in das Kuratorium gewählt wurde der Journalist Horst Stein, welcher auch zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Diesen Kandidaten hatte Dr. Burger vorgeschlagen, wenngleich Stein nicht an der Sitzung teilnahm. Ich hatte jedoch vorher mit ihm sprechen können. Burger hatte in der Person von Dr. Hartung noch Unterstützer in Düsseldorf. Mehrheitlich distanzierte sich das Kuratorium von der Kündigung des Dr. Burger und forderte die Annullierung derselben.  Auf der gleichen Sitzung wurde Herr Pauels aus Düsseldorf zum Geschäftsführer bestellt. Er hatte sich offiziell beworben und behauptet, Herrn Niermann seit 1962 zu kennen. Dem Kuratoriumsmitglied Norhausen wurde die Zeichnungsberechtigung entzogen, sie wurde Dr. Hartung übertragen, der ebenfalls in Düsseldorf lebte. Am 5.9.1986 trat das Kuratoriumsmitglied Baatz daraufhin zurück, zumal er Abweichungen zwischen dem Bericht des Herrn Norhausen und dem Protokoll der Anhörung festgestellt hatte, was die Renten für Südtirol betraf. Auf der folgenden Kuratoriumssitzung vom 11.10.1986 wurde dann Dr. Michael Vogt als Nachfolger von K.-W. Baatz in das Kuratorium gewählt. 

 

Meine Wahl war für mich ein Zeichen, dass Dr. Burger mir noch vertraute, die Geschicke der Stiftung in seinem Sinne zu führen. Dies war natürlich keine Ehre, aber es erlaubte mir behutsam die Aufgabe als Vorsitzender wahrzunehmen, ich leitete die Sitzungen und schrieb auch die Protokolle. In Bezug auf die Zuwahlen dachte ich bisher noch richtig gehandelt zu haben, die ganze Vergangenheit von Dr. Hartung und Nachtmann kannte ich nicht (in diesem Kreis der Ahnungslosen war ich wohl nicht alleine), auch nicht die von Michael Vogt. Während ich mit Stein keine Probleme hatte, wurde ich mit Dr. Vogt und Pauels bei Abstimmungen und Verhaltensmustern später eines Besseren belehrt.

Drei Tage später, am 8.9.1986, erstattete Norhausen bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Strafanzeige wegen Veruntreuung gegen Dr. Burger, Walther Janssen und Dr. Funk. 

 

Anzeige von Norhausen

 

Von nun an war mir klar, dass ich trotz meines Amts als Vorsitzender des Kuratoriums so ziemlich auf mich alleine gestellt war. Ich hatte diese Wahl aus mehreren Gründen angenommen. Zum einen war ich das noch einzige Mitglied des Kuratoriums, das von Hermann Niermann auf Lebenszeit zum Kuratoriumsmitglied bestellt worden war. Zum zweiten versprach ich mir von der Ausübung dieser Funktion direkt Einfluss nehmen zu können, sowohl in Bezug auf das Personal-Karussell, wie auch in Bezug auf die Verwaltung der Stiftung. Zum dritten hatte ich doch immer vor Augen, welchen Nutzen die Stiftung für unsere Heimat in Deutschostbelgien auch in Zukunft haben könnte. Hinschmeißen wollte ich also nicht, wenngleich meine Position doch geschwächt war. Zum ersten hatte ich in den vergangenen Wochen und Monaten nicht beherzt genug eingegriffen um Unheil abzuwenden, zweitens war ich nun durch die Anzeige des Herrn Norhausen selbst in den Fokus der Justizbehörden und der Stiftungsaufsicht geraten, so dass man mir eine ausgleichende Rolle wohl nicht mehr abnehmen würde. Auch hatte ich insofern eine schwache Position, als die Personalentscheidungen der letzten Monate schon eine Mehrheit  der Burger-Fraktion im Kuratorium sicherstellten. Ich war sehr enttäuscht und auch verzweifelt, ich musste versuchen mit den bestehenden Mehrheiten das Blatt zu wenden.  

 

Unterstützer hatte ich nur noch wenige. Wer hätte die Machenschaften von Herrn Norhausen ahnen können. Auf die „Kameraden“ von Herrn Burger würde ich auch nicht zählen können, wie sich auch später noch zeigen sollte. Welche Fördermittel in dieser Zeit tatsächlich nach Südtirol flossen, wusste ich nicht, da ich keinen Einblick in die Buchhaltung hatte. Es werden wohl die üblichen gewesen sein. Für uns in Eupen-Sankt Vith war ausbezahlt worden, was auch im Budget beschlossen worden war. Es blieb vor allen Dingen bei der Förderung des InED und es kam noch zu dem Versuch der Gründung eines Medienbetriebs in Luxemburg unter dem Namen „Mediafinanz A.G.“   Mit diesem Projekt sollte eine „freie Presse“ aufgebaut werden, der Plan dazu war schon älteren Datums. Es ist aber nicht zu irgendeiner Umsetzung gekommen und die bereits eingezahlten Gelder wurden dem InED Betrieb zugeführt. 

 

Wie das Kuratorium später erfuhr, hatte die Vorstandsvorsitzende Frau Sänger am 2.10.1986 die Stiftungsaufsicht ersucht, einen Sachwalter zu bestellen. Ob dies auf Betreiben von Herrn Norhausen geschah, war mir damals nicht bekannt, sicher war es aber nicht der alleinige Impuls der Frau Sänger, denn hierzu konnte ich sie später befragen. Somit kam für mich nur Herr Norhausen in Frage. Als Reaktion darauf setzte die Stiftungsaufsicht per Dekret am 31.10.1986 einen Sachwalter ein, und zwar Dr. Tondorf. Er hatte den Auftrag, die Verwendung der Stiftungsmittel seit dem 1.1.1984 zu prüfen. 

 

War ich zunächst auch geschockt über diese Maßnahme, so bedeutete sie für mich auch, dass nunmehr keine Zusammenarbeit mehr möglich war, weder mit dem Vorstand noch mit dem Kuratorium. Nichtsdestotrotz wollte ich die Stiftung nicht aufgeben. Zum einen musste ich dem Sachwalter darlegen, was mit den Stiftungsgeldern geschehen war, des Weiteren musste ich versuchen, die Stiftung wieder handlungsfähig zu bekommen. Das konnte ich nicht ohne eine gewisse Unterstützung von Dr. Burger und seinen Freunden Dr. Hartung, Nachtmann und  anderen, zum Beispiel Dr. Vogt oder Dr. Funk. Inwieweit man mir noch vertraute, sollte sich noch beweisen müssen. 

 

Seltsamerweise hatte Frau Sänger sich nun in einer Kehrtwende dazu entschlossen, Rechtsmittel gegen die Bestellung eines Sachwalters einzulegen. Dr. Burger hatte sie hiervon überzeugen können, nachdem er ihr in Bezug auf Norhausen wohl reinen Wein eingeschenkt hatte. Die Begründung der Rechtsmittel übernahm Rechtsanwalt Lothar Kulmsee aus Düsseldorf, ein der Frau Sänger persönlich bekannter Jurist. Wie war es denn möglich gewesen, dass sie selbst die Stiftungsaufsicht beauftragt haben sollte, einen Sachwalter zu bestellen? Im Kuratorium versuchten alle Mitglieder, zumindest nach außen, Normalität zur Schau zu tragen, der Sachwalter hatte jedoch die Konten sperren lassen.  Ab dem 14.11.1986 hatte er die Alleinvertretung gegenüber den Geldinstituten. Dies ist deshalb wichtig festzustellen, weil es nur zwischen Oktober 1985 und November 1986 für Dr. Burger möglich gewesen wäre, Frau Sänger zu Auszahlungen am Kuratorium vorbei zu bewegen. Solche hatte es aber nach meinen Erkenntnissen nicht gegeben. Nur beantragte Fördermittel wurden ausbezahlt. Solche hatte es aber nach meinen Erkenntnissen nicht gegeben.

 

Der Sachwalter Dr. Tondorf verlangte von verschiedenen Kuratoriumsmitgliedern Aufklärung über die Verwendung von Geldern und zwar von Dr. Burger, Dr. Funk und mir, jedoch auch von Herrn  Norhausen, den er aufforderte, die 100.000 DM zurückzuzahlen, die dieser auf ein Unterkonto zu seiner Verfügung überwiesen hatte. Ohne mein Wissen führte der Sachwalter Dr. Tondorf gemeinsam mit den Eheleuten (?) Norhausen erneut Anhörungen von Rentenempfängern aus Südtirol durch. Es ging wohl endgültig darum, nachzuweisen, dass Dr. Burger Fördermittel veruntreut hatte. Ohne jetzt Dr. Burger besonders in Schutz nehmen zu wollen, muss ich gestehen, dass mir das Vorgehen des Herrn Norhausen zu weit ging. Er hatte auch von Parteispenden an die PDB gesprochen, aber schon zur letzten Wahl im Jahre 1986  war keine Mittelbereitstellung mehr an die PDB erfolgt. Vor Ort in Düsseldorf war Norhausen sichtlich bemüht, sich selbst in Szene zu setzen und Zugriff auf die Stiftung zu erhalten. Nur so kann ich Zusammenarbeit mit dem Sachwalter interpretieren und seine Bemühungen, alle anderen im Kuratorium auszuschalten. Dass dies nicht aus der Überzeugung heraus geschah, Unheil von der Stiftung abzuwehren, kam von Tag zu Tag mehr zum Vorschein, er suchte seinen eigenen Vorteil. Sein Vorgehen stand auch im Gegensatz zu seinen früheren Äußerungen im Kuratorium, wenn er sich dann überhaupt zu Wort meldete. Dr. Burger hatte ihm wohl selbst Informationen zugesteckt, die später gegen ihn verwendet wurden. 

 

Herr Norhausen hatte seine Informationen von Dr. Burger selbst übernommen und versuchte ihn nun durch eine Strafanzeige auszuschalten.  Er beeilte sich, im Januar 1987 einen Teil der 100.000 DM, insgesamt etwa drei Viertel, zurück zu zahlen. Auf der Kuratoriumssitzung vom Januar 1987 wurden die Herren Dr. Watschinger, J. Knauer und Dr. Gernot Möhrig in das Kuratorium gewählt. Ich hatte mich dieser Wahl trotz Bemühungen nicht widersetzen können, insbesondere weil ich keine Mehrheit mehr fand und ich weiter versuchte direkt Einfluss auf Dr. Burger zu nehmen. Mit ihm schien es mir allerdings fast unmöglich, aus der Sachwalterschaft heraus zu kommen. Schließlich war ja auch die Anzeige gegen meine Person noch gar nicht verhandelt. 

 

Der Kampf um die Stiftungshoheit

 

In dieser Phase  hatte ich über Alfred Keutgen, dem Geschäftsführer des InED, Kontakt zu Lorenz Paasch aufgenommen und ihn über alle Hintergründe und den derzeitigen Zustand der Stiftung informiert. Umgekehrt hatte wohl Lorenz Paasch beim InED um Aufklärung gebeten für die vergangenen Jahre. Ich selbst wollte Burger davon überzeugen, einen neuen Vorstand zu bestimmen und ich suchte auch nach einer Möglichkeit, die Abstimmungsverhältnisse im Kuratorium zu verändern. 

Ich erklärte  Dr. Burger, dass es nur möglich war die Sachwalterschaft abzuwenden, wenn wir „unbelastete“ oder „einwandfreie“ Kandidaten für Vorstand, Geschäftsführung und Kuratorium präsentierten. Da auch er durch die verschiedenen staatsanwaltlichen und strafrechtlichen Ermittlungen unter Druck geraten war, stimmte Dr. Burger dieser Strategie nach zwei weiteren Besprechungen zu. Bei einer dieser Besprechungen waren auch Dr. Hartung und Herwig Nachtmann dabei. Zuvor hatten die beiden aber erneut einige Kandidaten aus dem Umfeld der Südtiroler Kameradschaft und auch aus dem eher rechten Spektrum in Deutschland als Kandidaten vorgeschlagen. Damals hatte ich das Internet nicht zur Verfügung, konnte daher auch nur bescheidene Informationen zu den Personen erhalten. Auch verlief alles sehr schnell. Mir fehlte ganz einfach die Zeit für die Recherchen und für häufige Aufenthalte in Düsseldorf, sie waren nur schwer mit meiner beruflichen Tätigkeit zu vereinbaren. In einigen Fällen offenbarten sich die Kandidaten selbst, in einigen anderen Fällen war ich ihren möglichen Handlungen und Abstimmungsverhalten ausgesetzt. So wie Dr. Burger sich aber bei Norhausen getäuscht hatte, so schien es mir möglich, dass noch andere „seiner“ Kandidaten nicht immer auf Linie bleiben würden.

 

Ebenfalls im Januar 1987 hatte das Verwaltungsgericht Düsseldorf die Klage gegen die Sachwalterschaft abgewiesen. RA Kulmsee ging im Auftrag des Stiftungsvorstands in Berufung. 

 

Auf der Kuratoriumssitzung vom 2. Februar 1987 wurde der Ausschluss von Wilhelm Norhausen beschlossen, neu hinzugewählt wurden nun die Herren Ludwig Wördehoff, Helmut Kamphausen und Pfarrer Jean Keppi aus Brumath im Elsass. Diese Kandidaten hatten wir vorher interviewt, sie schienen mir als geeignet, als Gegenpol zu wirken. Pfarrer Keppi, Herausgeber von „Land un Sproch“ im Elsaß, war allerdings selbst Empfänger von Fördermitteln gewesen. 

 

Bei meinen Gesprächen mit Lorenz Paasch brachte dieser den Ministerialbeamten Uwe Stiemke als Vorstand der Stiftung ins Gespräch. Er war Mitarbeiter des Ministeriums für innerdeutsche Angelegenheiten unter Erich Mende gewesen. Lorenz Paasch hatte seine Bekanntschaft wohl anlässlich eines Kongresses der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen gemacht. 

 

Dr. Tondorf bereiste in diesen Wochen indessen Eupen-Sankt Vith und das Baskenland, als Dienstreise zur Prüfung der Mittelverwendung. Inzwischen waren alle Dämme gebrochen, was die Ausgaben der Stiftung betraf. Das Honorar des Sachwalters war fürstlich, alle hatten begriffen, dass eine Menge Geld in der Stiftung vorhanden war. Einsicht in die Buchführung wurde Dr. Tondorf zunächst in Eupen verwehrt. Noch im Mai 1987 gewährte das InED dem Sachwalter jedoch Einblick in die Belege über alle in den Jahren 1984 bis 1986 erhaltenen Zuwendungen der Stiftung. Daraufhin bewilligte der Sachwalter wieder Fördermittel für diese Einrichtung. Dies wurde Lorenz Paasch, der mit anderen einen Antrag an den Sachwalter gestellt hatte, am 21.5.1987 mitgeteilt. Tondorf, ein SPD-Mann, hätte das sicher nicht getan, wenn Paasch und InED-Geschäftsführung ihn nicht überzeugt hätten. 

 

All diese Angaben habe ich trotz meiner Funktion als Kuratoriumsvorsitzender nicht seitens der Behörden erhalten. Die Befugnisse lagen nach wie vor in den Händen des Sachwalters. Es gab keine Zusammenarbeit zwischen ihm und mir. Es kam allerdings am 10. Juni 1987 zu einem Gespräch zwischen Dr. Tondorf, dem von ihm eingesetzten Wirtschaftsprüfer Dr. Neumayer und mir in Düsseldorf. Ich habe, wie auch im sogenannten Tondorf-Bericht angegeben, alle gewünschten Auskünfte erteilt. Allerdings sind die Schlussfolgerungen des Sachwalters für mich nicht annehmbar. Den Vorwurf der Mittelveruntreuung hielt er undifferenziert aufrecht, auch dass ich den eigentlichen Kontrollpflichten nicht nachgekommen sei (das galt in der Tat für jeden) und somit der Stiftung Schaden entstanden sei. Mit Mittelveruntreuung ist allerdings nicht das Wirtschaften in die eigene Tasche gemeint, sondern die zweckfremde Verwendung von Fördermitteln im Sinne der Satzung der Stiftung und der Kuratoriumsbeschlüsse.

Ich selbst traf mich nunmehr zu einem weiteren Gespräch mit dem Sachwalter, in welchem ich diesen alle weiteren von ihm gewünschten Auskünfte gab. Vor allen Dingen legte ich ihm auch meine Sicht der Dinge in Bezug auf die Verwendung von Stiftungsmitteln dar. 

 

Ich teilte ihm mit, dass alle Ausgaben die wir in Eupen-Sankt Vith getätigt hatten, nachweislich kulturellen und gemeinschaftspolitischen Einrichtungen zugute gekommen waren, was auch überprüft werden könnte. Zuwendungen an die PDB-nahe Einrichtung „Institut für Erwachsenenbildung“ (InED) gehörten dazu. Zu kleinen Teilen seien, anlässlich von Wahlen, die finanziellen Mittel natürlich auch für den Druck von Wahlplakaten oder Anzeigen verwendet worden. Eine solche Art der Unterstützung sei aber in Belgien in den konfessionell und ideologisch aufgestellten Organisationen und Einrichtungen entlang der Parteifamilien durchaus üblich und auch nicht illegal. Auch die Christlich Soziale Partei würde Unterstützung aus der wallonischen Parteizentrale erhalten. Auch Unterstützung aus Frankreich für die Wallonie sei durchaus üblich. Leider gebe es ja noch keinen eigenen Wahlkreis für Deutschostbelgien. So sei  es nicht verwerflich, das die PDB eben auch Mittel aus Deutschland erhalten habe. Da daran keinerlei Bedingungen geknüpft waren, weder von der Stiftung als privatrechtliche Einrichtung noch von staatlicher Seite (landes- oder bundesstaatlich), könnte also von deutscher Einmischung und Einflussnahme überhaupt keine Rede sein. Es diente ganz einfach der Förderung der anerkannten Minderheit in Belgien. Der Sachwalter hat nicht widersprochen, hat aber festgehalten das zumindest die Art und Weise des Umgangs mit den finanziellen Mitteln abenteuerlich gewesen sei und nicht transparent und dies im Bericht auch festgehalten. Dem konnte ich nicht widersprechen, hielt aber die Meinung aufrecht, dass auch viele der Empfänger keine Überweisungen wünschten, sondern eher Barzahlungen. Dies hatte ich alles seit Jahren akribisch aufgelistet und auch in den ersten Jahren dem Stifter stets übergeben, bis er eines Tages sagte, er brauche das nicht. 

 

Am 15. Juni 1987 wurde das Büro von Margarete Sänger auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durchsucht. Einen Tag später, am 16. Juni 1987, legt sie ihr Amt als Vorstandsvorsitzende nieder und schied somit aus den Organen der Hermann-Niermann-Stiftung aus. 

 

Mit den Kuratoriumsmitgliedern Dr. Hartung und Nachtmann wurde von mir das Szenario für die am 17. Juni 1987 einberufenen Kuratoriumssitzung abgestimmt. Uwe Stiemke hatte seine Bereitschaft erklärt, als Vorstand der Stiftung zu kandidieren. Ich wollte ihn somit für dieses Amt vorschlagen und benötigte hierfür eine Mehrheit in diesem Gremium. Nach umfassender Debatte wurde Uwe Stiemke zum Vorstandsvorsitzenden gewählt, auch mit den Stimmen der sogenannten „Burger-Fraktion“. Abgesprochen war auch mit Herrn Stiemke, dass sich Lorenz Paasch für die Stelle des Geschäftsführers bewerben solle, was dieser auch mit Schreiben vom 23. Juni 1987 tat. Die beiden hatten dies wohl zur gegenseitigen Bedingung gemacht.

 

Für die Wahl eines neuen Geschäftsführers wurde die ganze abgesprochene Angelegenheit allerdings noch einmal brenzlig. Dr. Funk hatte nämlich einen weiteren Kandidaten ins Spiel gebracht, dessen Name mir heute nicht mehr geläufig ist. Dr. Funk war mit Lorenz Paasch nicht einverstanden.  Auch jemand anderes sah seine Felle schwimmen, nämlich Herr Pauels, der derzeitige Geschäftsführer. Er wurde deshalb noch bei der Stiftungsaufsicht vorstellig, vielleicht auch im Auftrag von anderen Kuratoriumsmitgliedern handelnd. 

 

Auf der anderen Seite war auch Uwe Stiemke bemüht, der Stiftungsaufsicht zu erklären, warum nach Vorlage des Tondorf-Berichts, dessen Bekanntmachung kurz bevorstand, dem Vorstand und dem Kuratorium sozusagen eine neue Chance zu geben sei. Er hatte mit Tondorf schon die Förderverfahren abgestimmt und dieser setzte sich nun auch ein für die Wahl von Lorenz Paasch zum Geschäftsführer. Auf der Kuratoriumssitzung vom 13.7.1987 wurde dem Geschäftsführer Pauels wegen Vertrauensbruch gegenüber dem Vorstand gekündigt. 

Anschließend stellten sich die beiden Kandidaten noch einmal vor und Lorenz Paasch wurde letztendlich mit einer Stimme Mehrheit zum Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hermann-Niermann-Stiftung bestellt. Dr. Funk hatte nicht nur die Kandidatur Paaschs abgelehnt, sondern auch gegen ihn gestimmt und anschließend noch schwere Vorwürfe erhoben wegen Veruntreuung von Stiftungsgeldern im Zusammenhang mit dem Medienprojekt. Dies war umso erstaunlicher, als ich dieses Projekt sowohl im Kuratorium als auch mit Dr. Funk besprochen hatte und Lorenz Paasch ja nur als Gesellschafter auftreten sollte.  Lorenz Paasch war aber wohl für Dr. Hubert Funk ein rotes Tuch. Dieses Verhalten von Dr. Funk war natürlich auch für mich eine bittere Erkenntnis. Trotzdem war es mir gelungen, die Voraussetzungen zu schaffen, durch die Wahl eines tadellosen Vorstandsvorsitzenden die Sachwalterschaft zu beenden. Wichtig waren aber die Mehrheiten im Kuratorium. Hier kam es zu einer Absprache dahingehend, dass die belasteten Mitglieder, Walther Janssen, Dr. Funk, Dr. Hartung und Herwig Nachtmann geschlossen zurücktreten sollten, um den Weg für eine Erneuerung freizumachen. 

 

Auf der Kuratoriumssitzung vom 10.8.1987 wurde Josef Dries aus Sankt Vith ins Kuratorium gewählt. Ich selbst trat auf dieser Sitzung wie abgesprochen zurück, nicht aber die Kuratoriumsmitglieder Dr. Hartung und Nachtmann. Dr. Funk allerdings folgte meinem Schritt. Somit schied ich also nach nahezu zehn Jahren aus dem Kuratorium der Hermann Niermann Stiftung aus. 

 

Meinen Rücktritt erläuterte ich noch in einem Schreiben vom 11. August an die Stiftungsaufsicht.

 

An dieser Stelle wurde deutlich, dass die Fraktion um Dr. Burger mir nur solange gefolgt war, wie Aussicht auf Beendigung der Sachwalterschaft bestand. Dr. Hartung und Nachtmann wollten aber offensichtlich ihren Stuhl nicht räumen, wie es abgesprochen. Dies sollte zu Schwierigkeiten in der Stiftung führen, die sich noch Jahre hinzogen. Es wurde ein Hauen und Stechen um die Frage, wer die Mehrheit im Kuratorium hatte. Diese Ereignisse sind ebenfalls im Bericht des Untersuchungsausschusses zu finden, den ich bereits erwähnte. Sie spielten sich nicht mehr mit meiner Beteiligung ab.

 

Der Bericht des Sachwalters Dr. Tondorf

 

In Folge sollte und musste ich mich jetzt intensiv mit den Vorwürfen des Sachwalterberichts auseinandersetzen. Der Bericht, auch als Tondorf-Bericht bekannt, wurde am 27. Juli  1987 veröffentlicht. In den letzten Gesprächen vor der Veröffentlichung des Tondorf-Berichts hatte ich dem Sachwalter alle gewünschten Auskünfte erteilt. Zu sagen, ich sei wegen der im Bericht erhobenen Vorwürfe zurückgetreten, entspricht nicht der Wahrheit. 

 

Zum einen war es ja so, dass ich den Bericht des Sachwalters noch nicht kannte. Zum anderen war ich aber auch mit der Strafanzeige wegen Veruntreuung beschäftigt und musste mehrmals nach Düsseldorf,  um vor der Staatsanwaltschaft zwecks Befragung zu erscheinen. 

 

Mit dem Bericht des Sachwalters möchte ich mich an dieser Stelle etwas näher auseinandersetzen. Es waren dort schwere Vorwürfe gegen meine Person enthalten.  Zum einen wurde beanstandet, dass ich als Vorsitzender des Kuratoriums meinen Aufsichts- und Kontrollpflichten nicht nachgekommen sei. Zum anderen wurde mir vorgeworfen in der Vergangenheit Zuwendungen der Stiftung nicht satzungsgetreu verwendet zu haben und hier auch meinen Pflichten nicht nachgekommen sei, die Verwendung zu überprüfen und zu belegen. Zur Begründung führte Dr. Tondorf hier die Stiftungsgesetze an, die mir in all den Jahren bis hin zu den Interpretationen nicht bekannt waren. Er schlussfolgerte daraus, dass ich auch persönlich für diese Misswirtschaft verantwortlich sei. Er unterstellte mir, mit Frau Sänger und Dr. Burger „… ein inniges freundschaftliches Verhältnis gehabt zu haben“. Es könne doch nicht wahr sein, dass ich von all dem was auch in Südtirol oder im Elsass geschehen sei, nichts gewusst hätte. Die Wirklichkeit war aber trotzdem anders gewesen und die schwerwiegenden Vorwürfe wurden von der Staatsanwaltschaft nicht weiter verfolgt. 

Mir waren lediglich aufgrund der Kuratoriumssitzungen die Anträge bekannt, nicht aber wann Fördermittel für Südtirol oder an wen zur Auszahlung kamen. Schon gar nicht war mein Verhältnis  zu Frau Sänger bis zum Tode von Herrn Niermann innig. Ich kann mich nicht erinnern, ihr in der Zeit von 1978 bis 1985 überhaupt zweimal  begegnet zu sein, nicht ein einziges Mal bin ich in der Wohnung gewesen. Das war natürlich für Dr. Burger anders, der bei seinen Besuchen in Düsseldorf sicher in der privaten Wohnung von Herrn Niermann und Frau Sänger verkehren musste. Aber ich kann hier nur vermuten, dass Frau Sänger auch nicht gewusst hat, welche Wege die Zuwendungen nach der Überweisung gegangen sind, weder in Südtirol noch sonst wo. Dr. Burger legte ja stets „Belege“ vor für seine Aktionen, auf jeden Fall die Zeitschriften, aber auch zum Beispiel für die Dornenkrone, die für die 175-Jahr Feier des Tiroler Freiheitskampfes angefertigt wurde. Diese Vermutungen von Dr. Tondorf entbehren zumindest was die Mitwisserschaft von mir betrifft, jeder Grundlage. Richtig ist, das weder ich selbst noch sonst ein Kuratoriumsmitglied jemals Nachprüfungen angestellt hatten. Bis zum Auftreten von Herrn Norhausen war dies nie der Fall gewesen. Inzwischen war es gelungen, für Eupen-Sankt Vith  wieder Zuwendungen zu erhalten, dank der Offenlegung über die Mittelverwendung durch  der Kassierer der PDB, der Geschäftsführung des InED, durch meine eigenen Bemühungen und durch den Einsatz von Lorenz Paasch. 

 

Dr. Tondorf hatte aber auch in Südtirol, im Elsass und im Baskenland ermittelt, und dort einige seltsame Dinge ans Tageslicht gebracht. Bei seinen Recherchen in Südtirol kam zum Vorschein, dass Dr. Burger wohl ein Netzwerk aufgebaut hatte um die Zuwendungen nur teilweise den Empfängern zukommen zu lassen. Dies war zutreffend für die Bergbauernhilfe, es war aber auch zutreffend für andere Verwendungszwecke wie zum Beispiel wissenschaftliche Arbeiten oder Studienbeihilfen. So konstruierte er ein Netz von Darstellungen und Gegendarstellungen und brachte manch einen Empfänger in Verlegenheit. Die Namen der beteiligten Personen hatte ich schon gekannt, sie waren sicher von Dr. Burger hin und wieder genannt worden. 

 

Die Berichte über die Ermittlungen von Dr. Tondorf lesen sich denn auch wie ein Kriminalroman. Für mich war es erkennbar, dass sowohl Dr. Burger wie auch seine Freunde innerhalb und außerhalb der Stiftung irgendwie reflexartig eine Energie entwickelten, um bestimmte Aktionen zu verschleiern und dass sie sich dabei immer weiter verstrickten. 

 

Es zeigte sich also, dass es ihnen selbst bewusst war, das gewisse Aktionen nicht so zweifelsfrei mit den Stiftungszielen vereinbar waren, schon gar nicht nach dem Tod des Stifters. Jedenfalls war die Empfehlung des Sachwalters, diese Förderung nicht mehr fortzusetzen.  

 

Im Elsass hatte Dr. Tondorf auch ermittelt und insbesondere Pfarrer Keppi befragt. Hier traten jetzt auch Diskrepanzen auf zwischen dem was an Auszahlungen erfolgt war und dem was im Elsass tatsächlich verwendet wurde. Dies war auch zutreffend, hatte ich doch schon erläutert, dass nicht die volle Summe der Zuwendungen die für „Elsass-Lothringen“ bestimmt waren, auch dorthin ausbezahlt wurde. Ich selbst kann heute mangels Unterlagen die genauen Summen nicht mehr belegen, war aber an den Übergaben durchaus beteiligt, wenn ich auch nicht die Projekte selbst aussuchte oder diese jetzt besonders gekannt hätte. Überweisungen für den René-Schickele-Kreis gab es an eine Frau Zeller in Baden, die mir von Dr. Funk genannt worden war, sowie an Yvo Peeters aus Flandern, der als Überbringer für die Anliegen des Dr. Funk auftrat. Der René-Schickele-Kreis war ja hauptsächlich bekannt wegen seiner Bemühungen um die Zweisprachigkeit im Kindergarten und in der Grundschule. Andere unterstützte Personen waren Herr Moschenross und Fritz Becker, für den Elsass-Lothringischen Volksbund, einer parteiähnlichen Organisation und einem Verein „Europahaus der Regionen“. Dabei sind wohl auch Beträge an die Anwälte von Peter Rieffel gezahlt worden, sowie an die Familien der seinerzeit Verurteilten im Prozess gegen die als „Schwarze Wölfe“ bekannte Gruppierung (später auch als „Organisation“ oder „Separatisten-Gruppe“ bezeichnet), was dazu führte dass dies als Unterstützung von rechtsradikalen Umtrieben gesehen wurde (nicht im Bericht von Dr. Tondorf, wohl aber in der medialen Auseinandersetzung der 90-er Jahre). Jedenfalls lautete auch hier der Vorwurf von Dr. Tondorf an Dr. Funk und mich (wir waren ja zeichnungsberechtigt für die Konten), uns über die Beschlüsse des Kuratoriums hinweggesetzt zu haben. Das ist aber nur insofern richtig, als die Anträge und Zuwendungen für Elsass-Lothringen im Haushalt nur sehr allgemein gehalten wurden und sich die tatsächliche Unterstützungen erst nach Erhalt der Zuwendungen eröffneten. Zu Bedenken ist ja auch, dass die Auszahlungen von Herrn Niermann nach eigenem Gutdünken vorgenommen wurden, meist gegen Ende des Jahres, und das eine weitsichtige Planung nicht möglich war. Jedenfalls hat die Staatsanwaltschaft von diesen Empfehlungen des Sachwalters selbst nicht viel gehalten. Auch in einem Bericht des Innenministers, der Jahre später öffentlich wurde, hat man nicht alle Vermutungen für bare Münze gehalten.

 

Der Sachwalter schlug dann auch der Stiftungsaufsicht vor, mich für den der Stiftung zugefügten Schaden durch Misswirtschaft und stiftungsfremder Verwendung finanziell zur Rechenschaft zu ziehen. Während dieser Zeit war ich allerdings bereits selbst durch die Anzeige des Herrn Norhausen dem Verhör der Staatsanwaltschaft unterworfen, und ich hatte hier meine Aussagen gemacht. Letztendlich ist die Staatsanwaltschaft nicht den Empfehlungen des Sachwalters gefolgt, und die Anzeige wurde eingestellt gegen Zahlung einer Ordnungsstrafe. Dies mag an mehreren Tatsachen gelegen haben. 

 

Zum einen ist es nicht zu leugnen, dass der Stifterwille in vielen Fällen so dominant war, dass ein eigenes Einwirken unmöglich erschien. Sicher war die Person Niermann und sein Handeln auch den Behörden, selbst der Staatsanwaltschaft, hinreichend bekannt um zu ermessen, welchen Einfluss man überhaupt ausüben konnte. Weder seine eigene Vermögensverwaltung noch die Verwaltung der Stiftung konnte man mit normalen Maßstäben bewerten. Eine Kontrolle war nicht möglich, vor allen Dingen hatte ich auch nicht den Eindruck gehabt, dass die Förderungshilfen, die wir in Eupen-Sankt Vith verteilten, stiftungsfremd waren. Selbst bei Wahlhilfen konnte man ja argumentieren, dass dies eine legitime und legale Unterstützung für die Autonomiebemühungen einer Minderheit ist. All diese Zuwendungen waren ja auch bei einer ersten Betriebsprüfung 1981 nicht beanstandet worden. Ohne Zweifel war der nicht immer vorhandene Endnachweis für die Verwendung von Stiftungsmitteln unbefriedigend, er wurde allerdings nachgeliefert und die Förderung für Ostbelgien wurde auch wieder aufgenommen. 

 

 

Man konnte dem Kuratorium oder auch mir im speziellen, zumindest nach meiner Wahl zum Vorsitzenden, vielleicht vorwerfen, seine Pflichten nicht erfüllt zu haben. Dies reichte aber der Staatsanwaltschaft offenbar nicht, um den Empfehlungen des Sachwalters zu folgen. Deshalb wurden wohl die Vorwürfe der Mittelveruntreuung und die Schadensersatzforderungen fallengelassen und nicht weiter verfolgt. Mittelveruntreuung bedeutete im Sinne des Stiftungsrechts die Verwendung der Zuwendungen für andere Zwecke als die im Bericht der Stiftung angegeben. Dies war in Eupen-Sankt Vith aber nicht für die Gesamtzuwendung zutreffend, höchstens in einzelnen Fällen. Der Beweis für die Verwendung wurde letztendlich erbracht. Natürlich war es der Stiftung nicht mehr erlaubt, so fortzufahren wie bisher. Schon nach meinem Rücktritt erfolgten Antrag, Zahlung und Abrechnung entsprechend den festgelegten Richtlinien. Für den Bereich Südtirol war dies wohl anders gewesen, denn der Beweis der Endverwendung konnte oder sollte nicht geklärt werden. Somit entstanden auch hier die wildesten Spekulationen, die schon kurz nach Bekanntwerden des Berichts von Dr. Tondorf auch in Eupen-Sankt Vith aufblühten. Für das Elsass war auch der Endverwendungsnachweis für die gezahlten Fördermittel lückenhaft. Mir war auf jeden Fall bekannt, das weniger Mittel in das Elsass geflossen waren, als die Überweisungsträger der Stiftung auswiesen. Dies lag unter anderem daran, dass in einigen Fällen diese Zuwendungen für Eupen-Sankt Vith verwendet wurden. Die Zahlungen für das Elsass erfolgten auch in bar oder sie wurden auf das Konto einer Frau Zeller überwiesen, die dieses Geld wiederum an den René-Schickele-Kreis aushändigte. Diese Recherchen des Sachwalters waren also korrekt. Auch hatte ich Dr. Burger bei einigen wenigen Gelegenheiten, Bargeld übergeben, zuletzt 12.000 DM für die Kosten der Beisetzung. Nicht korrekt war allerdings die Feststellung des Sachwalters, dass ich mit Frau Sänger paktiert hätte um diese Finanzierungen auf Umwegen abzuwickeln. Dies war aber weder vor dem Tode des Stifters noch in den wenigen Monaten danach der Fall. In der kurzen Zeit nach seinem Tod hatte ich gerade begonnen die Mediafinanz A.G. aufzubauen. Der Vorschlag wurde schon zu Lebzeiten des Stifters vorgetragen, aber nie verwirklicht. Wegen der bestehenden Sachwalterschaft wurde das Vorhaben sofort gestoppt. 

 

Ohne Zweifel war die praktizierte Art der Finanzierung nicht mit den üblichen, stiftungsrechtlichen Richtlinien vereinbar. Da diese Praktiken aber über Jahre so bestanden hatten und es auch bei früheren Prüfungen oder Berichten keine Beanstandungen oder Nachfragen gegeben hatte, waren sowohl die Stiftungsaufsicht wie die Staatsanwaltschaft wohl nicht gewillt, in die durch den Stifter praktizierte Freiheit nachträglich einzugreifen. 

Es kam demnach nicht zu rechtlichen Schritten, weder gegen meine Person noch gegen die Stiftung oder andere Kuratoriumsmitglieder. Es wurden lediglich für die Zukunft neue Regeln aufgestellt, die sofort zur Anwendung kamen.

 

 

Der Bericht des Sachwalters wurde Jahre später auch dem Eupener Journalisten Freddy Derwahl zugespielt. Ich hatte starke Vermutungen, dass dies geschah um sowohl den neuen Vorstand und die neue Geschäftsführung der Stiftung zu diskreditieren und auch die gegen meine Person dort aufgeführten Vorwürfe publik zu machen. Jedenfalls hatte ich den starken Verdacht dass Dr. Hartung den Tondorf-Bericht übergeben hatte, um zu erreichen, dass die Aufmerksamkeit sich nun auf Eupen-Sankt Vith richten sollte und nicht mehr so sehr auf Südtirol, wo er ja bis zur Halskrause in Schwierigkeiten steckte. Diese Absicht ist ihm sicher hervorragend gelungen, denn über Jahre beschäftigte sich die mediale Welt und die Politik in unserer Heimat mit der PDB, der Stiftung und den verschiedenen Akteuren. Das Ganze dauerte bis 1997, obschon bereits Anfang 1993 der Bericht von Innenminister Schnoor für Klarheit gesorgt hatte und alles gesagt war. 

 

Nach dem Rücktritt

 

Ich war zurückgetreten, aufgrund der getroffenen Absprachen, von denen die meisten sich erfüllten, aber eben nicht alle. Meine Berufung auf Lebenszeit war mir eine Ehre und stets eine wichtige Aufgabe  gewesen, so dass der Rücktritt mir nicht leicht gefallen ist. Ich war aber auch überzeugt, dass der von mir ausdrücklich gewünschte Kandidat Josef Dries der beste Garant war für eine Vertretung im Kuratorium der Stiftung. 

Andererseits musste ich mir auch Fehler eingestehen, unter anderem  einen zu laschen Umgang mit der Verantwortung, die mir angetragen wurde. 

 

Recht schnell hatte ich mich von dem Geschehen in Düsseldorf verabschiedet. Hinzu kam, dass ich auch beruflich auf einem Höhepunkt meiner Karriere stand. Als Geschäftsführer einer Aachener Kosmetikfirma hatte ich, zuständig für Marketing und Vertrieb, eine beispiellose Entwicklung mit zu verantworten, die meine ganze Energie gefordert hatte. Zum Jahresende 1987 wurde ich Geschäftsführer der Internationalen Vertriebsorganisation dieser Firma, jetzt mit Sitz in Vaals. Wie ich ob dieser Verantwortung noch die Kraft aufbringen konnte, die Turbulenzen in der Stiftung zu überstehen, kann ich auch heute noch nicht nachfühlen. Erleichtert war ich allerdings, dass es mir gelungen war, integre und kompetente Persönlichkeiten wie Stiemke und Paasch an die Spitze der Geschäftsführungsorgane der Stiftung zu hieven. Auch waren mindestens die Hälfte der Kuratoriumsmitglieder, allen voran Josef Dries, als integre, unbescholtene Bürger, für mich eine Versicherung, dass nur noch Förderungen im Sinne des Stiftungszwecks und unter Berücksichtigung der Gemeinnützigkeit erfolgen würden. Trotzdem zog sich bis in die frühen neunziger Jahre ein Tauziehen hin um die Mehrheiten im Kuratorium, was sogar zu einer zeitweiligen weiteren Sachwalterschaft führte, wie im Bericht zur Niermann-Stiftung angegeben. 

 

Das in den neunziger Jahren, im Zuge der Niermann-Affäre in Eupen-St. Vith, die Regierung unter Minister Maraite die Vereine aufforderte, keine Stiftungsgelder mehr anzunehmen war für mich sehr bedauerlich und zerstörte das, wofür ich mich zehn Jahre eingesetzt hatte. Dies war ein großer Fehler, denn Ostbelgien gingen so viele Fördermöglichkeiten verloren mit denen man hervorragende Arbeit hätte leisten können, in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, sei es kulturell in den Vereinen, in der politischen Bildung oder im Jugendaustausch mit anderen Minderheiten. Dies wäre gerade nach dem Fall der Mauer und der Öffnung des Eisernen Vorhangs ein hervorragendes Mittel gewesen, unser Gebiet in den europäischen Fokus zu rücken. Ganz zu schweigen von einer mehrsprachigen Bildungsstätte im Herzen der Euregio, welche auch weit über die Grenzen Europas hinaus Schüler oder Studenten aus allen Kontinenten dieser Welt hätte anziehen können. Ich träume noch heute von einer solchen internationale Bildungseinrichtung  auf einer unserer zahlreichen Burgen oder Anwesen im Eupener Land oder in der Eifel. 

 

Aber der Stiftungsvorstand griff die von Maraite verordnete „Sperre“ gerne auf, inzwischen gab es , nach dem Zerfall des Eisernen Vorhangs, viele neue förderungswürdige Minderheiten in ganz Osteuropa, denen man sich widmen konnte. Für die Leidtragenden dieses Förderungsstopps in Eupen und Sankt Vith fand ich die Entscheidung der Stiftung, von der ich aus der Presse erfuhr, mehr als bedauerlich. Ich fand sie auch falsch und in der Argumentation sehr schwach. 

 

Über die zehn Jahre die nach meinem Ausscheiden aus dem Kuratorium bis hin zur Veröffentlichung des Berichts über die Hermann-Niermann-Stiftung im Parlament in Eupen vergingen, berichte ich später in diesen Erinnerungen. Ich war nicht mehr Akteur und habe die ganzen Wahrheiten über diese Zeit auch erst Jahre später erfahren. Im Jahr 1987 war das Kapitel Hermann-Niermann-Stiftung für mich erstmal abgeschlossen. 

 


Die Janssens aus Hauset

Walther und Elka Janssen wohnten mehr als 40 Jahre mit ihren drei Söhnen in dem kleinen Ort Hauset, einem Ortsteil der Gemeinde Raeren in Ostbelgien. Vieles in dem Archiv unserer Webseite dreht sich deshalb um diese 40 Jahre gemeinsamer Erlebnisse, aber auch um die Zeit davor. Elka und Walther wohnen seit 2013 in Schleckheim, einem Stadtteil im Süden von Aachen. Die beiden ältesten Söhne sind mit ihren Familien in Hauset geblieben, der jüngste Sohn wohnt am Firmensitz der Janssen Cosmetics in Oberforstbach (Aachen).  Wir möchten die Privatsphäre schützen, deshalb reagieren wir gerne auf Hinweise. Wenn Ihr also Hinweise,  Fragen, Anregungen und Vorschläge oder Ideen habt, meldet Euch gerne  

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Detlev O. (Freitag, 01 Januar 2021 17:57)

    Lieber Walther, Du hast das Jahr 2020 sehr gut von allen Seiten beleuchtet. Immer ein Blick auch auf die Firma. Bleibt gesund